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Mo, 11:05 Uhr
05.09.2022
Investitions-Vorhaben Wiederaufbau

Als das Rathaus wieder aufgebaut wurde

Da der östliche Eingang in das Alte Rathaus in Nordhausen darauf hinweist, dass das 1609 erbaute und im zweiten Weltkrieg 1945 durch britische Bomben zerstörte wichtige Haus für die Belange der Stadt im September 1952 wiedereröffnet wurde, begab sich Heidelore Kneffel, als Mitglied des Denkmalbeirates, in das Bauaktenarchiv der Stadt, um Nachforschungen darüber anzustellen...

Die Eingangstür am Alten Rathaus weist auf den Wiederaufbau hin (Foto: Heidelore Kneffel) Die Eingangstür am Alten Rathaus weist auf den Wiederaufbau hin (Foto: Heidelore Kneffel)


Ich konnte mehrere Architektenzeichnungen einsehen, dazu gehörige Texte und las „ An den Kreisrat, Kreisbauamt Nordhausen /Auf Antrag vom 17.5 1951 des Landesprojektierungsbüros Nordhausen wird Ihnen unter Vorbehalt der Rechte Dritter die Genehmigung erteilt, auf dem Grundstück Nordhausen, Marktplatz, … den Wiederaufbau des alten Rathauses auszuführen.“

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Der Baubeginn sollte der 15. Juli 1951 sein. Die Vertragspartner waren als Auftragsgeber: Bau-Union Nordhausen VEB, Ratsfelder Straße, als Vertreter des Investitionsträgers Kreisrat Nordhausen, und als Auftragnehmer: Örtliche Industrie Nordhausen VEB Kreisbaubetrieb Bauhof, Nordhausen.“ Ausgestellt war das Schreiben am 30. August 1951, gezeichnet vom Auftraggeber Stange und vom Auftragnehmer Schulze. Ich fand eine detailreiche Zeichnung von Herrn Friedrich Stabe vom VVB- Bau-Thüringen, Landesprojektierungsbüro, Außenstelle II Nordhausen, der sich um den Wiederaufbau Nordhausens große Verdienste erworben hat. Außerdem unterzeichneten das Blatt das Land Thüringen, Ministerium für Wirtschaft und Arbeit, Hauptabteilung Aufbau und der Kreisrat des Landkreises Nordhausen, der das damals noch gültige Landkreiswappen dazu setzte.

Das Rathaus war in den Apriltagen 1945 seines Daches und der Haube des Renaissanceturmes nebst Uhr beraubt worden und brannte im Inneren aus. Es standen also nur noch die Außenmauern. Ich hatte mich immer gewundert, wieso das Rathaus erst nach dem Theater und nach der Blasiikirche wieder aufgebaut worden war. Man war sich nicht schlüssig, wie man diese ausgebrannte Ruine wieder herrichten könne.

Die Skizze des Hauses von Friedrich Stabe (Foto: Heidelore Kneffel) Die Skizze des Hauses von Friedrich Stabe (Foto: Heidelore Kneffel)


Stabes Blatt zeigt die äußere Hülle vom Süden und Osten nebst Anbau. Das Dach ist aufgesetzt ohne die früheren Dach-Gauben. Der Renaissanceturm ist wieder vollständig mit seinem Eingang und dem Wappen darüber, der Roland grüßt. An der Ostseite gibt es eine entscheidende Veränderung. Ein neuer Eingang wurde anstelle eines Fensters eingebaut, durch den man fürderhin durch einen Windfang die Eingangshalle des Rathauses betreten würde.

Am 23. 11. 1951 wurde das Richtfest gefeiert, in dem man an dem hölzernen Gerippe der Turmlaterne eine Richtkrone heraufzog, die in einer kupfernen Schatulle eine Urkunde enthält, eine Übersicht über die Mitglieder der Gemeindevertretung und des Stadtrates von Nordhausen und die Broschüre „5 Jahre demokratischer Wiederaufbau Nordhausens“.

Am 1. September 1952, also vor 70 Jahren, fanden sich vor der Südseite des wiedererbauten Rathauses sehr, sehr viele Menschen ein, die die Eröffnung miterleben wollten. Sie wurden vom damaligen Bürgermeister Alfred Meyer begrüßt und aufgeklärt darüber, was geschehen war. Im Parterre fand man die städtische Volksbibliothek, im 1. Obergeschoss die Wohnungs- und Sozialabteilungen, im 2. Obergeschoss die Kultur- und Jugendabteilung, die Landwirtschaftsabteilung, das Archiv und die Rechtsabteilung.

In einem weiteren Kapitel werde ich demnächst die sogenannten „Sprechenden Steine des Rathauses“ vorstellen, damit man sehenden Auges am Rathaus entlangschlendern kann.
Heidelore Kneffel
Autor: red

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Kommentare
B**m
05.09.2022, 14:11 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
B**m
05.09.2022, 14:12 Uhr
Sehr schöner..
.. und interessanter Artikel Frau Kneffel.
Dankeschön dafür.
kolhrabi
05.09.2022, 18:58 Uhr
Faustgroße Löcher in der Rathausmauer
Sehr schöner Artikel Frau Kneffel. Ein wenig Sorgen mache ich mir um das Gebäude schon. Kann der Denkmalbeirat mal nachgehen, wie gefährlich die faustgroßen und die vielen anderen Löcher in den Außensteinen der Rathausfassade sind? Manches sieht gefährlich aus und die Fassade allgemein macht auch keinen guten Eindruck.
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