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Fr, 08:35 Uhr
23.09.2022
Städtische Wohnungsbaugesellschaft Nordhausen ist dabei:

„Schichtwechsel“ der Nordthüringer Werkstätten

Eigentlich sind Stefanie Brock und Dirk Hamel bei den Nordthüringer Werkstätten beschäftigt. Doch am Donnerstag konnten die beiden einen Tag Einblick in die Arbeit bei der Städtischen Wohnungsbaugesellschaft (SWG) in Nordhausen gewinnen...

Prokurist Pascal Wetzler und Sarah Krug, stellvertretende Leiterin der Wohnungswirtschaft, erläuterten Stefanie Brock unter anderem aktuelle Baumaßnahmen. (Foto: SWG/Susanne Schedwill) Prokurist Pascal Wetzler und Sarah Krug, stellvertretende Leiterin der Wohnungswirtschaft, erläuterten Stefanie Brock unter anderem aktuelle Baumaßnahmen. (Foto: SWG/Susanne Schedwill)

Das kommunale Wohnungsunternehmen beteiligte sich am Projekt „Schichtwechsel“, bei dem Menschen mit und ohne Behinderungen für einen Tag ihren Arbeitsplatz tauschen und so einen Perspektivwechsel auf das Thema Teilhabe am Arbeitsleben erhalten.

„Für uns war es eine Herzensangelegenheit bei diesem Tag mitzumachen. Es ist für uns alle eine ganz neue Erfahrung, Rollstuhlfahrer unter den Kollegen zu haben“, sagte SWG-Chefin Inge Klaan. Stefanie Brock, die eine kaufmännische Ausbildung hat und demnächst in einem Mehrgenerationenhaus in Sülzhayn an der Rezeption arbeiten wird, lernte die Wohnungswirtschaft und die Arbeit am Besucherempfang kennen. Dirk Hamel hospitierte als gelernter Industriekaufmann in der Buchhaltung des Wohnungsunternehmens.
Darüber hinaus gaben die beiden Gäste ganz konkrete Hinweise, wie die Barrierefreiheit in der SWG-Geschäftsstelle in der Geseniusstraße für mobilitätseingeschränkte Mieterinnen und Mieter verbessert werden kann. In welcher Höhe ist die Gegensprechanlage angebracht und in welche Richtung öffnet eine Eingangstür? „Das sind für die meisten Menschen Kleinigkeiten, aber für uns kann das zu einer großen Sache werden“, berichtete die 38-Jährige, die in einem speziellen Rollstuhl sitzt, von ihren täglichen Herausforderungen.

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Auch barrierefreier Wohnraum kam zur Sprache: „Ein Teil unserer Wohnungen ist barrierefrei und wir haben die Erfahrung gemacht, dass die DIN-Vorgaben für barrierefreies Wohnen nicht immer optimal sind. Letztendlich ist es die Art der Behinderung, die die Ausstattung einer Wohnung bestimmen sollte. Der praktikabelste Weg ist es deshalb, mit den Betroffenen mehrere Wohnungen anzuschauen“, so Inge Klaan. Wie schwierig es sich mitunter für Menschen mit Mobilitätseinschränkungen gestaltet, eine passende Wohnung zu finden, schilderte Dirk Hamel in dem Gespräch. Er habe bei der SWG im Zuckerweg schließlich eine gute barrierearme Wohnung mieten könne. Klaan machte deutlich, dass auch im Hinblick auf die immer älter werdende Bevölkerung noch mehr Bestandswohnungen barrierearm saniert werden sollen, um perspektivisch mehr solcher Wohnungen am Markt zu haben.

Doch Sorgen bereiten der SWG-Geschäftsführerin, dass ihr Unternehmen in den kommenden Jahren sehr viel Geld für Klimaschutz- und Energiesparmaßnahmen bereithalten muss Geld, das an anderer Stelle fehlen wird. „Wir dürfen über den Klimaschutz nicht den weiteren barrierefreien Umbau unserer Bestandsimmobilien aus dem Blick verlieren“, so Klaan. Es sei schwierig, beides unter einen Hut zu bringen. Wie wichtig barrierefreier Umbau ist, machten die Berichte der beiden Gäste noch einmal deutlich. Hamel hatte beispielsweise mehrere Monate suchen müssen, ehe er eine Wohnung fand, in der er sich mit seinem Rollstuhl bewegen konnte.

Die SWG will zukünftig regelmäßig mit den Nordthüringer Werkstätten im Austausch stehen.
Foto: SWG-Geschäftsführerin Inge Klaan sprach mit Stefanie Brock und Dirk Hamel unter anderem über barrierearmen Wohnraum und auf welche Dinge bei Baumaßnahmen zu achten sei.
Susanne Schedwill

Autor: red

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