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Do, 10:52 Uhr
26.02.2026
Gemeinderat tagte am Mittwoch

Harztor hat Haushalt und Bauturbo

Die Gemeinde Harztor startet mit einem Haushalt von rund 17 Millionen Euro ins Jahr 2026. Große Investitionen stehen insbesondere in Ilfeld, Neustadt und Niedersachswerfen an. Was noch alles Thema im jüngsten Gemeinderat war…

Blick auf Niedersachswerfen und Ilfeld, zwei Ortsteile von Harztor. (Foto: ssc) Blick auf Niedersachswerfen und Ilfeld, zwei Ortsteile von Harztor. (Foto: ssc)
Mit einem Finanzvolumen von rund 17 Millionen Euro hat der Gemeinderat der Harztor am Mittwochabend einstimmig den Haushalt für das laufende Jahr beschlossen. Die Einnahmen des Verwaltungshaushalts reichen allerdings nicht ganz aus, um die laufenden Ausgaben vollständig zu decken. Zum Ausgleich ist eine Zuführung aus dem Vermögenshaushalt in Höhe von 171.100 Euro erforderlich. „Bei einem so großen Haushaltsvolumen wie unseres ist das kein großes Problem. Wir sind nicht in der Haushaltssicherung“, sagte Bürgermeister Stefan Klante (parteilos).

Größte Investition in Ilfeld
Die umfangreichste Maßnahme des Jahres ist die Sanierung der Neuen-Markt-Straße im Ortsteil Ilfeld. Dort werden Wasser-, Abwasser- und Stromleitungen komplett erneuert. Unter der Straße verlaufen zudem rund 65 Jahre alte Rohre des sogenannten Hinterwassers, die stark beschädigt sind und erneuert werden müssen. „Das ist mit Abstand eine der schwierigsten Baustellen, die wir bisher in unserer Gemeinde hatten“, so Klante. Im Zuge der Arbeiten mussten auch die Kastanien entlang der Straße gefällt werden, da ihre Wurzeln bei den Rohrarbeiten stark beschädigt worden wären. Neupflanzungen sind vorgesehen. Der Baubeginn ist für den 2. März geplant, die Arbeiten werden sich bis ins kommende Jahr ziehen.

Weitere Investitionen in Feuerwehr und Gebäude
In Neustadt soll das Feuerwehrgerätehaus ein neues Dach sowie eine neue Fassade erhalten. Auch der Saal Hohnstein wird mit einem neuen Dach und einer verbesserten Entwässerung ausgestattet. In der Kindertagesstätte in Niedersachswerfen ist eine Kinderküche geplant, zudem soll die Fassade des Bestandsgebäudes energetisch saniert werden.

Nach Ostern beginnen in Ilfeld die Arbeiten für eine neue Bushaltestelle am Neanderplatz. In Herrmannsacker wird ein Löschwassertank für die Feuerwehr errichtet. Für den Ersatzneubau der Brücke über den Kappelbach am Kirchberg in Niedersachswerfen starten in diesem Jahr die Planungen, auch hierfür wurde Geld eingestellt. Der Baubeginn ist für 2027 vorgesehen.

Arbeiten an Brücken
An der Waldbadbrücke in Ilfeld ruhen derzeit die Arbeiten. Stahlträger müssen noch mit Korrosionsschutz versehen werden, zudem erhält die Brücke einen Belag aus Lärchenholz. Die Fertigstellung ist für April oder Mai geplant und damit rechtzeitig vor Beginn der Freibadsaison.

In Neustadt wird aktuell in der Plankenstraße die Brücke über den Kappelbach erneuert. Wegen des derzeit hohen Wasserstandes sind die Arbeiten nach der Winterpause noch nicht wieder angelaufen. Die Fertigstellung ist noch in diesem Jahr vorgesehen.

Budgets für die Ortschaften
Für das Haushaltsjahr 2026 stehen den einzelnen Ortschaften folgende Budgets zur Verfügung:
  • Ilfeld: 15.000 Euro
  • Niedersachswerfen: 15.000 Euro
  • Neustadt: 6.300 Euro
  • Harzungen: 1.000 Euro
  • Herrmannsacker: 1.700 Euro

Aus diesen Mitteln werden unter anderem freiwillige Leistungen finanziert.

Zusätzlich beschloss der Gemeinderat einstimmig, 6.000 Euro für besondere Vereinsjubiläen bereitzustellen. Dazu zählen unter anderem 80 Jahre Kita Ilfeld, 80 Jahre Kita Neustadt, 200 Jahre Feuerwehr Ilfeld, 200 Jahre Feuerwehr Harzungen, die 770-Jahr-Feier in Herrmannsacker sowie der Naturschutztag am 6. Juni. Über die konkrete Mittelvergabe entscheidet der Tourismusausschuss.

Lob für den Winterdienst
Gelobt wurde im Gemeinderat der Winterdienst. Karsten Schräpler, Ortschaftsbürgermeister von Herrmannsacker, sprach ebenso wie weitere Ratsmitglieder von einer „super Leistung“. Der Bauhof war im Zweischichtsystem im Einsatz und verbrauchte rund 200 Tonnen Salz. Die neuen Silos hätten sich bewährt, so Klante.

Kita-Gebäude soll verkauft werden
Die Verwaltung bereitet den Verkauf des ehemaligen Kita-Gebäudes in Herrmannsacker vor. Die Einrichtung war Ende 2025 geschlossen worden. Zunächst soll sich der Ortschaftsrat mit dem Vorhaben befassen, anschließend entscheidet der Gemeinderat. Ein Wertgutachten liegt bereits vor, danach soll die Ausschreibung erfolgen.

Einwohner fragen zur Turnhalle
In der Einwohnerfragestunde meldete sich der SV Ilfeld, Abteilung Radball, zu Wort. Die Vereinsvertreter bedankten sich für die Unterstützung der Gemeinde und erkundigten sich nach der Zukunft der Turnhalle. Diese soll auch mit Inbetriebnahme der neue Grundschule in der Ilfelder Ortsmitte erhalten bleiben. Vorgesehen ist, sie vom alten DDR-Schulgebäude baulich zu trennen und vom Landkreis in die Trägerschaft der Gemeinde zu überführen. Die organisatorische Abwicklung soll bis August abgeschlossen sein, kündigte Klante an. Für die Vereine, die in der Halle trainieren, soll es keine Änderungen geben.

Bauturbo beschlossen
Ebenfalls einstimmig beschloss der Gemeinderat die formale Anwendung des sogenannten „Bauturbos“. Künftig werden Bauanträge vom Bauausschuss genehmigt, aktuell wird noch ein Kriterienkatalog erarbeitet. Nach diesem sollen die Entscheidungen getroffen werden. Klante sieht darin eine Chance für den ländlichen Raum, auch wenn der Bauturbo eigentlich als Instrument für schnelle Baugenehmigungen in Ballungszentren gedacht ist, um den Wohnungsbau zu beschleunigen.
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Hoffen auf Fördermittel
Für drei Projekte hat die Gemeinde Fördermittel aus dem Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ beantragt. Die entsprechenden Beschlüsse fasste der Gemeinderat im Dezember letzten Jahres, Antragsfrist war der 15. Januar dieses Jahr.

Da das Programm stark überzeichnet ist, wird die Entscheidung des Haushaltsausschusses des Deutschen Bundestages erst nach Ostern erwartet. Im Haushalt 2026 wurden die Eigenanteile eingeplant.

Beantragt wurde jeweils eine 75-prozentige Förderung. Die Eigenanteile der Gemeinde würden 375.000 Euro für das Waldbad Neustadt, 90.000 Euro für die Pumpentechnik im Bad Niedersachswerfen und 175.000 Euro für einen Kunstrasenplatz in Niedersachswerfen betragen.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
Wauwau
26.02.2026, 19:48 Uhr
Sanierung der Neue Markt Straße
Die Straße hat es nötig , allerdings stehen oder standen dort keine Kastanien sondern immer Walnussbäume. Nur mal so erwähnt.
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