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Mo, 17:05 Uhr
24.10.2022
Nordthüringer Unternehmerverband

Korrekturen sind dringend nötig

Vergangene Woche trafen sich die Mitglieder des Nordthüringer Unternehmerverbandes (NUV) zu Themen der inneren Sicherheit und der aktuellen Energiekrise. Der Wirtschaftsverband fordert dringende Korrekturen der aktuellen Politik...

Als Gäste des Mitgliedertreffens konnte der NUV den Innenminister des Freistaates, Georg Maier, den Landtagsabgeordneten Stefan Schard (CDU), Frau Antje Hochwind-Schneider (SPD) als Landrätin im Kyffhäuserkreis, Stefan Nüßle (CDU) als 1. Beigeordneten im Landkreis Nordhausen und Petra Just als Ermittlungsdienstleiterin der Nordhäuser Polizeiinspektion begrüßen.

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Das Treffen im Hotel Fürstenhof Nordhausen wurde durch den Vorstandsvorsitzenden des NUV, Niels Neu, eröffnet. Nach Ehrungen und Interna resümierte Neu die bisherigen Aktivitäten des Verbandes in den zurückliegenden Monaten und stellte den daraus resultierenden Forderungskatalog bezüglich der Energiekrise zur Diskussion. Niels Neu wies mit zahlreichen Beispielen darauf hin, wie schwierig die Situation sich aktuell für die mittelständische Wirtschaft darstellt und bemängelte, dass das Augenmerk auf den großen Konzernen liegt. Er machte deutlich, dass der NUV eindringlich dafür wirbt, Korrekturen bei der aktuellen Politik vorzunehmen, um schnell mittelständische Unternehmen und private Haushalte zu entlasten.

Der Nordthüringer Unternehmerverband lud Innenminister Georg Maier in den Fürstenhof nach Nordhausen (Foto: Claudia Rheinländer) Der Nordthüringer Unternehmerverband lud Innenminister Georg Maier in den Fürstenhof nach Nordhausen (Foto: Claudia Rheinländer)


Georg Maier war bereit ins Gespräch zu kommen, zeigte Verständnis für die aufgemachten Forderungen und sagte – gemeinsam mit der stellvertretenden Landesvorsitzenden der SPD Antje Hochwind-Schneider – Unterstützung zu, um die Forderungen nach Berlin tragen zu können. Weiterhin ging Maier auf die Situation am Energiemarkt ein, plädierte für eine Entkoppelung von Gas und Strom. Er verteidigte die unterstützenden Maßnahmen der Thüringer Landesregierung, die gemeinsam mit der CDU-Fraktion auf den Weg gebracht werden. Die Forderung nach einer Weiterbetreibung der drei verbliebenen Atomkraftwerke in Deutschland hatte sich während der Diskussion überholt, da diese die Bundesregierung zwischenzeitlich verkündet hatte.

Stefan Schard – CDU-Landtagsabgeordneter aus dem Kyffhäuserkreis, griff die Themen von Maier und Hochwind-Schneider auf und verwies darauf, dass das jüngste Unterstützungspaket der Thüringer Landesregierung deutlich die CDU-Handschrift trage. Schard kritisierte die Politik der Ampel-Koalition in Berlin, insbesondere die Einführung eines Bürgergeldes oder die Einschränkung von Sanktionen gegenüber den Beziehern von Harz-IV-Leistungen. Der Anreiz, eine Arbeit anzunehmen, sei dadurch weiter in den Hintergrund gerückt.

Inge Klaan, Geschäftsführerin der SWG in Nordhausen, wünschte sich im Forderungskatalog mehr Technologieoffenheit, auch und insbesondere für die Zeit nach der Energiekrise. Auch müsse mehr Geld für die Forschung und die Ausbildung von jungen Menschen im ingenieurtechnischen Bereich zur Verfügung gestellt werden.

Jana Zöller, der Geschäftsführerin der Energieversorgung Nordhausen mahnte an, bei allen Forderungen an die politischen Ebenen die Stadtwerke nicht zu vergessen. Die bisherigen Entlastungspakete der Bundesregierung würden nicht ausreichen, um einen Liquiditätsengpass der kommunalen Unternehmen abzuwenden.

Immobilien-Unternehmer Axel Heck ging harsch mit der derzeitigen Politik ins Gericht. Heck kritisierte die seiner Meinung nach völlig falsche Sanktionspolitik gegenüber Russland. Sie würde Deutschland wesentlich mehr schaden als Russland, das weiterhin Gas, Kohle und Öl zu hohen Preisen am Weltmarkt verkaufen würde. Außerdem forderte Heck einen sofortigen Stopp der Waffenlieferungen an die Ukraine. Immer mehr Waffen würden keinen Frieden bringen, sondern immer mehr Tote, sagte der Unternehmer.

Stefan Nüßle, 1. Beigeordneter des Landkreises Nordhausen, skizzierte daraufhin die zurückliegenden, im Landkreis Nordhausen gut bewältigten Krisen und appellierte in der Diskussion vor allem den gesellschaftlichen Zusammenhalt nicht aus den Augen zu verlieren und zu stärken.

Aus den Reihen der kommunalen Politik verwies Thomas Flagmeyer (AfD) auf die Folgen der derzeitigen deutschen Politik gegenüber Russland, die jeder Bürger und jedes Unternehmen in den kommenden Monaten spüren werde. Zur Bewältigung der aktuellen Krise müsse ideologiefrei gehandelt werden. Heike Umbach (Fraktionsvorsitzende LINKE) fehlte in den aktuellen Diskussionen die Möglichkeiten der Biogaserzeugung. Hier könne und müsse nachgesteuert werden. Es gebe ausreichend stillgelegte Flächen in Deutschland, auf denen nachwachsende Rohstoffe für die Biogaserzeugung angebaut werden könnten.

NUV-Vorsitzender Niels Neu kündigte an, dass die eingebrachten Vorschläge in den Forderungskatalog eingearbeitet werden. Als Resultat wurde in der Mitgliedschaft beschlossen, insbesondere die angesprochene Technologieoffenheit und Hilfen für die kommunalen Grundversorger in den Forderungskatalog aufzunehmen. Dieser soll mithilfe der Landespolitik bis in das Bundeskanzleramt getragen werden, wo er dem Ostbeauftragten der Bundesregierung, Carsten Schneider, übergeben werden soll. Gleichzeitig wurde Georg Maier gebeten, das Papier an die Landesregierung weiterzureichen. Petra Just, 1. Polizeihauptkommissarin, berichtete im Anschluss über die „innere Sicherheit“ im Landkreis Nordhausen. Die Polizeibeamtin leitet den Ermittlungsdienst des Nordhäuser Inspektionsdienstes.

Sie betrachtet die Sicherheitslage im Landkreis Nordhausen als relativ ruhig. Selbst bei den Vorkommnissen um den Pferdemarkt mit Jugendlichen oder am Bahnhof haben Polizei und Ordnungsdienste mittlerweile für Ruhe gesorgt. Zudem gab es aus ihrer Sicht keine schwerwiegenden Delikte in den vergangenen Monaten, weder im Bereich des Bahnhofes noch im Zentrum der Rolandstadt.

Zum Abschluss dankte NUV-Chef Neu allen Anwesenden für die sehr konstruktive Diskussion und die Bereitschaft zum themenorientierten Austausch zwischen Politik und Wirtschaft.
NUV Mitgliedertreffen mit Thüringens Innenminister (Foto: Claudia Rheinländer)
NUV Mitgliedertreffen mit Thüringens Innenminister (Foto: Claudia Rheinländer)
NUV Mitgliedertreffen mit Thüringens Innenminister (Foto: Claudia Rheinländer)
NUV Mitgliedertreffen mit Thüringens Innenminister (Foto: Claudia Rheinländer)
NUV Mitgliedertreffen mit Thüringens Innenminister (Foto: Claudia Rheinländer)
Autor: red

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Kommentare
P.Burkhardt
24.10.2022, 18:23 Uhr
Mir fehlt eine Forderung...
...die eigentlich von Frau Klan hätte kommen müssen:

Die Verwendbarkeit von Solarstrom für die Mieter. Derzeit muss auf vermieteten Objekten erzeugter Solarstrom eingespeist und zurückgekauft werden... in meinen Augen eine absolut kontraproduktive Regelung für Vermieter und Mieter.
Katrin79
24.10.2022, 21:13 Uhr
Klaan, Nüßle ...
.... das ist doch alles das Gestern und das letzte Aufgebot der CDU, die sich so (leider) immer mehr selbst überflüssig macht.
grobschmied56
24.10.2022, 21:45 Uhr
Grobis Prinzip: Wo Burkhardt Recht hat, hat Burkhardt eben ...
... Recht! Wir gehen nicht auf eine Energiekrise zu, wir stecken schon mitten drin!
Die Spar-Apelle der Politdarsteller sind inzwischen ubiquitär und dermaßen nervig, daß man das allgemeine Fracksausen vor den kommenden Monaten schon mit Händen fühlen kann!
Mit der Drehzahl einer gut geölten tibetanischen Gebetsmühle haben uns zahlreiche Ampelmännchen - Weibchen - und sonstige Diverse in den letzten Wochen und Monaten versichert, wir hätten KEIN STROMPROBLEM, sondern allenfalls ein Gas-Problem.
Das macht mißtrauisch!

Die Halbwertszeit für Verschwörungs-Theorien hat sich bekanntlich in letzter Zeit immer mehr verringert. 2021 sagte man noch: Der Unterschied zwischen Verschwörungstheorie und Realität beträgt durchschnittlich drei Monate.
Darauf ist nun schon kein Verlaß mehr.

Burkhardts Forderung, Solarstrom von Mietern für Mieter allgemein unbürokratisch nutzbar zu machen, findet meine uneingeschränkte Zustimmung. Auch wenn es an trüben und kurzen Herbst- und Wintertagen nicht viel mehr Ertrag bringt, als Bananen-Anbau im Uralgebirge, sollte der Privatinitiative doch möglichst wenig Bürokratie entgegenstehen!
Wenn dem Menschen das Wasser bis zum Hals steht, greift er auch zum Strohhalm.
Was er dann am wenigsten benötigt, ist ein wichtigtuerischer Unterstaats-Sekretär aus Berlin, der ihn erstmal nötigt, einen Strohhalm-Zugriffs-Berechtigungs-Antrag in dreifacher Ausfertigung ausfüllen zu lassen.

Leider sehe ich, was Bürokratie-Abbau angeht etwas dunkel!
Zitat: 'Erweiterung des Kanzleramts kostet zusätzliche 116 Millionen. Der geplante Erweiterungsbau für das Bundeskanzleramt schlägt nun mit 601 Millionen zu Buche. Der Bundesrechnungshof kritisiert die aufwendige Planung.' Zitat Ende.
Natürlich muß die Bude auch voll werden.
Zitat: 'Ampel will 758 zusätzliche Beamtenstellen
Stand: 26.04.2022 05:00 Uhr
Die Bundesregierung plant erneut einen massiven Stellenzuwachs im Vergleich zur Ära Merkel. Das ergibt eine Auswertung der Personallisten im Haushaltsentwurf 2022 durch das ARD-Magazin Report Mainz'. Zitat Ende.
Natürlich müssen sich all die neuen Beamten auch austoben und was zu tun haben.
Da wird es wohl nicht viel werden, mit Bürokratie-Abbau.
Tut mir Leid, Burkhardt.
So sorry.
P.Burkhardt
25.10.2022, 07:09 Uhr
Sry... grobschmied...
...von Ihnen will ich nicht mal Zustimmung, weiß ich doch, dass Sie als selbst ernannter Ingenieur mit Virologen- und Geschichts- und Geologiehintergrund und nun auch noch als Experte für erneuerbare Energien mir sowas von voraus sind... naja, des Menschen Glaube ist halt sein Himmelreich.

Ich verabscheue Menschen, die alles nur schlecht machen, ohne konstruktiv zu sein.

Es ging mir auch nicht um Strom von Mietern für Mieter... Es ging mir darum, dass es derzeit nicht möglich ist, als Vermieter eine Solaranlage auf sein Haus zu basteln und damit die Bewohner des Hauses mit Strom zu versorgen oder auch nur den Allgemeinstrom zu nutzen. Damit wird nicht nur dem Vermieter die Investition sinnbefreit, sondern dem Mieter auch die Möglichkeit genommen, seine Nebenkosten durch erneuerbare Energien zu reduzieren.
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