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Mi, 12:24 Uhr
13.12.2023
Kommunen schlagen Alarm

Thüringer Schwimmhallen droht Schließung!

Der Thüringer Heilbäderverband und Vertreter von kleinen Städten und Gemeinden, mit weniger als 20.000 Einwohnern und öffentlichen kommunalen Schwimmhallen, schlagen angesichts der aktuellen finanziellen Notlage Alarm. In der Thüringer Bäderlandschaft könnte es ab dem kommenden Jahr zu Bäderschließungen kommen...

Symbolbild Therme (Archiv) (Foto: Eva Maria Wiegand) Symbolbild Therme (Archiv) (Foto: Eva Maria Wiegand)


Grund für die Situation, sind die in den vergangenen Jahren gestiegenen Kosten, die derzeit durch die Einnahmen nicht gedeckt werden können. Allein die Einführung und laufende Erhöhung des Mindestlohns sowie die durch den Fachkräftemangel notwendige Anpassung an den TVöD, haben die Personalkosten in den vergangenen Jahren explodieren lassen. Wie die kommunalen Badbetreiber berichten, sind die Gehälter in den Bädern in den vergangenen sieben Jahren um durchschnittlich 77 Prozent angestiegen.

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Zusätzlich haben sich seit 2021 die Ausgaben für Chemie und Verbrauchsmittel um gut 40 Prozent erhöht. Es sei unmöglich dies in dieser Situation auf die Nutzer umzulegen. Weitere Zuschüsse aus den kommunalen Haushalten seien unrealistisch, da die kleinen Kommunen selbst unter den großen finanziellen Belastungen ächzen.

Das wenige, was derzeit übrigbleibt, müsse dringend in die energetische Sanierung der kommunalen Objekte und neue Energielösungen investiert werden, um die Bewirtschaftungskosten zumindest in der Zukunft in den Griff zu bekommen. Sollten die kleinen Städte und Gemeinden mit kommunalen Schwimmhallen im kommenden Jahr keine Unterstützung durch das Land erhalten, werde in vielen Regionen in Thüringen kein Schulschwimmen und keine Gesundheitsangebote, wie Rehasport und Präventionsmaßnahmen, angeboten werden können. Thermen bzw. Bäder sind mehr als nur „ein bisschen Tourismus“. Es handelt sich um Einrichtungen der kommunalen Daseinsfürsorge. Das mit einer Schließung der Bäder auch ein weiterer Verlust an Lebensqualität im ländlichen Raum einhergeht, sei nur eine weitere traurige Wahrheit.

In vielen Bädern findet beispielsweise das Schulschwimmen für Schulen des halben oder sogar ganzen Landkreises statt. Die Bahnmiete, die die Bäder erhalten, ist unterfinanziert. Hinzukomme, dass immer mehr Unterrichtsstunden von Schwimmmeistern abgefangen werden müssen, da die Schulen unter chronischem Lehrermangel leiden.

Das Bild, dass sich hier ergibt, ist desaströs. Die finanzielle Ausstattung ist zu wenig für den Schwimmunterricht, es gibt nur wenige Lehrerinnen und Lehrer um diesen abzusichern – und in Zukunft fehlen auch noch die Schwimmhallen.Das Thüringer Bildungsministerium, dass für die Absicherung des Unterrichts verantwortlich ist, hat übrigens auf den Hilferuf, den die Städte und Gemeinden in der vorletzten Woche abgesetzt haben, nicht einmal reagiert. Der Brief, den der Bildungsminister von den Bürgermeistern erhalten hat, blieb einfach unbeantwortet.

Die Vertreter der Kommunen finden es indes unverantwortlich, dass der Freistaat nun plant, 700.000 Millionen Euro in die Rücklage des Landes zu schieben, während im ländlichen Raum wichtige Infrastruktur in Form von kommunalen Bädern wegzubrechen droht. Laut den Verantwortlichen vor Ort, verstärke die Fehlgewichtung der staatlichen Finanzierungsinteressen nur das Gefühl der fehlenden Akzeptanz der Regierung gegenüber den Interessen der Bürgerinnen und Bürger.

Übrigens: Sollte es zu Badschließungen kommen, könnte es für das Land selbst teuer werden, nur eben ohne Bäder. Der Grund: Viele Bäder wurden mit Fördermitteln errichtet. Bei einigen Bädern ist die Zweckbindungsfrist für die Fördermittel noch nicht abgelaufen. Sollten die Bäder nun schließen, müssen die Fördermittel von den Kommunen zurückgezahlt werden. Da sie dazu nicht in der Lage sind, ist ein Antrag auf Bedarfszuweisung unumgänglich. Bedarfszuweisungen werden aus dem Landesausgleichsstock finanziert. Mittel aus dem Landeshaushalt.

Die Kommunen drängen auf zügige Unterstützung durch den Freistaat. Sonst sei es entweder unmöglich viele kommunale Haushalte zu schließen oder den Schwimmhallen drohe im Jahr 2024 die Schließung. Laut dem Thüringer Heilbäderverband müssten sich die Zuschüsse 2024 auf ca. 15 Millionen für alle Bäder in Kommunen unter 20.000 Einwohner belaufen.

Insbesondere die Thermen in den Thüringer Kurorten haben in den letzten Jahren zurecht zusätzliche finanzielle Mittel vom Freistaat Thüringen erhalten, um die Folgen der Corona- Pandemie sowie in diesem Jahr die Folgen der Energiekrise abzufedern. Der Thüringer Heilbäderverband war sehr froh, dass der Freistaat Thüringen die Notwendigkeit erkannt hat. Warum nun aber ab 2024 die Notwendigkeit anscheinend aus Sicht des Freistaates nicht mehr besteht, erschließt sich den handelnden Akteuren, zumal sich die Energiekosten durch den Wegfall der „Preisbremsen“ weiter drastisch erhöhen werden.

Als Beispiel: Die Kur & Tourismus GmbH Bad Frankenhausen konnte im Rahmen eines Antrages auf Billigkeitsleistungen für kommunale Unternehmen nachweisen, dass sich allein im Energiebereich der Kur & Tourismus GmbH mit der Kyffhäuser-Therme im Jahr 2023 ein finanzieller Mehrbedarf von 612.000 Euro ergab, den die Kurgesellschaft im Rahmen der Billigkeitsleistungen seitens des Freistaates Thüringen ausgeglichen bekam. Ab dem kommenden Jahr fallen diese Finanzhilfen weg.

„Wir haben uns als Thüringer Heilbäderverband mit den Erholungsorten und Orten unter 20.000 Einwohner mit Bädern und Thermen zusammengeschlossen. Denn egal wo ein Bad oder eine Therme steht, wir alle haben die gleichen gravierenden finanziellen Probleme. Wir haben in den letzten Wochen und Monaten zahlreiche Gespräche mit Thüringer Ministerien, Fraktionen und Abgeordneten des Thüringer Landtages geführt, Briefe geschrieben, aber bis heute scheinen die Probleme der Thüringer Bäder kaum jemandem ernsthaft zu interessieren. Denn bisher sind im Landeshaushalt 2024 keinerlei finanzielle Hilfen vorgesehen und mit den Kompromissen zum Landeshaushalt hätten die Akteure das wichtige Thema mit aufnehmen können, was leider nicht geschah", so der Präsident des Thüringer Heilbäderverbandes Matthias Strejc.

Hinzu kommt, dass Thermen in Kurorten eine sehr hohe wirtschaftliche Bedeutung für den gesamten Kurort sowie für die Region haben und eine extrem hohe Wertschöpfungskette haben. Das belegen die aktuellen Zahlen einer Studie.

„Wir fordern die Landesregierung und die Abgeordneten des Thüringer Landtages auf, sich dringend der prekären Lage aller Thüringer Thermen und Bäder anzunehmen. Ansonsten drohen tatsächlich Schließungen ab dem kommenden Jahr", so Strejc weiter.

Bitte beachten Sie die pdf.zum Thema: Welche Bedeutung haben die Thermen in den Thüringer Kurorten für die Wertschöpfung einer Kurstadt und einer Region sowie für den gesamten Freistaat Thüringen - Aktuelle Zahlen des dwif aus dem Jahr 2023.
Autor: emw

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Kommentare
Ein Bürger
13.12.2023, 15:21 Uhr
Dieses Land geht vor die Hunde!
Und niemanden interessiert`s....Nur noch schlimm!
Piet
13.12.2023, 15:32 Uhr
Wo
man hinschaut Verfall und Untergang, und das im besten Deutschland aller Zeiten. Dafür geben wir Millionen für Radwege in Indien aus. Unfassbar!!!
Strandläufer
13.12.2023, 16:24 Uhr
Schwimmen lernen, rettet Leben!
So einfach ist es.
Früher gab es nicht nur regelmäßig Schwimmunterricht, sondern Schwimmen, Baden gehen, all das war erschwinglich und füllte zahlreiche tolle Erinnerungen an eine unbeschwerte Kindheit. Man traf Freunde, kämpfte um Reifen,erste Flirtversuche...all das ist jetzt schon nicht mehr so in Zeiten: "jeder hat seinen eigenen Pool" oder stapelt sich am leider vermüllten Kiesschacht.
Eines war aber früher als auch heute wichtig: die Kinder müssen schwimmen lernen!
Es passiert so schon genug Blödsinn dank Übermut.

Nur wo können sie schwimmen lernen, wenn alles teurer wird und dann gar als Folge geschlossen wird, weil keiner mehr kommt? Im Bälleparadies von IKEA?

Das beste Deutschland aller Zeiten.
Man sollte mal schauen wofür man Geld / Subventionen sinnvoll IM EIGENEN Land ausgibt.
Wenn hier alles in Ordnung ist, können wir uns gerne wieder um die ganze Welt kümmern, Länder, die wie grundlose Löcher zu Milliardengräbern werden.
Wo auch immer die Gelder landen weiß seit Jahrzehnten auch keiner.
ArreeTim
13.12.2023, 17:04 Uhr
Die Analyse negiert wesentlich, teurer
Wird auch noch das Gas, falls man das benötigt, ach so Strom und Heizöl werden auch wieder teuer! Richtig teurer!
Kyffhaeuser
13.12.2023, 20:15 Uhr
ja, ja die Bäder und Thermen in Städten unter 20.000 Einwohner
klar fehlt überall die Kohle, aber bei dem Thema Bäder ( sicher sind Hallenbäder gemeint) und Thermen haben alle Thüringer Landesregierungen seit 1989 komplett versagt. Warum hat man ohne Sinn und Verstand in jeder Klitsche eine Therme mit Fördermitteln errichtet ? ohne Prüfung, ob das Umland genügend Einwohner hat , ob die Klitsche mit der Bahn erreichbar ist ?? (Bad F. schon mal nicht). Warum sind dann diese Thermen auch noch meist ohne Schwimmbahnen für die Schule ( anderes Minsterium , andere Förderung) gebaut worden ?? Und in welcher (etwas) größeren Stadt in Thüringen gibt es eine Therme ? dort hätte es sich zumindest von der Einwohnerzahl gelohnt, aber weder in Erfurt, noch in Gera oder Eisenach, Gotha, Nordhausen gibt es eine Therme, dafür in Klitschen wie Bad. F., Zeulenroda, Tabarz, Oberhof, Masserberg, Colberg usw. usw. Kein Wunder, dass dann die Kohle in den winzigen Kommunen knapp wird. Der Zug für eine komplette Neuaufstellung ist hier leider abgefahren, niemand in der Landesregierung wird sich trauen das alles mal grundsätzlich zu hinterfragen und unrentable Thermen zu schließen. Statt dessen wird weiter gewurschelt und gefördert und teilsaniert ( Bad F.) und dem vielen schlechten Geld noch viel mehr hinterhergeworfen. Bin mal gespannt, wie nach dem Umbau in Bad F. die Preise aussehen ?? Ob man sich dann eine Stunde Schwimmen noch leisten kann, ist das einzige "Hallenbad" im Kyff Kreis. Man kann also nicht so einfach in ein Hallenbad ohne Therme ausweichen, weil es keins gibt von Artern bis Sondershausen.
geloescht.20231213
13.12.2023, 20:59 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Was für ein Kommentar? :-)
DonaldT
14.12.2023, 08:58 Uhr
Thüringer Schwimmhallen droht Schließung
Wozu auch Schwimmhallen, es steht uns das Wasser doch sowieso schon bis zum Hals.

Nächste Aufforderung wird sein: Hinsetzen.
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