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Do, 14:00 Uhr
28.12.2023
Abfalltrennung im Integrationsbeirat:

Es kann doch nicht so schwer sein

In den zurückliegenden Wochen erreichten die Redaktion sowohl per Mail als auch über den nnz-Facebook-Account Nachrichten über nicht mehr zumutbare Abfall-Zustände im Bereich entlang der Halleschen Straße in Nordhausen. Wir sind diesen Hinweisen nachgegangen…

So sah es im Frühherbst entlang der Halleschen Straße aus (Foto: nnz) So sah es im Frühherbst entlang der Halleschen Straße aus (Foto: nnz)
Die ersten Informationen schickten uns Leser im ausklingenden Sommer vom Zustand um die Mülleinhausungen im Bereich der Halleschen Straße und der Sundhäuser Straße. Wir hatten das damals fotografisch dokumentiert.
Unhaltbare Zustände (Foto: nnz)
Unhaltbare Zustände (Foto: nnz)
Unhaltbare Zustände (Foto: nnz)
Wie immer handelt es sich bei einem Foto um den momentanen Zustand.

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Doch das war nicht so, es gab immer wieder Beschwerden von Lesern, oft ergänz mit Fotos. Ist das also ein Dauerzustand? Kann man darüber berichten, handelt es sich doch vorwiegend um Wohngebiete, in dem überwiegend Menschen mit Migrations- oder Fluchthintergrund leben? Ja, man kann und man muss. Unsere Analysen haben ergeben, dass viele der dortigen Bewohner schon mehrere Jahre in Nordhausen leben und wohnen und sich während ihres Aufenthaltes vielleicht mit den grundlegenden Regeln eines Zusammenlebens anfreunden konnten.

Deshalb haben wir in der Landkreisverwaltung, die für die Abfallentsorgung fachlich verantwortlich zeichnet, nachgefragt: Wie viel höher ist das Aufkommen an Standorten, wo viele Menschen mit Flucht- oder Asylhintergrund wohnen?

Die Antwort dazu fällt ein wenig dürftig, genauer gesagt, oberflächlich aus. Da ist von “Großwohnanlagen wesentlich höher als in privaten Haushalten. Vermutlich begünstigt die „anonyme“ Entsorgungssituation in den Mülleinhausungen, dass in großen Wohnblöcken weniger Abfälle getrennt gesammelt oder entsorgt werden und Fehlwürfe niemals tatsächlich den Verursachern zugeordnet werden können. “So werden beispielsweise die sonst kostenfrei zu entsorgenden Abfallarten (Verpackungen aus Kunststoff und PPPK) nur unzureichend oder gar nicht getrennt bereitgestellt. Aufgrund dessen werden in großen Wohnanlagen in der Regel größere Tonnen eingesetzt.”

Also Großwohnanlagen? Die aber gibt es auch in Nordhausen Nord, am Welfenweg oder im Zentrum von Nordhausen. Erst einige Zeilen später wird man konkreter: “Bisher gab es zum Beispiel wenig Informationsmaterialien für Großwohnanlagen, auch dem Thema der Mehrsprachigkeit von Infomaterialien zur Abfallentsorgung soll in Zukunft mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Seit kurzem steht unter dem neuen Downloadbereich auf unserer Internetseite eine ganzheitliche Übersicht zur Abfalltrennung zur Verfügung und diese soll es bald auch in anderen Sprachen geben.”

Die Verwaltung verspricht Einsicht und Besserung. “Bisher gab es z.B. wenig Informationsmaterialien für Großwohnanlagen, auch dem Thema der Mehrsprachigkeit von Infomaterialien zur Abfallentsorgung soll in Zukunft mehr Aufmerksamkeit geschenkt werden. Seit kurzem steht unter dem neuen Downloadbereich auf unserer Internetseite eine ganzheitliche Übersicht zur Abfalltrennung zur Verfügung und diese soll es bald auch in anderen Sprachen geben.”

Letztlich aber entstehen durch die zusätzlichen Entsorgungen Kosten für den Entsorger, der sich die von den Eigentümern “zurückholt”. Die Eigentümer von Großwohnanlagen bezahlen entsprechend der mit Hauptwohnsitz gemeldeten Personen, der vorhandenen Abfallbehälter und der vorgenommenen Entleerungen objektgenau Abfallentsorgungsgebühren an den Landkreis. Das Entsorgungsunternehmen ist im Auftrag des Landkreises unterwegs und erhält gemäß unseres Abfallentsorgungsvertrages die vereinbarten Entgelte. Nicht zum Entsorgungsumfang gehört allerdings das Beräumen von Einhausungen oder das Beräumen der Zuwegungen, um zu den Abfallbehältern zu gelangen. Dies hat das Entsorgungsunternehmen weder in der Vergangenheit erledigt, noch wird es dies in der Zukunft vornehmen.

Alle Behälter sind mit Transpondern versehen und jede Entleerung wird gezählt. Sollten die Behälter nicht im üblichen Entsorgungsrhythmus entleert werden können, ist vom Eigentümer eine Zusatzentsorgung zu beauftragen. “Gemäß Satzung fallen für jede zusätzliche Entsorgung je Behälter 25 Euro an. Insgesamt liegen die Abfallentsorgungsgebühren für das Objekt Hallesche Straße bei 28.000 Euro und bei der Sundhäuser Straße bei rund 23.000 Euro. Es gab mehr als 60 Zusatzentsorgungen.

Die anfallenden Abfallentsorgungsgebühren werden vom Eigentümer in Nebenkostenabrechnungen umgelegt. Diese Weiterberechnung erfolgt zumeist auf Basis der Quadratmeter je Wohnung. Alleinstehende Personen in größeren Wohnungen haben somit schon erhebliche Nachberechnungen erhalten. Das hat eine Anwohnerin berichtet. Die Entsorgungssituation der Halleschen Straße/Sundhäuser Straße war auch im letzten Integrationsbeirat thematisiert. Hier wurde auch besprochen, wie die Abfallwirtschaft mit Angeboten vor Ort zur Abfalltrennung- und -entsorgung Unterstützung leisten kann.

Die von den Lesern angesprochenen beiden Objekte haben in den vergangenen Jahren mehrere Eigentümerwechsel und auch Wechsel bei den verantwortlichen Personen vor Ort oder zum Beispiel den Hausmeisterdiensten erfahren. Und hier liege nach Erkenntnis der Fachleute vom Amt die Hauptursache für die immer wieder wahrzunehmenden desolaten Zustände rund um die Abfallbehälter und Mülleinhausungen. “Es wurde uns berichtet, dass die Entsorgungsmodalitäten zum Sperrmüll nicht bekannt sind und keine ausreichende Betreuung der Objekte vorhanden ist. Seit November ist uns ein neuer Hausmeisterservice benannt worden und tatsächlich ist rein optisch bereits eine leichte Verbesserung der Situation wahrzunehmen”, berichtet Fachbereichsleiterin Katrin Materlik der nnz.

Na, dann können unsere Leser ja beruhigt ins nächste Jahr blicken, denn da sollte es zumindest bei der Unterrichtung im Fach “Abfalltrennung” innerhalb der Integrationskurse eine Besserung geben.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg

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Kommentare
nichtbekannt
28.12.2023, 14:45 Uhr
Unsere Neu Nordhhäuser.
Die hintere Müllbuchte bei dem SWG Block habe ich oft genug als Angestellter einer Dienstleistungsfirma sauber gemacht und was daneben gestanden hat wegefahren. Müll Sperrmüll Elektrogeräte usw. Die dort wohnen sammt ihren Plünder in den Gitterboxen einsperren.
wissender
28.12.2023, 14:52 Uhr
Das ist doch gewünscht
diese "bunte" Gesellschaft, jedenfalls von denentsprechenden Politikern der GRÜNEN, und der LINKEN. Wenn sich so ein deutscher Grundstückseigentümer verhält steht das Ordnungsamt auf der Matte. Dort fahren sie sehenden Auges vorbei, dass könnte ja Ärger geben.
Es ist erschreckend wie unsere Ordnung von solchen ..... mit Füßen getreten wird. Scheint aber unsere Zukunft zu sein.
copper
28.12.2023, 14:53 Uhr
Das ist Integration,
wie sie unsere Regierenden toll finden.
solche Fachkräfte musst Du in Deiner Firma haben, da läuft es.
Wir werden lesen was die Gutmenschen zur Verteidigung dieser Fachkräfte schreiben.
Gute Nacht , aber das sagt ja eine Vielzahl von Bürgen schon seit Jahren !
Guten Rutsch
ChristianNDH
28.12.2023, 14:55 Uhr
Doch es ist so schwer, aber leicht erklärt.
Der Integrationsbeirat bekommt hier aufgezeigt, was er so alles bewegen kann, wenn er sich um seine Klientel kümmert. Genau, nämlich NICHTS.
Es ist den Schutzsuchenden eben weitestgehend egal, wie das so bei uns läuft. Die Lernkurve ist wie bei den Integrationskursen, Deutschkursen und allen anderen Untertützungsleistungen eher flach, was die Bewälltigung des täglichen Lebens hier bei uns angeht. Unterkunft und Geld werden gerne genommen.
Wenn ich lese, dass was da schon an Entsorgungskosten zusätzlich zusammengekommen ist, bin ich echt entsetzt. Die Nebenkosten tragen nämlich der Steuerzahler und nicht die Verursacher.
Adavia
28.12.2023, 15:38 Uhr
Nach bunt kommt Dreck
Hey, nun seid mal nicht so. Erst Teddybären werfen und dann wundern, wenn Dreck zurückfliegt. What you see is what you get. Ist doch alles völlig egal, in diesem Land sind die Messen gesungen.
Marino50
28.12.2023, 16:20 Uhr
Spiegel unserer Stadt
Wenn Auswärtige die B 80 in unsere Stadt fahren, sehen sie als erstes Müll und Dreck in der Halleschen Straße und an dem Block Ecke Sundhäuser Straße. Es ist grauenhaft anzusehen und es ändert sich gar nichts.
Aber es sieht nicht bei jedem größeren Block so aus. Der Vermieter achtet da schon mit drauf. In der Halleschen und Sundhäuser Straße hat man sicher aufgegeben. Aber große Nobelkarren stehen geputzt neben den übervollen Müllkäfigen mit Sperrmüll umgeben. Geht man ein Stück weiter in Richtung "Hans Sachs" bis Einfahrt Nordbrand stehen abgewrackte Autos.
Betrachter
28.12.2023, 18:26 Uhr
Oft ist es so
dass unsere Dauergäste ihre Kinder zum Müllwegbringen schicken. Wenn diese dann noch von kleinerer Statur sind, wird der Müll einfach vor dem Behälter abgelegt. Habe ich schon mehrfach beobachtet, gerade in der Sundhäuser Straße. Zum anderen gibt es in vielen Mehrfamilienhäusern und Wohnblöcken mehrsprachige Hinweistafeln, wie man Müll trennt, wo was hingehört usw. Nur klappt es dann auch nicht besser, es ist den meisten egal!
Rob2000
28.12.2023, 18:53 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Anm. d. Red.: Verstoß gegen AGB
Echter-Nordhaeuser
28.12.2023, 19:06 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Bezug zum Artikel?
Rob2000
28.12.2023, 19:34 Uhr
In der Heimat sieht
es bei den meisten nicht besser aus...
In den wenigsten Ländern da unten gibt es eine voll intakte und Funktionierende Müllabfuhr.
P.Burkhardt
28.12.2023, 20:11 Uhr
Na bitte...
...die Schuldigen sind gefunden ! Bis 2015 war unsere Stadt überall blitzblank, man konnte in Ost und in der Halleschen Straße vom Boden essen.... oder täuscht mich da meine Erinnerung ?
Harzfan
28.12.2023, 22:10 Uhr
Es ist nicht schwer
Was hat uns länger hier Lebende dazu veranlasst, vor Jahrzehnten anzufangen, den Müll sorgfältig zu trennen? Weil uns die Notwendigkeit logisch erschien, weil die Umstellung jetzt nicht soooo schwer war für Menschen aller Schichten im unterschiedlich kognitiven Bereich, weil die Umstrukturierung uns recht leicht gemacht wurde, weil es auch Kontrollen gab damals. Welche von den genannten Punkten versagt denn jetzt dort bei diesen Menschen?
grobschmied56
28.12.2023, 23:48 Uhr
Wer halb Kalkutta ...
... aufnimmt, der rettet nicht Kalkutta, der wird zu Kalkutta.
(Peter Scholl-Latour, langjähriger Auslandskorrespondent und Nah-Ost-Kenner)
Alex Gösel
29.12.2023, 00:01 Uhr
Vermieter UND Behörden sind in der Pflicht!
Das angesprochene Problem ist doch nun schon einige Jahre alt und es interessiert den Vermieter und auch seinen Vorgängern, der MiDeWo Nordhausen GmbH und der WBG Nordhausen. leider recht wenig. Allerdings muss ich dazu sagen, dass heute die Müllberge vor den Müllboxen entfernt wurden, natürlich wird das auf die Betriebskosten umgeschlagen. Zahlen tuns ja die Behörden bzw. der Steuerzahler.

Allerdings ist nicht nur dies das einzige Problem in den beiden Blöcken. Hier gibt es auch seit einigen Jahren sehr starken Insektenbefall, um genauer zu sein Ameisen- und Schabenbefall. Erst vor gut einer Woche wurde endlich ein Kammerjäger eingeschaltet, dieser benötigt jedoch Spezialköder. Vorher muss er auch wieder ein Angebot an den Vermieter schreiben und die Köder kaufen. Also ist dies auch wieder mit großen Aufwand/Kosten verbunden. Ich bin schon sehr gespannt, ob und wann es hier weitergeht.

Ebenso ist aufgrund der Vermüllung ein Nagerbefall nicht ausgeschlossen. Dem Vermieter wurde auch dieses Problem mitgeteilt mit der sinngemäßen Auskunft dass sie sowas weniger interessieren würde. Klar, sitzt der derzeitige Vermieter, die Cinthia Real Estate GmbH, in Mülheim an der Ruhr. Also weit weg vom Problem Nordhausen.

Auch gibt es kein Vermieterbüro mehr in den angesprochenen Blöcken, ebenso ist ein Aushang über Harvariedienste und ein Notdienst Fehlanzeige, schon seit MONATEN. Auch einen Hausmeister oder ähnliches sucht man meist vergeblich!

Weiterhin gibt es diverse Mängel in einigen Eingängen wie defekte Haustürschlösser und -türen, aufgerissene Briefkästen (Was ist eigentlich mit dem Postgeheimnis?) und diverse andere Kleinig- und Großigkeiten, wie defekte Treppenhausbeleuchtung und defekte Abwasser- und Fäkelrohre. All diese Mängel wurden mehrfach den Vermietern gemeldet - immer ohne Reaktion!

Klar ist nur eines: dieser Vermieter ist ein Kapitalist wie er im Buch steht. Absahnen, aber keine Arbeit mit diesen Wohnungen haben, die Mieter sind ihm, gelinde gesagt Scheißegal, oder täusche ich mich hier?

@Betrachter: Sie scheinen in einen der betroffenen Blöcke zu wohnen, es wäre sehr interessant, sich mal mit Ihnen zu unterhalten! Vielleicht kann ja die NNZ einen Kontakt vermitteln?
geloescht.20250302
29.12.2023, 12:09 Uhr
Sie nostalgisieren, lieber Grobschmied!
Scholl-Latour hat berichtet, als die Kanzler noch Brandt, Schmidt, Kohl hießen und ihren Amtseid "Zum Wohle des Deutschen Volkes" ernst nahmen.

Ich habe damals tatsächlich gebannt ÖR geguckt, wenn es hieß "Reportage von Peter Scholl-Latour".

Und ich dachte, ok, er wird dafür bezahlt, ganz weit weg zu sein.

Heute bezahlen wir dafür, ganz nah mittendrin zu sein.
Betrachter
29.12.2023, 13:12 Uhr
Alex
ich war da mehrmals arbeitsbedingt vor Ort und man konnte miterleben wie es immer schlimmer wurde. Innerhalb der Häuser Hallesche/Sundhäuser sieht es nicht besser aus...
diskobolos
29.12.2023, 15:22 Uhr
Der Beitrag wurde gespeichert und die Freigabe beantragt.
Alex Gösel
24.03.2024, 23:57 Uhr
Es geschehen noch Wunder!
Mittlerweile wird sich recht vernünftig um die Vermüllung gekümmert und auch ein Kammerjäger war mittlerweile vorort und hat auch Köder ausgelegt, allerdings erst, nachdem das Gesundheits- und Ordnungsamt Nordhausen sich eingeschalten hat.

Allerdings besteht immernoch das Problem, dass es keinen direkten und vernünftigen Ansprechpartner und Harvariedienst gibt. Aushänge und ein Vermieterbüro fehlen bis heute völlig! Weiterhin besteht das Problem der defekten und immer offenstehenden Haustüren, also für jeden Dieb eine Einladung und weitere Kleinig- und Großigkeiten!

Deswegen gilt meine Kritik immernoch: dieser westdeutsche Vermieter ist ein profitorientierter Kapitalist, dem sind die Menschen in seinen Häusern doch im Grunde scheißegal. Was zählt ist sein Profit - koste es, was es wolle!
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