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Mi, 17:45 Uhr
24.07.2024
fast abgeschlossen:

Forschungsprojekt zu den Luftangriffen

Im Juni 2024 fragte die AfD-Stadtratsfraktion nach dem Stand zum „Forschungsprojekt 1945“, das die verheerenden Luftangriffe auf Nordhausen wissenschaftlich aufarbeiten soll. Das 2018 vom Stadtrat beschlossene Vorhaben, dessen Ergebnisse bereits 2022 erwartet waren, hatte sich immer wieder verzögert. Jetzt gibt es Antworten aus dem Rathaus…

Nordhausen im April 1945 (Foto: W. Steinmann/Stadtarchiv Nordhausen) Nordhausen im April 1945 (Foto: W. Steinmann/Stadtarchiv Nordhausen)
Oberbürgermeister Kai Buchmann reagierte auf die Anfrage und legte Details zum Projektstatus offen. Das Forschungsvorhaben, mit einem anfänglichen Kostenrahmen von 80.000 bis 100.000 Euro veranschlagt, gilt nach eigener Aussage als das bislang größte geschichtswissenschaftliche Projekt, das die Stadt Nordhausen eigenständig in Auftrag gegeben hat.

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Buchmann erläuterte, dass das Projekt nicht nur die Bombenangriffe selbst, sondern auch deren Hintergründe, Opfer und die damit verbundene Erinnerungskultur untersuchen soll. Ein wissenschaftlicher Beirat, bestehend aus Experten verschiedener Universitäten, begleitet die Forschungsarbeit seit ihrer Initiierung im Juni 2019.

Trotz der Verzögerungen betonte der OB den Wert des Projekts. Es habe bereits wertvolle Beiträge zu parallelen Gedenkprojekten geleistet, darunter die Sanierung des Ehrenfriedhofs und eine laufende Ausstellung im Museum Flohburg mit dem Titel "Nordhausen April 1945. Orte des Erinnerns".

Finanzielle Unterstützung erhielt das Projekt durch zusätzliche Fördermittel. Die Staatskanzlei steuerte 20.000 Euro für Sachkosten, Werkverträge mit ausländischen Hilfskräften und Tagungskosten bei. Weitere 10.000 Euro wurden von den Sparkassenstiftungen Hessen-Thüringen und Nordhausen für die Drucklegung der Studie zugesagt. Somit konnten insgesamt 30.000 Euro an externen Fördermitteln eingeworben werden, was die finanzielle Belastung für die Stadt reduziert.

„Der aktuelle Zeitplan, der mit dem Beirat, einer Fachlektorin und einem Fachverlag abgestimmt ist, sieht die vollständige Manuskriptabgabe zum 4. August 2024 vor“, so Buchmann in der Antwort auf die AfD-Anfrage.

Der beauftragte Wissenschaftler, Jens Schley, stand vor der Herausforderung, die umfangreichen Forschungsergebnisse zu einem kohärenten Werk zusammenzufassen. Laut Buchmann befindet sich Schley derzeit im Prozess der abschließenden Niederschrift.

Die Verzögerungen haben in der Stadtgesellschaft für Diskussionen gesorgt. Die AfD kritisierte, dass seit April 2022 nichts mehr zum Projekt zu vernehmen war und es zwei Jahre über den geplanten Abschlusstermin hinaus andauert.

Das Forschungsprojekt berührt einen sensiblen Punkt in der Stadtgeschichte Nordhausens. Die Luftangriffe vom 3. und 4. April 1945, bei denen große Teile der Stadt zerstört wurden, sind bis heute Gegenstand kontroverser Debatten. Fragen nach den genauen Opferzahlen und den militärstrategischen Motiven der Alliierten für das Flächenbombardement kurz vor Kriegsende sind nach wie vor umstritten.

Mit der wissenschaftlichen Studie erhofft sich die Stadt eine fundierte Grundlage für die weitere Auseinandersetzung mit diesem schwierigen Kapitel ihrer Geschichte. Sie soll nicht nur neue Erkenntnisse liefern, sondern auch zur Weiterentwicklung der lokalen Erinnerungskultur beitragen.

Die Stadtverwaltung hat zugesichert, die Öffentlichkeit über den weiteren Fortgang des Projekts auf dem Laufenden zu halten.
Autor: psg

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Kommentare
SpatzNDH
28.07.2024, 01:55 Uhr
Ausländische Hilfskräfte ?
Mich würde interessieren wofür diese ausländischen Hilfskräfte benötigt werden, wenn der Herr Schley für diese Arbeit als promovierter Historiker (der er nicht war) bezahlt wird? Wie wurden diese Hilfskräfte gefunden? Hat man promovierter Mitbewerber für diese Arbeit kontaktiert? Schließlich wurde es ja als internationales Forschungsobjekt damals vom Stadtrat beschlossen u ich nehme mal an, dass es nach einer internationalen Ausschreibung damals auch sehr viele Bewerber aus dem Ausland , v.a. auch aus den UK, wo es ein exzellente Studienzentren zu Modern German History gibt, gegeben hat. Diese Mitbewerber müssen ja auch promovierte Historiker gewesen sein, wurden sie kontaktiert ob sie nicht dazu schon geforscht hatten? Dann kann man sich nämlich viel Geld und das Einwerben von noch mehr Geld sparen, um dasselbe noch einmal zu "erforschen". Damals wurden auch nur 80 000 € und nicht 80 000 bis 100 000€ vom Stadtrat beschlossen. Gab es Ausschreibungen, zB auf HNET, für die Anwerbung der ausländischen Hilfskräfte? Sind das Experten, was haben die für Hr Schley erledigt. Nach welchen Kriterien würden diese ausgewählt? Hat Hr Schley sie aus seinem Werkvertragsbudget bezahlt? Und wer ist dieser Expertenrat? Sind das die Kollegen mit denen Herr Schley an der Uni Erfurt schon vor seiner sehr überraschenden Auswahl als promovierter Historiker (ohne Dr.) gearbeitet hatte und von denen er dann damals "ausgewählt" wurde, obwohl er weder internationale Erfahrung hatte, noch zum Thema je geforscht hatte, noch promoviert war/ ist? Hr Buchmann gibt wieder mal keine Details bekannt und windet sich um eine klare Antwort. Und den Stadtrat - außer der bösen AfD- interessiert es 5 Jahre lang nicht wofür unsere Gelder verwendet werden. Wer nach 3 Jahren, in 2022 den Werkvertrag noch nicht nicht erfüllt hatte, dürfte 2 Jahre später überhaupt nicht mehr unter Vertrag stehen, wegen Nichterfüllung.
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