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Fr, 10:02 Uhr
18.10.2024
Ein Geschichte vom Aufbruch

Raus aus dem Job, rein ins Leben

Was tun, wenn der Job, mit dem man sein Geld verdient, keinen Sinn mehr macht und erst recht keine Freude? Wenn man sich trotzdem täglich weiter hinschleppt, bis das zur regelrechten Qual wird? Christof Jauernig war Unternehmensberater und fand sich genau in dieser Situation wieder. Kommende Woche erzählt er seine "Aufbruchsgeschichte" in der Stadtbibliothek Nordhausen...

Es gibt nicht wenige Menschen, denen es so geht, die am liebsten ausbrechen wollten. Wäre da nicht diese große Unsicherheit, wie es jenseits des gekündigten Arbeitsvertrags weitergeht. Christof Jauernig stand genau an diesem Punkt. Er fasste sich ein Herz, kündigte seinen Job und reiste, ohne Plan für danach, ein halbes Jahr lang mit dem Rucksack durch Südostasien. Jetzt ist er erneut unterwegs und erzählt von seinem Ausstieg, seiner Reise, und wie er die Freude am Leben wiederfand. Eine Geschichte, die inspiriert und Mut macht, wie die Resonanz auf seine Veranstaltungen zeigt. https://www.unthinking.me

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Als Analyst einer Unternehmensberatung hatte Jauernig seit Jahren eine angesehene Arbeitsstelle mit unbefristetem Vertrag und respektablem Gehalt. Zu seinen Haupttätigkeiten gehörte das Erarbeiten von Analysen und Studien zu Themen der Bankenbranche. Zunehmend jedoch fühlte er sich unwohl in der von Umsatzzielen dominierten Arbeitsatmosphäre und entfremdet von der kriselnden Bankenwelt, die er untersuchte. Aber er blieb. Wie viele, aufgrund der scheinbar unausweichlichen Notwendigkeit, für Karriere und gutes Einkommen die Zähne zusammen zu beißen. „Ich musste mich jeden Tag zwingen, in ein Büro zu gehen, in dem ich nicht sein wollte, um Dinge zu tun, die ich nicht mehr machen wollte“, sagt Jauernig.

Gedanken verloren | Unthinking - Christof Jauernig erzählt am Mittwoch seine Geschichte in der Stadtbibliothek (Foto: Moritz Jacobi) Gedanken verloren | Unthinking - Christof Jauernig erzählt am Mittwoch seine Geschichte in der Stadtbibliothek (Foto: Moritz Jacobi)


Erst, als seine inneren Widerstände übergroß geworden waren, fällte er den intuitiven Entschluss, den Analystenjob hinter sich zu lassen – noch ganz ohne „Plan B“. Ein Wendepunkt in seinem Leben: „Ich war wie elektrisiert. In meiner Brust breitete sich ein Gefühl von Wärme aus, das tagelang nicht wegging.“ Bald nach seinem letzten Arbeitstag brach Jauernig auf eine sechsmonatige Rucksackreise durch acht Länder Südostasiens auf. Über 4.000 Kilometer legte er auf dem Motorroller zurück.

Rückblickend beschreibt er diese Zeit als ein magisches Erlebnis, bei dem Entschleunigung und die
Wiederentdeckung der Schönheit der Natur um ihn herum, für die er jetzt wieder Augen und Zeit hatte, eine große Rolle spielten. „Es ging mir darum, mich wirklich im Hier und Jetzt zu verwurzeln und die Fixierung auf die unsichere Zukunft loszulassen.“ Das sei gut gelungen. Nicht ein einziges Mal habe er seine Kündigung bisher bereut.

Die Augenblicke seiner Reise hielt der Frankfurter fotografisch fest und teilte die Bilder zusammen mit notierten Reiseimpressionen mit seinen Freunden auf Facebook. Weil ihn viel positive Resonanz
erreichte, beschloss er, nach seiner Heimkehr daraus eine Ausstellung zu machen. Die Vernissage, mit projizierten Fotografien und von eigenen Klavierimprovisationen unterlegten rezitierten Texten, wurde ein voller Erfolg. „Als ich in den Augen mancher Gäste Tränen sah, dämmerte mir, dass ich eine Sehnsucht berührt hatte, die anscheinend nicht wenige Menschen in sich tragen. Und dass ich damit jetzt nicht einfach wieder aufhören kann.“ So wurde aus dem Abend der Auftakt einer ungeplanten Veranstaltungsreise. Mit dem Teilen seiner Geschichte möchte Jauernig Menschen Mut machen, auch solchen, die sich auf ihrem beruflichen oder sonstigen Lebensweg ihrerseits in einer Sackgasse oder Umbruchsituation befinden. „Ich erkläre dabei Jobausstieg und Asienreise nicht zum Allerheilmittel für jeden, sondern möchte vermitteln, wie wichtig es ist, die eigenen inneren Wünsche und Wahrheiten wahr- und ernst zu nehmen“ sagt er. „Und ich will zeigen, dass das Betreten von unbekanntem, vermeintlich unsicherem Terrain in der eigenen Biographie nicht in Absturz und Depression münden muss.“ Dass der 51jährige damit den Nerv der Zeit zu treffen scheint, wird auch an der breiten Palette von Einrichtungen deutlich, die ihn einladen. Dazu gehören psychosomatische Fachkliniken und Erwachsenenbildungsstätten, Verbände, konfessionelle Einrichtungen und Kleinkunstbühnen bis hin zu Banken.

Seit Oktober ist Christof Jauernig mit seiner Aufbruchsgeschichte „Vom Analyst, der ging, um die Welt mit dem Herzen zu sehen“ erneut in ausgewählten Städten unterwegs. Nachdem er vergangenes Jahr dort bereits mit seinem Programm „Eintausendmal Lebensglück“ zu Gast war, tritt er am Donnerstag, 24.10., erneut im Ratssaal der Stadtbibliothek „Rudolf Hagelstange“ in Nordhausen auf (Nikolaiplatz 1) – auf Einladung Ihres Fördervereins Nicolai in foro e.V. Die Veranstaltung beginnt um 19:30 Uhr.

Der Eintritt kostet 10 Euro. Kartenvorverkauf/Reservierung: In der Stadtbibliothek oder Tel. 03631-696 9 267, E-Mail bibliothek@nordhausen.de.
Autor: red

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