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Di, 09:30 Uhr
28.01.2025
Aus dem Kulturausschuss

Ein Jahresrückblick, neue Gebühren und drei Zuschüsse

Als die Nordhäuser Stadtbibliothek vor über zehn Jahren in ihre neue Heimstatt umzog, ging das mit dem Verspreche einher, nun mehr zu sein als eine reine Ausleihstätte. Auch Bildungsort, Kulturraum und Treffpunkt sollte das Haus sein. Wie die Sache eine Dekade später steht, hat Bibliotheksleiterin Marie-Kathrin Haase gestern im Kulturausschuss vorgestellt…

In der Stadtbibliothek zählte man im vergangene Jahr rund 96.000 Besucher (Foto: Vincent Eisfeld, Nordhausen-Wiki) In der Stadtbibliothek zählte man im vergangene Jahr rund 96.000 Besucher (Foto: Vincent Eisfeld, Nordhausen-Wiki)


Das vergangene Jahr hielt für die Nordhäuser Stadtbibliothek Rudolf Hagelstange einiges an Höhepunkten bereit. Zum 10. Geburtstag wurde nicht nur eine ganze Woche lang Bibliotheksfest gefeiert, man war auch Ausrichter des Thüringer Bibliothekstages und wurde als deutsche Bibliothek des Jahres geehrt.

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Auch den Zahlen nach stand man 2024 gut da, konnte Chef-Bibliothekarin Marie-Kathrin Haase gestern im Kulturausschuss der Stadt verkünden. Rund 96.000 Besucher zählte man im alten Jahr, gute 11.000 mehr als in 2023. Mit rund 121.400 Ausleihen lag man weitestgehend konstant, die Zahl der Nutzer stieg um rund 200 Personen.

Anziehnungspunkt sind dabei nicht alleine Bücher, Filme und Hörspiele - die kann man über die „Onleihe“ gestern auch digital von der heimischen Couch aus leihen, sondern vor allem eine breite Palette an Veranstaltungen. Im Bürgerhaus zählte man derer 734 im vergangenen Jahr, knappe 400 Veranstaltungen gingen dabei auf das Konto der Bibliothek und ihrer Partner.

„Die Bibliothek wird wahrgenommen und die Angebote angenommen. Wird sind der Ort der Begegnung, des Lernens und des Aufenthalts, der wir immer sein wollten“, sagt Haase im Ausschuss. Fester Bestandteil dessen sind die Bildungsangebote, vor allem für Jung- und Erstleser. Bei den „Leseäffchen“, einem Projekt für Kindergartenkinder, machen inzwischen alle Kindertagesstätten im Landkreis mit und der Sommer-Leseclub der „Leseratten“ verzeichnete mit 40 erfolgreichen Teilnahmen im alten Jahr einen neuen Rekord. Erfolg heißt hier: die Kinder haben über die Sommerferien sechs Bücher gelesen und eine Reihe Fragen dazu beantwortet.

2024 war für die Bibliothek auch ein Jahr der Experimente, mit einer ganzen Palette an neuen Veranstaltungen suchte man neue Nutzergruppen zu erschließen. Dazu gehören unter anderem Filmvorführungen, zum Teil in Originalsprache mit Untertiteln, Häkeltreff und Gaming-Nachmittag. Laut Haase sind alle neuen Formate bis auf eines gut angenommen worden, lediglich den „Manga Club“ hat man in diesem Frühjahr aufgrund fehlender Nachfrage wieder eingestellt.

Ganz neu im Programm ist seit Mitte vergangenen Jahres auch die „Bibliothek der Dinge“, die das Angebot des Hauses um eine Vielzahl an Gegenständen erweiterte. Die ersten „Hits“ waren „Tonie-Box“ und „Steel Drum“, sowie Schnitzmesser und Energiespar-Set, insgesamt wurden 64 „Dinge“ ausgeliehen.

Möglich machen das alles neben acht hauptamtlich Angestellten auch freiwillige Helfer und Ehrenamtliche, von denen es aktuell neun gibt. „Ohne diese Unterstützung könnten wir viele unserer Veranstaltungen nicht stemmen, die Ehrenamtlichen sind mit Herz und Seele dabei und auch für die Unterstützung durch Partner wie den Förderverein oder die Hochschule sind wir sehr dankbar“, sagt Haase. Das „Corona-Tief“ habe man hinter sich gelassen, für das neue Jahr hofft man an der Marke von 100.000 Besuchern kratzen zu können.

Weihnachtsmarkt, Gebühren und Unterstützung
Als Erfolg betrachtet man im Rathaus auch den jüngsten Weihnachtsmarkt, eine finale Auswertung mit den Händlern steht noch aus, berichtete Marco Wohlenberg, der Leiter des Stadtmarketings. Im Zuge dessen suche man auch das Gespräch mit den Beteiligten und der Polizei, um die Absicherung künftiger Feste und Veranstaltungen zu besprechen. Ein Kostentreiber seien erneut die GEMA-Gebühren gewesen, wobei man bereits seit 2023 in Teilen auf GEMA-Freie Musik setze.

Um Gebühren ging es auch im nächsten Punkt, die Stadt plant die Sondernutzungsgebühren zu überarbeiten. Zum einen sollen Veranstalter Flächen in Zukunft nur noch maximal ein Jahr im Voraus beantragen können, im Minimum müssen drei Monate vor Veranstatlungsbeginn liegen. So könne man sicherstellen, dass einzelne Veranstalter nicht Flächen auf Jahre hinaus belegten, erläuterte Bürgermeisterin Rieger. Weiterhin soll der Augsut-Bebel-Platz in Zukunft auch in kleineren Teilstücken für Veranstaltungen nutzbar sein. Bisher galt hier mehr oder minder das Prinzip „ganz oder gar nicht“.

In Anbetracht der angespannten Haushaltslage wird auch darüber nachgedacht, Erleichterungen aus der Corona-Zeit wieder zurückzunehmen und bestimmte Gebühren anzuheben. Dafür habe man sich vergleichbare Städte wie Ilmenau, Eisenach und Weimar angesehen. Auf der Wunschliste stehen etwa Gebühren für Werbeaufsteller im Außenbereich, für Großflächenwerbung oder auch für Fahrradständer vor Geschäften. Die Sinnhaftigkeit letzteren Punktes wurde von mehrere Ausschussmitgliedern in Frage gestellt. Die Entscheidungen zum Für oder Wider wird man im Stadtrat treffen müssen.

Letzter Punkt auf der Tagesordnung: die institutionelle Förderung für die Jugendkunstschule, das IFA-Museum und den Park Hohenrode. Die Kunstschule soll von der Stadt wie im vergangenen Jahr Fördermittel in Höhe von 33.000 Euro als Zuschuss für laufende Zwecke erhalten. Damit verbunden ist der Zugang zu Landesmitteln - bringt sich die Stadt ein, zieht auch das Land in der Kulturförderung mit. Für das IFA-Museum sollen wie zuvor Mittel in Höhe von 44.000 Euro freigegeben und zur Abfederung der Mietkosten genutzt werden. Im Park Hohenrode wird die Parkpflege mit 35.000 Euro unterstützt, gut angelegtes Geld wie Bürgermeisterin Rieger meint, der Park sei ein Kleinod der Stadt und habe sich als auch als Veranstaltungsort etabliert. Allen drei Anträgen stimmte man im Ausschuss zu, ob sich die Damen und Herren auch im Stadtrat so einig sind und gleichziehen, muss die nächste Sitzung zeigen.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
Filzstift und Lineal
28.01.2025, 12:45 Uhr
Sind die Bürger der Geldautomat für Bürgermeister Buchmann?
Die nachsten Gebühren sollen also steigen? Super! So werden wir BürgerInnen zum Geldautomaten für den OB, dem Finzverantwortlichen im Rathaus. Was kommt noch alles nach Parkgebühren, Kitagebühren, Wasser und Abwasser, Bus und Straßenbahn??
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