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Mo, 15:10 Uhr
14.04.2025
53. Südharz-Hunderter

Eis in den Trinkflaschen

„Zwischen Josephskreuz und Kyffhäuserdenkmal“ – so benannte Bodo Schwarzberg die 53. Ausgabe seiner Traditions-Langstreckenwanderung Süd-Harz-Hunderter am vorvergangenen Wochenende. Denn die Route war etwas ganz Besonderes...

Erstmals in den mehr als zwei Jahrzehnten der von mir organisierten Langstreckenwanderungen begaben wir uns am 5. und 6. April auf eine 100 Kilometer lange Rundstrecke, das heißt, nach 100 Kilometern erreichten die Teilnehmenden wieder den Startort. Bisher nahmen wir mit Nordhausen-Halle oder Seesen-Eisleben (150 km) fast immer „A-B-Strecken“ unter die Füße, bei der Start- und Zielort nicht identisch sind.

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Dabei stieß die ausgewählte Route mit Start und Ziel Bahnhof Berga-Kelbra auf so viel Gegenliebe, dass sich die meisten Teilnehmenden trotz der vielen An- und Abstiege alsbald eine Wiederholung wünschen. Denn im Vergleich zu Nordhausen-Halle waren die Strecke und die passierten Landschftsausschnitte außergewöhnlich vielfältig: Vom malerischen Tal des Flüsschens Thyra über den Alten Stolberg mit seinen Karsterscheinungen und dem berühmten Harzer Fachwerkort Stolberg steil hinauf zur Josephshöhe, dann über die Stolberger Lutherbuche, das Hainfeld und Herrmannsacker ins Fachwerkstädtchen Neustadt und dann über den Karstweg, Nordhauen und durch das Zorge- / Helmetal zum Kyffhäuserdenkmal als krönenden Absschluss der Tour, bevor selbige am Bahnhof Berga-Kelbra fünfundzwanzigeinhalb Stunden später und mit 90 Minuten Verspätung endete.

Nach durchwanderter eisiger Nacht begrüßt uns zwischen Auleben und Kelbra nach rund 80 Kilometern die Morgensonne. (Foto: Bodo Schwarzberg) Nach durchwanderter eisiger Nacht begrüßt uns zwischen Auleben und Kelbra nach rund 80 Kilometern die Morgensonne. (Foto: Bodo Schwarzberg)


Zweimal, nach 21 Kilometern in Stolberg und nach der Marathondistanz 42 Kilometer in Neustadt, genossen wir die Südharzer Gastlichkeit, die verbleibenden 58 Kilometer wurden, bis auf eine Tankstellenpause gegen Mitternacht in Nordhausen, überwiegend durchmarschiert.

Dabei gebührt der Nordhäuser Tankstelle in der halleschen Straße unser ganz besonderer Dank: Denn der dort Dienst tuende Mann öffnete für uns Nachtwanderer netterweise seinen Verkaufsraum zum Kaffee- und Cola-Fassen, so dass wir uns auch für kurze Zeit aufwärmen konnten. Schießlich mussten wir zwischen Norhausen-Auleben, Kelbra und dem Kyffhäuserdenkmal zwar eine sternenklare, aber auch windige und vor allem frostige Nacht überstehen, die zum teilweisen Einfrieren unserer Getränkeflaschen führte.

Meine moderne Trinkblase erwies sich dabei als besonders wenig frosttauglich, da das Trinkventil vereiste und ich jedesmals, wenn ich trinken wollte, bei Tascheinlampenschein den halben Rucksack entleeren, die Trinkblase öffnen und direkt aus selbiger trinken musste, was jeweils mehrere Minuten in Anspruch nahm.

Umso mehr genossen wir nach 90 Kilometern die sonntägliche Morgensonne am Kyffhäuserdenkmal, dessen Plateau uns jedoch am zeitigen Morgen verschlossen blieb.

Zur sehr gut aufgenommenen Routenführung des 53. Südharz-Hunderters passt auch das sportliche Ergebnis: Denn alle 13 Starterinnen und Starter erreichten ihr persönliches Ziel: Angela Ernst und Britta Gaßmann erhielten nach 21 Kilometern in Stolberg ihre Urkunden, Daniel Predatsch nach 53 Kilometern am nächtlichen Wackerstadion in Nordhausen und Jim Rückert nach 56 Kilometern in der Norhäuser Innenstadt.

Die Wanderer hatten auf 100 Kilometer ca. 1.600 Höhenmeter zu bewältigen. Hier geht es einen Weg zwischen Heimkehle und Rottleberode hinauf.  (Foto: Bodo Schwarzberg) Die Wanderer hatten auf 100 Kilometer ca. 1.600 Höhenmeter zu bewältigen. Hier geht es einen Weg zwischen Heimkehle und Rottleberode hinauf. (Foto: Bodo Schwarzberg)


Die mit mir neun erfolgreichen 100 Kilometer-Aspiranten reisten aus weiten Teilen Deutschlands an. Besonders früh musste Frank Steinert aus Dresden aufstehen, um am 5. April bereits um 9:30 am Start in Berga-Kelbra zu sein. Die Stammteilnehmer Hartmut Schmidt, Dr. Christian Richter, Nina Suckale, Lutz Hollerbuhl und Peter Klahre wohnen in Elsterwerda, Jena bzw. Leipzig, Sangerhausen und Nordhausen, während Verena Schlemeier und Cord Vornkahl aus Hildesheim kamen.

Gibt es auch kritische Beobachtungen rund um die zurückliegende Langstreckenwanderung? Ja, mehrere:

So sollten sich die Eigentümer für den derzeit erreichten Zustand des Bahnhofsgebäudes Berga-Kelbra schämen. Bis um die Wendezeit herum war der Bahnhof eine belebte Umsteigestation, auf der auch Fernzüge hielten. Es gab eine Bahnhofsgaststätte, eine Fahrkartenausgabe, eine kleine Bahnhofshalle und es wurde Gepäck verladen. Hier sollte schnellstmöglich eine Lösung gefunden werden, bewor das durchaus einst attraktive Gebäude abgerissen werden muss.

Weiterhin fiel bei der Vorbeitung der Wanderung mit dem Mountainbike auf, dass gleich drei historische Wanderwege aus Richtung Kelbra in Richtung Kyffhäuserdenkmal wegen zahlreicher querliegender Bäume nicht mehr begehbar sind, so dass umgeplant werden musste. Mit der angestrebten Förderung eines sanften Tourismus' hat diese Situation rund um ein touristisches Zentrum eher nichts zu tun. Auch die Markierung und die Ausschilderung von Wanderwegen zwischen Herrannsacker und dem Hainfeld sind lückenhaft bzw. nicht immer eindeutig.

Für das laufenden Wanderjahr sind noch drei weitere Langstreckentouren geplant: Am 28. und 29.06. geht es zum zweiten Mal auf die 109 Kilometer lange Strecke von Waren (Müritz) nach Rostock durch den Mecklenburger Sand, am 25. und 26.10. auf die knapp 150 Kilometer lange West-Ost-Harzquerung (19. Harz-Hunderter Extrem) von Seesen nach Eisleben und am 13. und 14.12. auf die Stammstrecke Nordhauen Halle (54. Südharz-Hunderter).

Interessenten können sich jederzeit unter bodo_schwarzberg@yahoo.de melden.
Bodo Schwarzberg
53. Südharzer Hunderter (Foto: Bodo Schwarzberg)
53. Südharzer Hunderter (Foto: Bodo Schwarzberg)
53. Südharzer Hunderter (Foto: Bodo Schwarzberg)
53. Südharzer Hunderter (Foto: Bodo Schwarzberg)
Autor: red

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