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Mi, 08:52 Uhr
03.09.2025
Harzer Schmalspurbahn

Fahrplan für die Zukunft

Hoffentlich noch lange unter Dampf (Foto: HSB/Dirk Bahnsen) Hoffentlich noch lange unter Dampf (Foto: HSB/Dirk Bahnsen) Mehrere hundert Seiten umfasst der Fahrplan für die Zukunft der Harzer Schmalspurbahnen, der gestern in Wernigerode erstmals vorgestellt wurde. Im Fokus stehen wirtschaftliche Fragen und die Aufgabe, die alten Bahnen für die nächsten Jahre fit zu machen…

Gestern präsentierten Katrin Müller, Geschäftsführerin der Harzer Schmalspurbahnen (HSB), sowie Thomas Balcerowski, HSB- Aufsichtsratsvorsitzender und Landrat des Harzkreises, in Wernigerode die Ergebnisse des jüngst fertiggestellten Entwicklungs- und Konsolidierungskonzepts zur Zukunft des Unternehmens.

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Erstellt wurde das Konzept von der renommierten Beratungsfirma „SCI Verkehr“ aus Köln. Anlass für die Konzepterstellung war, dass die HSB in den letzten Jahren durch stark gestiegene Kosten in verschiedenen Bereichen zunehmend vor erhebliche finanzielle Herausforderungen gestellt worden war und die Situation sich im vergangenen Jahr zuspitzte. Die Bundesländer Sachsen-Anhalt und Thüringen als Aufgabenträger für den Nahverkehr sowie die kommunalen HSB-Gesellschafter reagierten darauf mit zusätzlichen finanziellen Hilfen – verbunden mit der Erwartung, dass die HSB ein nachhaltiges Konzept für ihre Zukunft entwickelt.

Die nun vorliegenden Ergebnisse der seit Januar 2025 laufenden Untersuchungen wurden zunächst am 31. Juli den Vertretern der zuständigen Ministerien in Sachsen- Anhalt und Thüringen vorgestellt und am 28. August den Gesellschaftern sowie dem Aufsichtsrat präsentiert. Am heutigen Tag informierte Katrin Müller auch die Mitarbeitenden der HSB bei einer eigens dafür einberufenen Versammlung.

Zentrale Ziele: Tradition bewahren – Zukunft gestalten
Im Mittelpunkt der Analysen stand in erster Linie die rein wirtschaftliche Betrachtung des Status Quo des Unternehmens mit dem Ziel, Maßnahmen zur Kostenbegrenzung wie zur Erlös- und Effizienzsteigerung zu entwickeln und Wege zur organisatorischen Weiterentwicklung aufzuzeigen. Besondere Aufmerksamkeit lag dabei auf dem Erhalt des 140,4 km umfassenden Streckennetzes, der Sicherung des touristisch wichtigen Dampfbetriebs, der Weiterentwicklung des HSB-Angebots als moderner Schienenpersonennahverkehr, der verlässlichen und effizienten Durchführung des Betriebes sowie auf der Steigerung von Reisekomfort und Fahrzeugverfügbarkeit.

Die Digitalisierung und moderne Technologien werden auch weiterhin eine wichtige Rolle spielen. So wurde die bereits angestrebte Umrüstung der noch betriebsfähig zu erhaltenden historischen Fahrzeuge auf umweltfreundlichere Antriebe, wie beispielsweise die Leichtölfeuerung bei den Dampflokomotiven, in die Untersuchungen einbezogen. Darüber hinaus wurde anhand verschiedener Szenarien aber auch untersucht, unter welchen finanziellen Voraussetzungen ein Weiterbetrieb des Gesamtnetzes oder nur von Teilstrecken möglich ist.

Klarer Fahrplan für Investitionen und Modernisierung
Die Ergebnisse der gründlich in die Tiefe durchgeführten Analysen belegen in Summe, dass sich bei der HSB in den vergangenen Jahren erhebliche Investitions- und Instandhaltungsrückstände aufgehäuft haben – insbesondere bei der Infrastruktur und den Fahrzeugen.

Für die nächsten zehn Jahre wird hier ein Sanierungs- und Modernisierungsbedarf in mittlerer dreistelliger Millionenhöhe erwartet. Die Handlungsempfehlungen von SCI Verkehr geben der HSB dabei neben strategischen Ausrichtungen auch einen klaren Zukunftskurs:
  • Sanierung des Streckennetzes einschließlich aller dazugehörigen Bauwerke und technischer Anlagen
  • Anschaffung einer neuen Fahrzeuggeneration in Form von Triebwagen mit alternativen Antrieben,
  • Modernisierung der zu erhaltenden Dampf- und Diesellokomotiven sowie der historischen Wagen
  • Neubau einer erweiterten Werkstatt für die Instandhaltung der künftigen Triebwagen,
  • Umsetzung von Übergangsfahrplänen, bis die Modernisierungsmaßnahmen greifen.

Ein zentrales Element ist die notwendige Modernisierung der Werkstattinfrastruktur, da die bestehende Fahrzeugwerkstatt für die Instandhaltung einer neuen Fahrzeuggeneration nicht geeignet ist. Positiv hervorzuheben ist: Ein Personalabbau ist nicht vorgesehen – die HSB bleibt ein verlässlicher Arbeitgeber in der Region.

Nächste Schritte: Gemeinsam in die Zukunft
Die nun vorliegenden Ergebnisse bilden die Grundlage für die kommenden Gespräche mit den Ländern Sachsen-Anhalt und Thüringen sowie den Gesellschaftern und Aufsichtsräten der HSB. Die anstehenden zukunftsweisenden Entscheidungen hängen maßgeblich von den künftigen Finanzierungsmöglichkeiten ab.

„Mit dem vorliegenden Konzept haben wir nun eine klare Orientierung, wie wir die HSB fit für die kommenden Jahrzehnte machen können – wirtschaftlich tragfähig, technisch modern und zugleich traditionsbewusst“, betonte Geschäftsführerin Katrin Müller.

Der Aufsichtsratsvorsitzende Thomas Balcerowski ergänzte: „Die HSB ist weit mehr als nur ein Verkehrsmittel – sie ist ein Stück lebendige Kultur und ein bedeutender Tourismusfaktor im Harz. Mit den jetzt vorgestellten Maßnahmen legen wir die Basis, diese Erfolgsgeschichte fortzuschreiben.“
Autor: red

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Kommentare
Herr Schröder
03.09.2025, 14:58 Uhr
Harzquerbahn in dieser Form unbezahlbar
Ein Beratungsunternehmen sieht laut Bild Zeitung für die nächsten 20 Jahre Investitionskosten von über 544 Millionen Euro Hinzu kommenden laufende Kosten von 253,2 Millionen Euro. Kann mal einer sagen wo die Kohle herkommen soll?
Herr Fuchs
03.09.2025, 16:40 Uhr
Na ja, Herr Schröder
mir würden eine ganze Menge Dinge einfallen, wo Geld der Steuerzahler verschleudert und verbrannt wird, statt dem eigenen Volk z.B. so eine Tradition zu bewahren.
Lautaro
03.09.2025, 18:13 Uhr
Ich bin traurig !
Meine alte Oma hat immer trotz Armut dafür gesorgt, dass ich in meiner Kindheit 3-4mal im Jahr über die Harzquerbahn mit ihr Wernigerode mit Schloss ansehen durfte.. Ich möchte jetzt nicht den Lansdale geben , aber das Schnauben der Lokomotive und das Lächeln meiner Grossmutter sind einfach Erinnerungen, welche ich richtig schön fand.
Die Harzquerbahn und das Salzabad sind nun mal Stationen meiner Kindheit. Und wer das meinen Leuten nimmt .....)
franz1985
03.09.2025, 19:22 Uhr
Bin geteilter Meinung
Tradition bewahren das ist vollkommen richtig. Dampflok sollte nicht vollständig gestrichen werden.
Aber von Montag bis Sonntag über das ganze Jahr ist sehr fragwürdig auf Grund der Kosten.
Ich persönlich würde Freitag bis Sonntag und zu Feiertagen ein Angebot bieten.
Damit bleibt die Tradition erhalten und dennoch wird Geld eingespart.
Das möchte natürlich nicht die HSB aber für die Landkreise wäre es finanzierbar und begründbar.
Loko42
03.09.2025, 20:37 Uhr
HSB als Harzattraktion
Die Schieflage der HSB kommt nicht von ungefähr, falsches Management, betriebliche Probleme, Personalmangel usw.
Die Attraktion im Harz darf nicht ausbluten, der Ostharz ist eh schon dünn besiedelt, und Nordhausen ist auch nicht gerade ein riesiger touristischer Anziehungspunkt.
Die zukünftigen Visionen , wie geschildert bieten eine neue kleine Chance den Eisenbahnbetrieb aufrecht zu erhalten. Nun nicht jammern , ranklotzen und alles Finanzielle rauskitzeln aus Bund und Ländern , mit überzeugenden Argumenten.
Ein Zeichen setzen für unsere Region , für den Osten der Republik , es ist schon genug kaputt.
Die HSB muss weiterleben vielleicht unter anderen Konzepten, aber muss ganz einfach.
mabe39
03.09.2025, 22:28 Uhr
HSB unter Dampf
Ist man für den Erhalt der HSB aus Gründen der Tradition dann geht das auch nur mit Dampfloks.
Die seit dem Ende der Neunziger Jahren zunehmenden Waldbrände im Harz sind nicht dem Funkenflug zuzuschreiben sondern den ungepflegt Zustand des Waldes im Allgemeinen.Zuviel Totholz und der Einsatz von Harvester die nur das Stammholz aus den Wald holen.
Ich wurde im Harz geboren und hatte eine Tante die im Forst 35 Jahre und ihr Mann bei der HSB Gleisbau ( genannt Rotte) gearbeitet haben.
In der DDR wurde der Wald und die Wege gepflegt .So gab es Brandabschnitte .
Heute gibt es nur noch Verwaltungs
mitarbeiter in den Forstämtern .
Die Umrüstung der Loks auf Leichtölhat es schon mal gegeben und wurde zurück gepfiffen und damals wurde es damit begründet dass ohne Dampf es keine Tradition ist und damit der Carakter der HSB verloren ginge.
Es wurden,so hieße es,Spzialfilter eingebaut um Funkenflug auszuschließen
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