Sa, 11:11 Uhr
20.09.2025
Krimilesung im Tabakspeicher
Mordsharz, die Dritte
Extra aus London war Sarah Nisi zum Mordsharz-Festival in Nordhausen angereist. Mitgebracht hatte sie ihren Psychothriller Haltlos, der von einen jungen Frau erzählt, die als einzige Zeugin mitbekommen, wie ihre beste Freundin vor die U-Bahn stürzt und stirbt...
Leider kann sie sich an nichts erinnern. War es ein Unfall? Ein Mord? Hat sie vielleicht sogar etwas damit zu tun?
Unser Gehirn ist wahnsinnig interessant, setzte die Autorin an. Es kann unsere Erinnerungen verfremden und sogar gänzlich auslöschen. Dazu recherchierte sie viel, um diesen Roman zu schreiben. Zu London selbst brauchte sie nicht ganz so viel zu recherchieren, denn die gebürtige Hildesheimerin lebt dort seit 2012. Daher weiß sie natürlich, dass die Londoner U-Bahn die älteste der Welt ist. Dieser ganze Untergrund in London fasziniert mich, erzählte sie. Und offenbar auch der Untergrund der menschlichen Psyche.
Älter als die Londoner U-Bahn (1863 erbaut) ist Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716). In Rolf Aderholds historischem Kriminalroman Leibniz und der Goldrausch ist der Universalgelehrte aber sehr lebendig und reist nach Clausthal, weil er dort ein Zentrum des Verrats (wie der Autor es nannte) vermutet.
Rolf Aderhold lebt in Hannover und sagt: Dort kommt man an Leibniz nicht vorbei. So machte er ihn zum Helden seines Buches, schrieb einen unterhaltsamen Harzkrimi, der zudem durchaus noch ein bisschen Geschichtswissen vermittelt. Auch das kam beim Mordsharz-Publikum im Tabakspeicher (dessen Auftrag im Grunde ja der gleiche ist) gut an.
Den fulminanten Abschluss des Abends gestalteten Volker Klüpfel und Katharina Spiering. Also eigentlich las er aus seinem Roman Wenn Ende gut, dann alles, während sie in die Rolle der ukrainischen Putzfrau Svetlana schlüpfte, jener Romanfigur, die dem Autor Tommi das Leben… nun ja, interessant macht.
Volker Klüpfel und Katharina Spiering kennen sich schon lange, weil sie in den Verfilmungen seiner Kluftingerkrimis mitspielte. Dass sie nun in dieser Kombination eine Mischung aus Lesung und Schauspiel auf die Bühne bringen, ist relativ neu, wirkt dennoch perfekt eingespielt und ist auf jeden Fall brüllend komisch.
Das liegt vor allem daran, dass Katharina Ukrainisch versteht, den Akzent (und zahlreiche weitere Dialekte) perfekt überspitzt sprechen kann und beide gemeinsam eine unglaubliche Dynamik in die ohnehin schon ziemlich absurde Geschichte bringen. Die beiden wie auch das Publikum hatten sichtlich Spaß – auch der darf bei Mordsharz auf keinen Fall fehlen.
Autor: redLeider kann sie sich an nichts erinnern. War es ein Unfall? Ein Mord? Hat sie vielleicht sogar etwas damit zu tun?
Unser Gehirn ist wahnsinnig interessant, setzte die Autorin an. Es kann unsere Erinnerungen verfremden und sogar gänzlich auslöschen. Dazu recherchierte sie viel, um diesen Roman zu schreiben. Zu London selbst brauchte sie nicht ganz so viel zu recherchieren, denn die gebürtige Hildesheimerin lebt dort seit 2012. Daher weiß sie natürlich, dass die Londoner U-Bahn die älteste der Welt ist. Dieser ganze Untergrund in London fasziniert mich, erzählte sie. Und offenbar auch der Untergrund der menschlichen Psyche.
Älter als die Londoner U-Bahn (1863 erbaut) ist Gottfried Wilhelm Leibniz (1646 – 1716). In Rolf Aderholds historischem Kriminalroman Leibniz und der Goldrausch ist der Universalgelehrte aber sehr lebendig und reist nach Clausthal, weil er dort ein Zentrum des Verrats (wie der Autor es nannte) vermutet.
Rolf Aderhold lebt in Hannover und sagt: Dort kommt man an Leibniz nicht vorbei. So machte er ihn zum Helden seines Buches, schrieb einen unterhaltsamen Harzkrimi, der zudem durchaus noch ein bisschen Geschichtswissen vermittelt. Auch das kam beim Mordsharz-Publikum im Tabakspeicher (dessen Auftrag im Grunde ja der gleiche ist) gut an.
Den fulminanten Abschluss des Abends gestalteten Volker Klüpfel und Katharina Spiering. Also eigentlich las er aus seinem Roman Wenn Ende gut, dann alles, während sie in die Rolle der ukrainischen Putzfrau Svetlana schlüpfte, jener Romanfigur, die dem Autor Tommi das Leben… nun ja, interessant macht.
Volker Klüpfel und Katharina Spiering kennen sich schon lange, weil sie in den Verfilmungen seiner Kluftingerkrimis mitspielte. Dass sie nun in dieser Kombination eine Mischung aus Lesung und Schauspiel auf die Bühne bringen, ist relativ neu, wirkt dennoch perfekt eingespielt und ist auf jeden Fall brüllend komisch.
Das liegt vor allem daran, dass Katharina Ukrainisch versteht, den Akzent (und zahlreiche weitere Dialekte) perfekt überspitzt sprechen kann und beide gemeinsam eine unglaubliche Dynamik in die ohnehin schon ziemlich absurde Geschichte bringen. Die beiden wie auch das Publikum hatten sichtlich Spaß – auch der darf bei Mordsharz auf keinen Fall fehlen.







