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Mo, 18:42 Uhr
03.11.2025
Nordhäuser Programm sorgt für Aufmerksamkeit

Junge Bürgergeldempfänger sollen arbeiten

Der Landkreis Nordhausen plant, vor allem jüngere Bürgergeld-Empfänger für den Arbeitsmarkt fit zu machen. Der Start hat für überregionale Aufmerksamkeit gesorgt...


Mit dem Start des Programms hatte es Landrat Matthias Jendricke heute bis in die BILD-Zeitung geschafft, "Ab heute! Arbeitspflicht für junge Bürgergeld-Empfänger", titelte das Blatt.

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Wie der Landrat vergangene Woche eher nebenbei im Kreisausschuss bekannt gab, wolle man Bürgergeldempfänger unter 25 Jahren für diverse Arbeiten heranziehen, mit dem Ziel sie für den Eintritt auf den Arbeitsmarkt vorzubereiten und zu motivieren. Für 1,20 Euro pro Stunde sollen die Teilnehmer etwa in den Werkstätten des Horizont Vereins in Bleicherode, Ellrich und Heringen tätig werden und einfachere Arbeiten verrichten.

Ganz so scharf geschnitten wie es die BILD formuliert ist das Verwaltungsschwert nicht, Bürgergeldempfänger sind qua Gesetz verpflichtet, an Maßnahmen zur Arbeitsmarktintegration teilzunehmen. Derlei gab es bereits in der Vergangenheit, die "Aktivierung" von Arbeitslosen für den ersten Arbeitsmarkt gehört zum festen Repertoire von Vereinen wie dem Horizont und ist täglich Brot für Jobcenter und Arbeitsagentur.

Ein erstes Treffen fand mit rund 30 Teilnehmern statt, geladen hatte man 60 Personen. Zur tatsächlichen Aufnahme einer Tätigkeit kamen nur acht junge Frauen und Männer der Einladung nach. Zur Aktivierung hatte man auch das Ordnungsamt los geschickt, viele der Abwesenden waren aber nicht anzutreffen. Das könnte Konsequenzen haben, man prüfe mögliche Leistungskürzungen, ist aus dem Landratsamt zu erfahren. Die nnz wird weiter berichten.
Angelo Glashagel
Autor: red

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Kommentare
free Gigi
03.11.2025, 19:22 Uhr
gleich geht es los...
die linksgrüne Empörungswelle bricht herein - über die doch endlich gute Motivationsunterstützung.... !!!
Wanderwölfin
03.11.2025, 20:41 Uhr
Bürgergeld Empfänger
Mir ist eine Person aus der Nähe von Greussen bekannt,welche sich mit dem 58 Euro Ticket den " Bunten " macht und nicht arbeiten will.
Titus
04.11.2025, 00:41 Uhr
Zwangsarbeit!? Oder doch bald Arbeitslager!? SPD = 3 Prozent!!
Das Programm des Landkreises Nordhausen, das junge Bürgergeldempfänger unter 25 zur Teilnahme an einfachen Arbeiten für 1,20 Euro pro Stunde verpflichten will, wirft verfassungsrechtliche Fragen auf. Eine generelle Arbeitspflicht ist kritisch zu sehen: Die Teilnehmenden dürfen nicht ohne Rücksicht auf individuelle Zumutbarkeit oder persönliche Umstände verpflichtet werden, da dies gegen die Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) und das Sozialstaatsprinzip (Art. 20 Abs. 1 GG) verstoßen würde. Auch müssen rechtliche Verfahren und Anhörungsmöglichkeiten eingehalten werden.

Vergütung: Die niedrige Bezahlung ist durch § 16d SGB II (‚1-Euro-Jobs‘) nur zulässig, wenn es sich um zusätzliche, im öffentlichen Interesse liegende und wettbewerbsneutrale Tätigkeiten handelt. Andernfalls gilt der gesetzliche Mindestlohn. Sofern die Maßnahme diese Voraussetzungen nicht erfüllt, ist sie rechtlich angreifbar.

Sanktionen: Leistungskürzungen sind nach dem Urteil des BVerfG (5.11.2019, Az. 1 BvL 7/16) nur innerhalb enger Grenzen zulässig. Eine vollständige Streichung oder unverhältnismäßige Kürzung wäre verfassungswidrig. Zudem haben Betroffene stets ein Recht auf Widerspruch und richterliche Kontrolle.

Rechtliches Vorgehen: Wer betroffen ist, kann gegen Zuweisungen oder Sanktionen Widerspruch nach §§ 83 ff. SGG einlegen und, falls nötig, vor dem Sozialgericht klagen. Bei akuter Existenzgefährdung ist auch ein Eilantrag möglich (§ 86b SGG). Bei schwerwiegenden Grundrechtsverstößen kommt letztinstanzlich eine Verfassungsbeschwerde in Betracht. Zusätzlich sind Beschwerden an Sozialverbände, Petitionsausschüsse oder die Öffentlichkeit sinnvolle Wege, Druck aufzubauen.

Das Konzept bewegt sich also rechtlich im Grenzbereich und ist bei Zwang oder unangemessenem Druck anfechtbar.
Jäger53
04.11.2025, 07:26 Uhr
Bürgergeldempfänger,
Ich frage mich warum nur Personen unter 25 Jahren damit gemeint sind. Die unter 30 jährigen sollten auch mit angesprochen werden.
Demut
04.11.2025, 09:02 Uhr
Danke Titus!
Die Zusammenfassung unserer von Politikergenerationen kreierten Gesetze, die jegliche Möglichkeiten verhindern Sozialschmarotzer von den Pfründen der Steuerzahler abzukoppeln ist beeindruckend/erschreckend!!!!!!
Leser X
04.11.2025, 09:31 Uhr
Titus
Die Reaktionen auf ihren sachlich begründeten Kommentar offenbaren das wirkliche Problem dieser Gesellschaft. Entsolidarisierung. Die Rechnung der Populisten geht mal wieder auf. Nicht, weil sie im Recht sind, sondern weil "wir" es zulassen.

Das übergeordnete Problem besteht doch darin, dass Arbeit durch die Politik entwertet wurde und sich bei dem Preisgefüge in diesem Land nicht mehr lohnt. Dagegen hat die Politik keine Rezepte. Also sucht man sein Heil in einer Art Arbeitsdienst. Gab es schon mal in den Dreißigern und Vierzigern.

Wieder eine Geschichte, die sich wiederholt.
Edwin mit R
04.11.2025, 09:51 Uhr
Gleichbehandlungsgrundsatz?
Ich befürworte ja Möglichkeiten, welche Perspektiven für junge Menschen schaffen können. Hier sehe ich jedoch den Gleichbehandlungsgrundsatz gleich mehrfach verletzt. Zum einen die Alterseingrenzung, dann die weitere Eingrenzung ohne Ausbildung/Abbrecher etc. ... und zuletzt die regionale Eingrenzung, da dies ja nur den LK Nordhausen betrifft. Somit wird die restliche Bundesrepublik für junge Menschen direkt attraktiver. Man muss ja nicht davon ausgehen, dass diese Menschen auf ewig Bürgergeldempfänger sein werden und sich doch noch in die arbeitende Gesellschaft integrieren. Für den demografischen Wandel erweist unser Landrat hier einen absoluten Bärendienst.
Marino50
04.11.2025, 09:57 Uhr
Arbeit....
...schändet nicht. Den 1€-Job gibt es seit 2005. Wo bitte ist das Problem. Heute sind es 1,20 €. Es ist leichte Arbeit.
Gehard Gösebrecht
04.11.2025, 13:48 Uhr
Das Problem ist die SPD
2005 Einführung der Agenda 2010 durch den SPD Kanzler Schröder, welcher dann zeitnah seinen Job als Bundeskanzler aufgab um als Mitarbeiter bei Gasprom(Russland) für 1 Million Euro Jahresgehalt zu entschwinden.
Solche SPD Parteigrössen wollen Jobs im Niedriglohnsektor Deutschlands Jugend schmackhaft machen.
Ich will natürlich hier nicht behaupten, dass der betreffende 1,20 Euro Landrat sich bald nach einen Job in Russland umsehen wird.
Aber der SPD traue ich alles und nichts zu.
Wanderwölfin
04.11.2025, 14:56 Uhr
Bürgergeld
Manche Menschen sind wirklich faul wie"Romy".Es gibt auch einfache Tätigkeiten, welche Leute erledigen können. Und das gilt nicht nur für die jungen Menschen.
Bodo Bagger
04.11.2025, 15:09 Uhr
prinzipiell befürworte ich ja die Zuführung von Individuen zu geregelter Arbeit,
was jedoch hier versucht wird, ist offenbar eine Implementierung eines neuen Zwangsdienstes ähnlich eine Reichsarbeitsdienstes.

Was kommt dann als nächstes, Bundeflakhelferlehrgang und Flakpflichtdienst. Bundesernteeinsätze für ausbleibende polnische Erntehelfer zur Überbrückung der Hungersnöte im bunten Bundesshithole an der Spree und zuguterletzt ein Bundeskriesdienst an der Ostfront?
Kritiker86
04.11.2025, 16:31 Uhr
Die
Frage ist doch: Wer würde von den Kommentatoren für 1,20€ die Stunde arbeiten wollen?? Auch wenn es sich hier um leichte Arbeit handelt. Und welche Garantie hat man danach eine Ausbildung zu bekommen? Oder eine aussicht auf eine Festanstellung? Ich sehe diesen Arbeitszwang, mit sofortiger Sanktionierung bei Verweigerung und 1,20 € als Vergütung als sehr fragwürdig und nicht zielführend an. Helfe ich da der Stadt, um Arbeitsplätze zu sparen? Liegen diesen Menschen Herr Jendricke wirklich am Herzen, sie wieder an Arbeit zu bringen? Sinnlose Beschäftigungen, ohne weiterkommen und vorankommen? Ich bin eher für richtige Ausbildungen mit Zukunftsaussichten. Nur weil man früh aufsteht, und pünktlich auf Arbeit erscheint, ist das noch keine Garantie für eine dauerhafte Beschäftigung. Hier sind eher die Arbeitgeber gefragt. Die weiterhin ihre Angestellten wie Sklavenarbeiter ohne Rechte behandeln. Sobald man ein Fehler macht, fliegst du raus. So läuft es heute doch. Die 20 jährigen sollen 50 Jahre Erfahrung mitbringen, unmöglich natürlich. Und am besten 24 Stunden Abrufbereit zur Verfügung stehen. Ich hatte Herrn Jendricke eigentlich mal für ein guten Politiker mit Schneid betrachtet. Aber die jüngsten Fragwürdigen Aktionen wie aufmerksame NNZ Leser beobachten konnten, lassen mich sprachlos zurück. Das System der Sanktionierung ist furchtbar. Wie wärs mal mit einen System der Belohnungen, wenn man ein Ausbildungsplatz bekommt, in diesen 6 Monate durchhält, und seine Ausbildung schafft. Und dies vom Staat geldlich belohnt wird. So bekommt man junge Leute dazu....Aber sie wenden sich ab, dieser Staat maßregelt, sanktioniert, bestraft, bevormundet, tut alles dafür, das Menschen sich untereinander bespitzeln und hassen.... Egal ob alt oder Jung, Arm oder Reich. Ein furchtbares System... Das täglich durch neue Irre Ideen gesprengt wird. Und der mündige Bürger, der von Politikern als kleines Kind gesehen wird, und erzogen wird, wie es der Kaste recht und lieb ist.
emmerssen
04.11.2025, 17:18 Uhr
Recht hat er
Der @ free Giggi. Die Empörungswelle ist in den Kommentaren mit der vollen Breite angerollt. Aber auch der Landrat hat recht. Warum sollten junge arbeitsfähige Menschen nicht für leichte Tätigkeiten heran gezogen werden können. Ich würde den Kreis dafür sogar noch größer ziehen. Generell alle Empfänger bis 50 Jahre und Asylbewerber mit dazu. Leichte einfache Arbeiten gibt es zu Hauf. Da muss man nur mal auf Ordnung und Sauberkeit in unserem Land schauen.
Lautaro
04.11.2025, 17:49 Uhr
1,2€ Mindestlohn ? Von einem Menschen,
welcher niemals gearbeitet hat und stattdessen Politik studiert hat ?
Mindestlohn ist ok. Wer seine Arbeit verloren hat, sollte über eine kommunale Anstellung für sein Bürgergeld auch seine Leistung bringen. Das habe ich immer schon gefordert.
Aber es sollte immer über eine kommunale Anstellung auf Höhe des Mindestlohns sein..
Herr Schröder
04.11.2025, 18:10 Uhr
Lautaro
Ich meine dass die betreffenden auch weiterhin das volle Bürgergeld beziehen und sich etwas hinzu verdienen. Korrigieren Sie mich wenn ich falsch liege aber ich denke das ist in Ordnung um wieder ins Arbeitsleben zurück zu kehren.
diskobolos
04.11.2025, 18:18 Uhr
Daumen-Runter bedeutet jetzt was?
Titus hat eine Maßnahme des Landkreises m. E. rechtlich korrekt bewertet. Diese Bewertung kann man für richtig oder falsch halten. Im zweiten Fall könnte man angeben, was an der Bewertung fehlerhaft ist. Das hat aber kein Kommentator gemacht.

Scheinbar beziehen sich die „Daumen-runter-Geber“ nicht auf die juristische Bewertung sondern auf die Maßnahme an sich. In diesem Fall weiß man nicht, ob ihnen die Maßnahme zu schwach oder zu scharf ist.

So etwas kommt hier oft vor. Zu viele Leser verstehen einen Text nicht oder können den Inhalt nicht vom Überbringer einer Nachricht unterscheiden. So ist halt Nordhausen . . .
Marino50
04.11.2025, 20:06 Uhr
1,20 €
...gibt es ZUSÄTZLICH zum Bürgergeld. Nur für diejenigen, die es nicht wissen sollten, wie Lautaro.
RWE
04.11.2025, 20:08 Uhr
Von wegen Zwangsarbeit oder Arbeitspflicht
Wer nicht an der Maßnahme teilnimmt bekommt eben gekürztes Bürgergeld. Ganz einfach. Niemand wird gezwungen zu Arbeiten. Ich würde aber lieber meine Steuergelder im verbrennen als diese Gelder Leuten hinterherzuwerfen, die nicht arbeiten WOLLEN.
Der nächste Schritt muss sein, bestimmte Sozialleistungen (nicht alle!!) nur noch in Form von Sachleistungen auszuzahlen. Es wird ja teilweise schon erfolgreich im Asylbereich in Form der Bezahlkarte durchgeführt.
P.Burkhardt
04.11.2025, 22:43 Uhr
naja RWE... so einfach ist es vielleicht doch nicht...
...wenn Sie Sachleistungen (also Lebensmittelgutscheine, o.ä.) an Nichtarbeitende ausreichen wollen, dann ist das ein gravierender Eingriff in deren Selbstbestimmungsrecht (Art. 2, Abs. 1 GG : „Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“). es gibt da keine Einschränkung für Nichtarbeitende.

Da auch Nichtarbeitende in Deutschland danach über sich selbst bestimmen dürfen, können Sie eben diesen nicht vorschreiben, wofür sie ihr Geld auszugeben haben.

Die einzige Möglichkeit im gegebenen Rechtsrahmen, die ich vielleicht sehe - ohne da wirklich sattelfest zu sein, ist, die Aufstockung der Sozialleistungen besser zu stellen.
Wer also als Bürgergeldempfänger einen Job annimmt und dazu verdient, der sollte diesen Zuverdienst auch nicht auf die Sozialleistung angerechnet bekommen - sofern die Summe nicht das Gehalt (vielleicht 80 Prozent davon ?) eines Mindestlohnempfängers übersteigt. Es muss (und so ist es ja auch - wie ich gelesen habe) lukrativer sein zum Mindestlohn zu arbeiten (vielleicht noch Wohngeld zu beziehen, o.ä.), als Bürgergeld und Zuverdienst.

Vielleicht hat ja hier noch jemand Anderes eine (konstruktive und machbare) Idee ?
Waldemar Ceckorr
05.11.2025, 07:31 Uhr
ja ich habe eine idee,
der bürgergeldempfänger bekommt ja die summe x als bürgergeld.
dieser betrag geteilt durch den mindestlohn ergibt ein anzahl von stunden die er ganz einfach abarbeiten muss.
tut er das nicht, bekommt er kein geld und kann dann nach eigenem gusto seine persönlichkeit entfalten.
ist doch ganz einfach.

der waldi
RWE
05.11.2025, 12:47 Uhr
P.Burkhardt 04.11.2025, 22.43 Uhr
Ich meine zu wissen, dass sich das Bürgergeld bestimmten Sätzen für Bedarfe zusammensetzt. Wenn das Geld, welches für Lebensmittel vorgesehen ist, eben nur für Lebensmittel ausgegeben wird, wird niemand eingeschränkt. Und ohne alle Bürgergeldempfänger über einen Kamm scheren zu wollen, die Sätze für Kinder können dann so nicht für Kippen, Alk oder andere Substanzen zweckentfremdet werden.
Noch eine nicht ganz ernszzunehmende und auch nicht ernstgemeinte Frage:

Ich fühle mich nach Art. 2, Abs. 1 GG : („Jeder hat das Recht auf die freie Entfaltung seiner Persönlichkeit, soweit er nicht die Rechte anderer verletzt und nicht gegen die verfassungsmäßige Ordnung oder das Sittengesetz verstößt.“) in der Entfaltung meiner Persönlichkeit eingeschränkt, weil ich nicht jeden Tag ausschlafen kann und nicht dreimal im Jahr in Australien Uralub machen kann. Steht da ihrer Meinung nach der Steuerzahler in der Pflicht? Ich nehme auch Reisegutscheine...
P.Burkhardt
05.11.2025, 13:44 Uhr
Interessanter Gedanke @RWE....
...Lebensmittelgutscheine für den Lebensmittelanteil des Bürgergeldes. Ich denke, das wäre sogar machbar...bedürfe jedoch wieder einer überbordenden Bürokratie. Ähnlich wie bei den Asyl-Bezahlkarten (wobei die Bezahlkarten ja nicht den Konsum, sondern den Bargeldzugang beschränken) müsste sicher gestellt werden, dass kein Zweitmarkt für Lebensmittelgutscheine entsteht, Akzeptanzstellen müssten eingerichtet werden und im Supermarkt müsste sicher gestellt werden, dass eben mit den (wie auch immer gearteten ) Gutscheinen tatsächlich nur Lebensmittel eingekauft werden. Würde das alles tatsächlich einen Mehrwert/Vorteil gegenüber der aktuellen Situation bringen ? Werde.n deswegen mehr Bürgergeldempfänger wieder arbeiten ? Ich bin da skeptisch, aber vielleicht gibt es ja einen einfacheren Weg, der mir gerade verborgen bleibt.

Auch nicht ganz ernst gemeint:
Den Australienurlaub mit Bürgergeld und Mini-Job zu erreichen, wird sicher auch nicht ganz einfach...
Lautaro
05.11.2025, 13:51 Uhr
die Sätze für Kinder können dann so nicht für Kippen, Alk oder andere Substanzen zweckentfremdet wer
Sagen sie mal RWE....haben sie schon einmal einem Sachbearbeiter im Jobcenter erlebt ?
Als 50jähriger, nach 30 Jahren Schichtarbeit ?
Natürlich habe ich damals am Samstag mein Bier getrunken und auch meine Tabakwaren selbst gestopft.
In Ihren Augen hätte ich wohl meine Ansprüche durch meine Arbeitsbiographie vergessen sollen und zum Lebensunterhalt einen RWE heimsuchen ?
RWE
05.11.2025, 19:59 Uhr
Lautaro
Wenn sie 30 Jahre gearbeitet haben, bekommen sie nicht sofort Bürgergeld, sondern Arbeitslosengeld. Und das ausreichend lange, um sich eine neue Arbeit zu suchen. Im Normalfall 12 Monate, im bestimmten Fällen sogar 24 Monate.
Um ihre Frage zu beantworten. Ich habe noch nie mit dem Arbeitsamt zu tun gehabt. Und ich bin auch keine 30 mehr...
Man kann sich über Jobportale viel besser Arbeit suchen, als über das Amt, das wohl noch Vorschläge per Post(!!) verschickt.
Und meine Vorschläge bezüglich Bezahlkarte und so weiter beziehen sich eher auf ein bestimmtes Klientel. Eben auf solche, die jetzt auch früh morgens Besuch bekommen im Landkreis. Solchen Leuten kann man ruhig den Spaß verderben.
Leute, die aus gesundheitlichen Gründen keine Arbeit finden sollten keinesfalls sanktioniert werden. Und das hat ja auch der Landrat nicht vor. Man sollte sich aber auch nicht zu fein sein, auch vermeintlich attraktive Arbeiten anzunehmen.

Schauen sie sich mal auf Focus das Interview an. Da werden jetzt schon Akten angelegt, damit im nächsten Jahr bei der kommende Runde sehr viel härtere und gerichtsfestere Sanktionen durchgesetzt werden können. Außerdem ist man auch Sozialbetrügern auf der Spur. Es ist ja sehr weit verbreitert, zum Schein eine Adresse anzugeben aber in einer Bedarfsgemeinschaft zu leben.

P.Burkhardt:

Kommen sie mal in die 2020 Jahre an... Sie glauben wohl es geht Lebensmittelkarten wie in den Kriegsjahren.
Bezahlkarten sind nichts weiter als Debit-oder Kreditkarten. Und da können problemlos bestimmte Produktlinien gesperrt werden. Das beste Beispiel sind Flottenkarten bei den Tankstellen. Da kann auch vorab festgelegt werden, was mit den Plastikkarten gekauft werden kann und was nicht.
P.Burkhardt
05.11.2025, 22:07 Uhr
wow @RWE...
...das geht ? ...und wie ? Sie müssten die Produktgruppen bei allen Einzelhändlern einheitlich codieren, dann eine Datenbank mit den entsprechenden Codes anlegen, für die Bezahlterminals abrufbar machen und das ganze über verschiedene Architekturen hinweg controllen, wenn neue Produkte aufgenommen werden 😁...gaaaanz einfach ...in den 2020ern...

Das Ganze ist kein Voodoo, @RWE - aber ganz sicher ohne großen Aufwand, super schnell realisierbar 😂..... sry, mein Lieber, aber ich glaube nicht, dass das so ohne weiteres umsetzbar ist.

Das Focus-Video hab ich auch gesehen... Unser Landrat hat die ganze Operation offenbar auf rechtssichere Füße gestellt (jedenfalls hören sich seine Ausführungen so an - ich hab das jetzt nicht nachgeprüft, bin da auch ein bisschen weit weg davon...). Ich bin zwar nicht überzeugt von der Wirksamkeit der Maßnahmen, aber finde es erstmal nicht falsch, zu versuchen junge (offenbar wenig motivierte) Leute zum Arbeiten zu bewegen (s.o.).

Tatsächlich ist es doch so: Jeder, der mal in Lohn und Brot war ist ALG1-berechtigt... wer es während der Bezugsdauer des ALG1 nicht schafft wieder einen Job zu finden (ja, da ist auch eigenes Engagement gefragt - nicht nur aufs Jobcenter verlassen), ist in meinen Augen entweder sehr, sehr unbeweglich (ja, ggf. muss man für seinen Lebensunterhalt auch mal pendeln oder gar umziehen) oder einfach mit dem Bürgergeld zufrieden... das sagt mir wieder, dass das Bürgergeld (und die anderen Leistungen) vielleicht doch etwas zu hoch sind. Ich könnte mir kein Leben vorstellen, bei dem ich auf jeden Euro gucken muss - aber für manche scheint das absolut akzeptabel zu sein.

Ich war selbst nicht nur einmal in der Situation mir neue Jobs suchen zu müssen... das hat nie länger als drei Wochen gedauert. In dieser Zeit hatte ich immer ein paar interessante Angebote... ja, ich musste umziehen, Haus und Hof verkaufen, neu kaufen...übergangsweise Ferienwohnung oder Zimmer mieten und eben raus aus meiner Komfort-Zone....angenehm ist das nicht, aber eben notwendig, wenn man etwas mehr als Bürgergeld haben will ! Mit etwas Geschick, ist es dabei möglich, sein Einkommen zu steigern... aber in jedem Fall ist persönliches Engagement gefragt.
HisMastersVoise
06.11.2025, 08:45 Uhr
Der Arbeitgeber !!
Da der deutsche Arbeitnehmer die Mittel bezahlt, welche den Bürgergeldempfängern zugestanden wird, ist er praktisch der Chef unserer Arbeitskräftereserve. Warum sollen Millionen Arbeitnehmer ein Herr von Nichtarbeitenden durchfüttern. Das gibt es wirklich nur in Deutschland. Man sollte auch nicht vergessen, dass 1,20 Euro nur der Zuverdienst sind, da schon vorher Geld oder hier Stütze ausbezahlt wurde. Solange bei uns in der Stadt Mengen an Unrat herumliegen, weil die Angestellten der Stadt die Menge an Arbeit einfach nicht bewältigen können, ist das Thema Qualifikation nur eine billige Ausrede. In einigen von unseren Nachbarländern endet die Stütze nach einem halben Jahr vollständig. Da heißt es dann Job oder Brücke. Es wird endlich Zeit, den Bürgergeldempfangenden die Würde des selbstverdienten Lebens zurück zu geben und ihnen das Dasein als Bettler zu beenden.
Titus
09.11.2025, 13:29 Uhr
Danke Demut!
"Danke Titus!
Die Zusammenfassung unserer von Politikergenerationen kreierten Gesetze, die jegliche Möglichkeiten verhindern Sozialschmarotzer von den Pfründen der Steuerzahler abzukoppeln ist beeindruckend/erschreckend!!!!!!"

Dein Kommentar irritiert, denn der Schutz vor entwürdigenden Zwangsmaßnahmen ist kein Defizit, sondern ein zentrales Merkmal einer zivilisierten, an Grund- und Menschenrechten orientierten Gesellschaft. Meinst du ernsthaft, diese Rechte abschaffen zu wollen, um sogenannte „Sozialschmarotzer“ – ein Begriff, der oft zur Stigmatisierung genutzt wird – zu „entkoppeln“? Bist du bereit, Menschenwürde und Menschenrechte für ein solches Ziel preiszugeben?

Zudem ist der Mythos vom „Abzocken“ der Steuerzahler irreführend. Die echte Schieflage besteht bei der Vermögensverteilung: Die reichsten 10  Prozent besitzen über 60  Prozent des Nettovermögens, während die untere Hälfte praktisch nichts hat oder verschuldet ist. Beispiel: In Deutschland besitzen die reichsten 45 Personen so viel wie die ärmere Hälfte der Bevölkerung zusammen. Wer hier tatsächlich von wessen Arbeit lebt, ist offensichtlich.

Maßnahmen wie Pflichtarbeit für Sozialleistungsbeziehende sind außerdem kein Mittel zur „Gerechtigkeit“, sondern schränken die Verhandlungsmacht von Lohnabhängigen insgesamt ein, weil damit ein System der Entwertung und sozialen Disziplinierung installiert wird. Sinkende Löhne und schlechtere Arbeitsbedingungen für alle sind die Folge, nicht mehr Gerechtigkeit.

Wer wirklich an einer fairen Gesellschaft interessiert ist, sollte die Strukturen hinterfragen, die zu enormen Vermögensunterschieden führen, statt auf die Schwächsten zu zielen und fundamentale Rechte in Frage zu stellen.
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