So, 11:00 Uhr
30.11.2025
Erinnerung an Aljoscha R.
Zurück zu den Wurzeln? Nicht nur!
Wer mal bei Google nach Zitaten sucht, die sich mit den Wurzeln aus philosophischer Sicht "beschäftigen", wird endlos viele finden. Die Wurzeln jener Musik, die vor allem im Osten dieser Republik nährreichen Boden fanden, an die wurde am Samstagabend an einem authentischen Ort erinnert. Mittendrin der Keyboarder von Rammstein...
Christian "Flake" Lorenz las am Samstagabend in Steinbrücken und erinnerte an Aljoscha Rompe. (Foto: nnz)
Zur Vorgeschichte: Uwe Hager meinte am Telefon, dass er für diese Party vielleicht mehr als 2.000 Karten hätte verkaufen können. Doch das war nicht sein Ansinnen. Auf 200 Karten strengstens limitiert, ohne Vorverkaufsstelle, wurde so garantiert, dass die Menschen, die sich in der Hagerschen Scheune einfanden, wussten, was auf sie zukommen wird.
Dieser Abend sollte ein fröhlicher Abend der Erinnerung sein. Erinnerung an den Mann, der einst als Ikone des DDR-Punks galt, der auch und vor allem in Steinbrücken seine musikalischen Wurzeln in die heilige Erde der Wolfsschlucht hineinwachsen ließ: Aljoscha Rompe. Der Gründer und Frontmann von Feeling B. starb viel zu jung am 23. November 2000.
Für diejenigen, die der Punkmusik vielleicht nicht allzu sehr zugeneigt waren, sei erläutert, dass in Feeling B mit Paul Landers, Christoph Schneider und Flake Lorenz ein Teil der Bandwurzeln von Rammstein zu finden waren. Einer der "Rammsteiner", Christian Flake Lorenz, war gestern in der Scheune und las aus seinen Büchern.
Zwei Männer, die sich seit Jahrzehnten kennen und schätzen: Uwe Hager und Flake (Foto: nnz)
Wer sich deren Inhalt "angetan" hat, kennt das Vergnügen des Lesens. Wie ein Schelm, der zwar mittendrin ist, aber scheinbar von nebenbei aus erzählt, so las der 59jährige "Tastenficker" aus den Büchern. Er erzählte seine Geschichte, die der verschiedenen Bands, aber eigentlich war es die Geschichte des Großteils des Publikums. Von denen haben viele ebenfalls in Steinbrücken einst ihre Wurzeln im Punk- und Bluesboden oder manchmal auch im Pfingst-Matsch verankert.
Und so wurde am Samstagabend an Aljoscha erinnert und der so aufregenden und gleichzeitig inspirierenden Zeit der 1990er Jahre gedacht. Wer eine Lesung von Flake Lorenz je erlebt hat, der erfährt Authentizität von dem Mann, der einst seinen Personalausweis verbrannte, weil er nicht in der BRD leben wollte.
Ein klitzekleines Zitat aus der Lesung will ich der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten: "Lebe ich wirklich in den Kindern weiter? Weil, dann müsste ich ja mein Vater sein, der dann in mir lebt..." Flake der Philosoph auf der Suche nach seinen Wurzeln?
200 Gäste in der Hagerschen Scheune (Foto: nnz)
Das Gedenken und erinnern an Aljoscha war genau so, wie es sich Flake und all die anderen vielleicht gewünscht haben: Heiter. immer weiter in der eventuell vorhandenen Notenzeile, nie stillstehen. Allerdings: nach fast sechs Jahren Rammstein-Tour mit diversen Bühnenverletzungen kann auch mal Ruhe und Zeit für einen Abstecher nach Steinbrücken sein. Dort, wohl vielleicht auch eine Wurzel nicht nur von Rammstein zu finden sein könnte. Dort, wo Uwe Hager - Flake drückte es so aus: "unvergessliches auf die Beine stellte und immer noch stellt, wofür wir ihm unendlich dankbar sind." Das "wir" stand in diesem Satz für mehr als die 200 Gäste des Abends in der Hagerschen Scheune.
Peter-Stefan Greiner
Autor: psg
Christian "Flake" Lorenz las am Samstagabend in Steinbrücken und erinnerte an Aljoscha Rompe. (Foto: nnz)
Zur Vorgeschichte: Uwe Hager meinte am Telefon, dass er für diese Party vielleicht mehr als 2.000 Karten hätte verkaufen können. Doch das war nicht sein Ansinnen. Auf 200 Karten strengstens limitiert, ohne Vorverkaufsstelle, wurde so garantiert, dass die Menschen, die sich in der Hagerschen Scheune einfanden, wussten, was auf sie zukommen wird.
Dieser Abend sollte ein fröhlicher Abend der Erinnerung sein. Erinnerung an den Mann, der einst als Ikone des DDR-Punks galt, der auch und vor allem in Steinbrücken seine musikalischen Wurzeln in die heilige Erde der Wolfsschlucht hineinwachsen ließ: Aljoscha Rompe. Der Gründer und Frontmann von Feeling B. starb viel zu jung am 23. November 2000.
Für diejenigen, die der Punkmusik vielleicht nicht allzu sehr zugeneigt waren, sei erläutert, dass in Feeling B mit Paul Landers, Christoph Schneider und Flake Lorenz ein Teil der Bandwurzeln von Rammstein zu finden waren. Einer der "Rammsteiner", Christian Flake Lorenz, war gestern in der Scheune und las aus seinen Büchern.
Zwei Männer, die sich seit Jahrzehnten kennen und schätzen: Uwe Hager und Flake (Foto: nnz)
Wer sich deren Inhalt "angetan" hat, kennt das Vergnügen des Lesens. Wie ein Schelm, der zwar mittendrin ist, aber scheinbar von nebenbei aus erzählt, so las der 59jährige "Tastenficker" aus den Büchern. Er erzählte seine Geschichte, die der verschiedenen Bands, aber eigentlich war es die Geschichte des Großteils des Publikums. Von denen haben viele ebenfalls in Steinbrücken einst ihre Wurzeln im Punk- und Bluesboden oder manchmal auch im Pfingst-Matsch verankert.
Und so wurde am Samstagabend an Aljoscha erinnert und der so aufregenden und gleichzeitig inspirierenden Zeit der 1990er Jahre gedacht. Wer eine Lesung von Flake Lorenz je erlebt hat, der erfährt Authentizität von dem Mann, der einst seinen Personalausweis verbrannte, weil er nicht in der BRD leben wollte.
Ein klitzekleines Zitat aus der Lesung will ich der geneigten Leserschaft nicht vorenthalten: "Lebe ich wirklich in den Kindern weiter? Weil, dann müsste ich ja mein Vater sein, der dann in mir lebt..." Flake der Philosoph auf der Suche nach seinen Wurzeln?
200 Gäste in der Hagerschen Scheune (Foto: nnz)
Das Gedenken und erinnern an Aljoscha war genau so, wie es sich Flake und all die anderen vielleicht gewünscht haben: Heiter. immer weiter in der eventuell vorhandenen Notenzeile, nie stillstehen. Allerdings: nach fast sechs Jahren Rammstein-Tour mit diversen Bühnenverletzungen kann auch mal Ruhe und Zeit für einen Abstecher nach Steinbrücken sein. Dort, wohl vielleicht auch eine Wurzel nicht nur von Rammstein zu finden sein könnte. Dort, wo Uwe Hager - Flake drückte es so aus: "unvergessliches auf die Beine stellte und immer noch stellt, wofür wir ihm unendlich dankbar sind." Das "wir" stand in diesem Satz für mehr als die 200 Gäste des Abends in der Hagerschen Scheune.Peter-Stefan Greiner

