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Do, 08:00 Uhr
08.01.2026
nnz nachgehakt

Wer hat denn da geknabbert?

Über die Feiertage erreichte die nnz ein Leserhinweis aus der Windlücke bei Nordhausen. Hier habe es sich ein Biber gut gehen lassen. Die nnz ist dem Hinweis nachspaziert, hat die Spuren des Nagers gefunden und nachgehakt, wie mit dem geschützten Tier umgegangen wird...

Der gesuchte "Biberbaum" in der Windlücke (Foto: agl) Der gesuchte "Biberbaum" in der Windlücke (Foto: agl)

Nach einem fruchtlosen Anlauf kurz nach Weihnachten - Witterung, unsachgemäße Kleidung und die nahende Dämmerung führten zum vorzeitigen Abbruch der ersten Expedition - ging es für unseren Redakteur mit Kind und Kegel am vergangenen Wochenende noch einmal auf Winterwanderung durch die Windlücke. Das Ziel: den "Biberbaum" finden, auf den die Leserzuschrift hingewiesen hatte.

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Der neuerliche Vorstoß fand diesmal nicht von Nordhausen aus statt, sondern startete am Feldweg zwischen Petersdorf und Buchholz. Mit Sonnenschein im Gesicht und Schnee unter den Stiefeln ging es gut eingepackt durch die winterliche Stille.

In der Windlücke fließt der Roßmannsbach, eher kein Gewässer, das einem Biber eine Heimstatt bieten könnte. Die einzige andere Wasserfläche sind die alten „Meyer’schen Teiche“ und hier, nahe am Wegesrand nur durch ein paar Meter und einen Zaun vom Feldweg getrennt, fand sich schließlich das gesuchte, angenagte Gehölz (und das nur einen Katzensprung vom „Endpunkt“ des ersten Ausflugs entfernt).

Winterwanderung in der Windlücke (Foto: agl)
Winterwanderung in der Windlücke (Foto: agl)
Winterwanderung in der Windlücke (Foto: agl)
Winterwanderung in der Windlücke (Foto: agl)

Der fleißige Bauherr hat sich allerdings kein zartes Bäumchen ausgesucht, sondern sich an einem kräftigen Stamm gütlich getan. Der gab nicht nur ein interessantes Fotomotiv ab, sondern warf auch die Frage auf, wie mit dem Tier umgegangen wird. Es liegt in der Natur der streng geschützten Art, direkten Einfluss auf ihre Umwelt zu nehmen - bei Salza musste man im vergangenen Jahr deswegen direkt Hand anlegen, damit die menschlichen Nachbarn nicht nasse Füße bekommen.

In der Windlücke, fernab jeglicher menschlicher Behausung, ist davon eher nicht auszugehen. Dennoch hat man den Biber auch im Naturschutzgebiet auf dem Schirm, ist aus der Unteren Naturschutzbehörde im Landratsamt zu erfahren. Der Nager sei kein Unbekannter, teilt das Amt auf Anfrage der nnz mit, man stehe seit gut zwei Jahren im Austausch mit dem Eigentümer des Grundstücks und versucht, im Rahmen der Möglichkeiten zu unterstützen. Durch den strengen Schutzstatus seien die Eingriffsmöglichkeiten aber begrenzt.

"Wenn der Biber einen Baum fällt, dann darf der auch fallen. Das liegt nun einmal in seiner Natur", ist weiter aus dem Landratsamt zu hören, nur wenn eine Gefährdung des öffentlichen Raumes bestehe, würde auch eingegriffen. Mitten im Naturschutzgebiet ist die im Moment nicht gegeben.

Die alten Teiche, die zu Beginn des 20. Jahrhunderts für die Fischzucht angelegt wurden, bieten ideale Bedingungen für den Biber und andere seltene Arten, darunter Blessralle, Teichralle, Teichrohr- und Sumpfrohrsänger oder auch die Sumpfmeise. Einziges Problem könnte die Dammanlage sein, die nicht von bauenden Bibern sondern von Menschenhand geschaffen und 2008 erneuert wurde. Vom Großnager gab es damals noch keine Spur, inzwischen haben die Zugezogenen sogar Nachwuchs gezeugt. Akute Sorgen macht man sich um den Damm nicht, Maßnahmen zum Schutz der Anlage, wie sie etwa in Salza durchgeführt wurden, seien aber im Gespräch, teilt das Landratsamt mit.

Die einzigen, die sich direkt mit dem Biber auseinandersetzen müssen, sind die Wasserbüffel, die in den wärmeren Monaten ebenfalls im Feuchtgebiet untergebracht sind und die haben mit den neuen Nachbarn gar keine Probleme.
Angelo Glashagel
Autor: red

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