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Do, 10:00 Uhr
29.01.2026
Personalentwicklung im Nordhäuser Rathaus

Hauptausschuss lehnt AfD-Antrag ab

Der Nordhäuser Hauptausschuss hat am Donnerstagabend einen Antrag der AfD zur Verschlankung der Stadtverwaltung mehrheitlich abgelehnt. Der Antrag sah vor, innerhalb von zehn Jahren zehn Prozent der Verwaltungskosten einzusparen...

Rund 400 Menschen arbeiten in der Nordhäuser Verwaltung.  (Foto: agl) Rund 400 Menschen arbeiten in der Nordhäuser Verwaltung. (Foto: agl)
Die AfD begründete ihren Antrag mit steigenden Personalkosten und forderte angesichts der Haushaltskonsolidierung ein strategisches Personalentwicklungskonzept über einen Zeitraum von zehn Jahren. „Ziel sollte es sein, durch Optimierung von Verwaltungsprozessen, den Abbau von Doppelstrukturen und Bürokratie langfristig Personalkosten einzusparen. Natürlich sozial verträglich“, sagte Frank Kramer (AfD). Seiner Fraktion gehe es nicht um Kündigungen, sondern um „natürliche Fluktuation“. Auch müsse man sich dem Vergleich mit anderen, gleich großen Städten stellen. „Beispielsweise wie ist die Verwaltung organisiert, werden dort Aufgaben verteilt“, erklärte Kramer. Bis Mitte des Jahres solle die Verwaltung einen Ist-Zustand dokumentieren und darauf aufbauend ein Konzept erarbeiten.

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Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) verwies darauf, dass bereits ein Personalentwicklungskonzept für den Zeitraum von 2022 bis 2028 existiere, das derzeit fortgeschrieben werde und perspektivisch bis 2032 reichen solle. Knackpunkt sei jedoch die tarifliche Lohnsteigerung: Die Personalkosten lägen derzeit bei 20 Millionen Euro für 400 Verwaltungsangestellte. „Wenn wir von einer jährlichen Lohnsteigerung von 3,5 Prozent ausgehen, sind wir in zehn Jahren bei 29 Millionen Euro für die selbe Anzahl an Mitarbeitern“, so Buchmann. Folge man dem AfD-Antrag, müsse man Stand heute zwei Millionen Euro einsparen, was zur Konsequenz hätte, dass einem Großteil der Belegschaft gekündigt werden müsste. „Das ist doch die Konsequenz Ihres Antrags“, so Buchmann. Mit der aktuellen Aufgabenlage sei das nicht zu leisten. Er habe derzeit genau die richtige Anzahl an Mitarbeitern, die er für die anfallende Arbeit brauche.

Mehrere Ausschussmitglieder äußerten Verständnis für das Ziel, Verwaltung und Bürokratie zu verschlanken, hielten eine feste Einsparquote jedoch für nicht realistisch. Marko Rossmann (Bürgerliste Südharz) sieht eine Möglichkeit darin, Stellen nicht wieder zu besetzen, wenn Mitarbeiter in Rente gehen. „Zehn Prozent kann man nicht so einfach abbauen. Der Antrag ist in der Zielsetzung gut, aber zu komplex“, so Rossmann. Chancen sieht er in der weiteren Digitalisierung von Verwaltungsprozessen, gerade im Bürgerservice, um künftig Stellen einzusparen. Auch Teilzeit und Minijobs könnten eine Möglichkeit sein, Personalkosten zu sparen.

Hans-Georg Müller (SPD) sagte, Teile des Antrags halte er für sehr vernünftig, diese sollten beim Fortschreiben des Personalentwicklungskonzeptes berücksichtigt werden. Eine feste Prozentzahl sehe auch er jedoch nicht als realisierbar an.

Dirk Praetorius, Amtsleiter des Haupt- und Personalamtes, erläuterte, dass man sich an das aktuelle Personalentwicklungskonzept halte. Dort sei ein „Personalabbau fixiert. Nur der Alltag überrollt uns manchmal“, so Praetorius. Er verwies auf die zwölf zusätzlichen Stellen für die Berufsfeuerwehr, da einige doppelt vorgehalten werden müssten. Schon jetzt würden nicht alle Stellen immer nachbesetzt und Zuständigkeiten mitunter neu geordnet.

Einen, wie von Kramer geforderten, Ist-Zustand bis zum 30. Juni dieses Jahres zu erheben, sei nicht machbar. Dafür fehlten die personellen Ressourcen in seinem Amt.

Kramer ruderte im Laufe der Diskussion etwas zurück. Man könne auch die absolute Zahl herausnehmen und stattdessen „bis zu zehn Prozent“ ansetzen. Zudem sei Nordhausen eine schrumpfende Stadt, was sich auch in der Verwaltung widerspiegeln müsse. Alexander Scharff (Die Linke) entgegnete, man müsse dem Bevölkerungsrückgang eher entgegenwirken und schauen, was andere ostdeutsche Städte tun, um Menschen zurück in die Städte zu holen. Auch der Titel Oberzentrum müsse mehr mit Leben gefüllt werden.

Buchmann sieht die einzige Möglichkeit, Stellen einzusparen, nur noch im Bereich der freiwilligen Leistungen der Stadt. Hildegard Seidel (Bürgerliste Südharz) warnte jedoch davor, freiwillige Leistungen zu streichen, da dies die Substanz der Stadt gefährden würde.

In der abschließenden Abstimmung fand der Antrag keine Mehrheit. Mit zwei Ja-Stimmen aus der AfD-Fraktion und vier Nein-Stimmen empfahl der Hauptausschuss dem Stadtrat, den Antrag nicht weiterzuverfolgen.
Susanne Schedwill

Autor: ssc

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Kommentare
Marino50
29.01.2026, 11:06 Uhr
Stelleneinsparungen
Der "Wasserkopf" wird eher größer aber nicht kleiner. Wer will schon auf das gute Gehalt verzichten. Es würde ja schon reichen wenn bei Ausscheiden von Mitarbeitern keiner neu eingestellt wird. So können Personalkosten eingespart werden. Sonst wird das nichts.
Es lebe die Bürokratie, die doch eigentlich abgebaut werden sollte.
Beim Landratsamt ist das ähnlich. Die Bearbeitung eines Wohngeldantrages oder Folgeantrages dauert 3 bis 6 Monate. Das ist nachprüfbar.
Man hat das Gefühl, je mehr Mitarbeiter, umso länger dauert die Bearbeitung.
Bodo Schwarzberg
29.01.2026, 11:42 Uhr
Weniger Personal im ÖD=Zwang zur Effektivität
Es ist ein Phänomen in Deutschland: Die Bürokratie erhält die Verwaltung und die Verwaltung erhält im ureigensten Interesse die Bürokratie. Es geht dabei um die lähmende Langsamkeit bei der Umsetzung der Digitalisierung, um den Abbau von sinnlosen Regelungen (deren Einhaltung ja kontrolliert und natürlich verwaltet werden muss) und allgemein um die Zusammenlegung von Verwaltungsstrukturen, zum Beispiel von Landkreisen und Bundesländern. Das muss doch die Digitalisierung endlich möglich machen, um eine echte Verschlankung des gigantischen Bürokratie-Apparates zu erreichen.

Außerdem sollte mehr getan werden, um den hohen Krankenstand zu senken. Und die hohen Tarife in der Verwaltung mit den regelmäßigen Lohnsteigerungen sind auch so manchem Normalbürger nicht zu vermitteln, wenn zum Beispiel, so meine Erfahrung zum Beispiel im Naturschutz, manche Anliegen unbeantwortet bleiben oder zu wenig berücksichtigt werden. Dann stimmt irgendwas im System nicht mehr.
Filzstift und Lineal
29.01.2026, 11:50 Uhr
48 Mio fürs Theater ...
... geplant waren rund 20. Da hat der sog OB recht: Einsparen bei freiwilligen Leistungen.
murmeltier
29.01.2026, 13:07 Uhr
Es ist nicht mehr auszuhalten.
Immer mehr Verwalter für immer weniger Bürger. Das ist nicht zu verstehen. Den Fraktionen, außer AfD, ist das egal. Jeden Monat gibt es ja die Aufwandsentschädigung und die Sitzungsgelder. Und dann noch einem Antrag der AfD zustimmen. Ich glaube es wird Zeit für eine neue Revolution von unten.
Paulinchen
29.01.2026, 13:27 Uhr
So einfach geht es nun doch nicht...
Zunächst müssen jene Mitarbeiter in der Verwaltung, auf die man durchaus verzichten kann, in den Beamtenstatus gehieft werden. Anschließend werden die dann auf nahezu unbestimmte Zeit beurlaubt. Sie können sich dann in der freien Wirtschaft einen hochdotierten Job suchen, denn sie sind Beamte, welche alles können. Nur beim kleinen Michel geht das anders. Der bekommt seine Kündigung und muss gehen.
Nun werden die Schlaumeier sagen, das geht so nicht. Dem sei die heutige Ausgabe der Zeitschrift mit der vier Buchstaben empfohlen. Denn da antwortet ein Ministerpräsident auf diese erholsame Möglichkeit, bis zum Ende des Lebens, doch als Made im Speck zu leben..... Waren es doch in Sachsen auch die Lehrer, welche Beamte sind, die nichts davon halten, dass Lehrer nicht mehr verbeamtet werden sollten. Im Moment werden viele Kiatas geschlossen, weil die Kinder fehlen, demnächst trifft es auch die Schulen. Wetten, dass demnächst unzählige Lehrer noch fix verbeamtet werden? Aber wie kann es anders sein, der Michel wird nicht verbeamtet.....
Fönix
29.01.2026, 14:13 Uhr
Eigentlich ist es ganz einfach:
Egal ob Beamter, Angestellter oder Arbeitnehmer - gleiche Bezahlung und Versorgung (z B. im Krankheitsfall) für vergleichbare Arbeitsleistung, und zwar gleichermaßen bei Ausbildung, Berufsausübung und beim Ruhestandsentgeld. Das ganze altpreußische Gehabe um den Beamtenstatus ist soetwas von aus der Zeit gefallen ....
Da können die Besitzstandswahrer jetzt krakeelen wie sie wollen!
Franz Haarkamm
29.01.2026, 18:08 Uhr
Vielleicht ließe sich auch Personal einsparen und effizienter arbeiten,...
...wenn die Verwaltung nicht dauernd von der AfD mit mehr oder weniger sinvollen Anfragen beschäftigt würde.
Südharzmensch
29.01.2026, 18:18 Uhr
Der Beitrag wurde deaktiviert – Wir haben schon deutlich verstanden, wie Sie das meinen. Verzichten Sie auf Schmähkritik.
P.Burkhardt
29.01.2026, 19:44 Uhr
in den öffentlichen Verwaltungen...
...liebe Vorkommentatoren, arbeiten mitnichten ausschließlich Beamte. Dort arbeiten ebenso Angestellte (für die gibt`s den TVöD).

Der Beamtenstatus ist ein Privileg, welches (in den meisten Fällen) erarbeitet werden muss und das einzige Pfund mit dem der Staat als Arbeitgeber wuchern kann. Jeder, der ein bisschen was auf der Pfanne hat, kann in der freien Wirtschaft mehr Geld verdienen sofern er etwas beweglich ist. Ein Beispiel: Ein mir bekannter Projektmanager (ich erkläre jetzt hier nicht, was so einer macht) bei Aldi verdient mehr als 100k im Jahr. Die gleiche Arbeit verrichtet ein (mir ebenfalls bekannter) Angestellter im ÖD für etwas mehr als die Hälfte. Das tut er nur in der Hoffnung, irgendwann verbeamtet zu werden. Wenn also der ÖD gute Leute haben will, dann braucht er den Beamtenstatus - mit allen Vor- und Nachteilen (ja, es gibt auch Nachteile).

Ich habe hier manchmal den Eindruck, dass manch Einer ein vollkommen falsches Bild von den Realitäten am aktuellen Arbeitsmarkt hat. Die Entscheidung im ÖD zu arbeiten - um vielleicht Beamter zu werden - ist eine Entscheidung fürs Leben mit dem Ziel der persönlichen Absicherung. Auf der Gegenseite locken für helle Köpfe weit höhere Lebenseinkünfte mit entsprechend höheren Altersbezügen, die dann eben auch selbst angespart werden müssen, was aber bei einem entsprechenden Einkommen dann kein Problem ist. Schließlich ist es nicht nur das hohe Arbeitseinkommen, welches in der freien Wirtschaft lockt - sondern die daraus resultierenden höheren Sparraten mit den entsprechenden Kapitalerträgen, ggf. Mieteinnahmen, etc. Alle diese Zusatzeinnahmen münden am Ende in ein weit auskömmlicheres Leben und einen entsprechend besseren Ruhestand als bei einem kleinen Beamten mit seiner Pension.

Wenn man das weiß, dann weiß man auch, dass hier eine unqualifizierte Neiddebatte geführt wird. Und nein: Ich bin (aus den oben genannten Gründen) kein Beamter - und arbeite auch nicht bei Aldi 😂.

Was die Verschlankung der Bürokratie angeht: Da bin ich nur dafür - würde mir meinen Job sehr erleichtern. Allerdings ist das nicht so einfach, da viele Regeln aus Brüssel kommen und in nationalem Recht nunmal umgesetzt werden müssen.
Südharzmensch
30.01.2026, 07:36 Uhr
Der teuerste Beamte im Rathaus ...
Der teuerste Beamte im Rathaus ist der OB mit rund 11.000 Euronen im Monat (Besoldungsgruppe B5, ohne Zuschläge).

Der Clou: Geht Buchmann unverschuldet außer Dienst auch vor dem Rentenalter, kriegt er ab diesem Tag bis Lebensende rund 3000 Euronen überwiesen, bis Lebensende.
Schniedel Castro
30.01.2026, 08:08 Uhr
Ich habe über 25 Jahre im ÖD gearbeitet,
aber die Aussage den Beamtenstatus zu erlangen ist, um's mal milde auszudrücken, absoluter Mumpitz.
Ich frage mich woher der Vorkommentator diese Weisheiten nimmt.
Ja er kennt jemanden der jemanden kennt dessen Schwager... bla bla bla.

euer Schniedel Castro
Anmerkung techn. Support:
Sie dürfen nicht vergessen, wir haben hier Spezialisten für »alles«. 😂
Jäger53
30.01.2026, 09:38 Uhr
Hauptausschuss
Wie es aussieht scheint der Hauptausschuss alle sinnvollen Anträge der AfD abzulehnen.
Filzstift und Lineal
30.01.2026, 12:59 Uhr
Der Bürger wird ausgepresst ...
... die nächste Erhöhung aus dem Hause Buchmann kommt bei den Abwassergebühren - und der Stadtrat nickt ab. 😡
P.Burkhardt
30.01.2026, 13:06 Uhr
Wenn jemand hier
... so lange im ÖD war, dann sollte er auch wissen, dass die Option der Verbeamtung nur für geeignete Stellen im direkten Staatsdienst gilt. Aber, wem sag ich das...

Früher gab es auch bei der (damals staatlichen) Post, den Sparkassen und anderen Einrichtungen des ÖD Beamte. Das ist heute nicht mehr so. Sie können jedoch im Justizvollzug, beim Zoll, der Feuerwehr, der Justiz, dem Finanzamt, der Bundesbank, der Bundeswehr, Stadtverwaltung, dem staatlichen Bildungswesen, u.v.m. ... verbeamtet werden... kein Mumpitz 😘
Fönix
31.01.2026, 06:54 Uhr
@P.Burkhardt
mimimi ... Die armen, unterbezahlten Beamten ... was für eine ARM-SEELIGE, realitätsferne Argumentation!
Vor ein paar Jahren jubelte unser Nachbar-Bundesland Sachsen-Anhalt, dass dort der Einkommensunterschied zwischen Frauen und Männern im bundesweiten Vergleich am geringsten ist. Der Grund dafür wurde gleich mitgeliefert und genauso bejubelt: Der Anteil von Frauen im ÖD ist in Sachsen-Anhalt höher als in allen anderen Bundesländern.
Als selbst ernannter Statistikexperte können Sie sicher ableiten, was diese Fakten für den Einkommensvergleich zwischen Beamten und dem ganzen nicht privilegierten Rest bedeuten ...

Die von Ihnen hier verbreitete Suggestion, dass in der mehr oder weniger freien Wirtschaft im Vergleich zum ÖD in vergleichbaren oder sogar identischen Job's (Lehrer!!!) so ziemlich das Doppelte verdient wird, ist ein
Ammenmärchen aus den 50/60-iger Jahren des vorigen Jahrhunderts.
Mag das für den einen oder anderen abgehobenen Managerposten sogar tatsächlich zutreffen, hat es aber nichts mit der Lebensrealität der breiten Masse der Bevölkerung zu tun.
Wenn ich z.B. sehe, was Alten- und Krankenpfleger, Krankenschwestern, MTA's und andere Mitarbeiter im sozialen Bereich bei ihren verantwortungsvollen Knochenjob's verdienen und dagegen das Einkommen der Beamtin in der Stadtverwaltung setze, die gegenwärtig vorrangig Grünabfallkarten per Hand mit Stempel und Unterschrift sowie ekektronisch verschlüsselt mit dem Namen des Antragstellers und der Kennzeichen-Nr. seines PKW's versieht und dieses Meisterwerk dann dem Bürger gegen die Barzahlung von 20 Euro in die Hände drückt, wird mir speiübel ...
Und wenn ich sehe, welche Kosten dieser Hort der Bürokratie mittlerweile verursacht, kann ich das, was von unten in meine Speiseröhre drängt, wirklich nicht mehr zurückhalten.
Vor Kurzem stand in einer Ausgabe der Thüringen beherrschenden Tageszeitung, dass allein die Kosten für Beamtenpensionen in Thüringen von ca. 70 Mio. Euro jährlich auf rund 1/2 Mrd. (!!!) Euro angestiegen sind und das in weniger als 10 Jahren!
Und beim Thema der politischen Beamten und ihrer "arbeits"lebenslangen Vollversorgung (Aktion Abendsonne!) würde eine entsprechende Betrachtung ganze Bücher füllen !!
P.Burkhardt
31.01.2026, 10:50 Uhr
Oje...
...um das jetzt hier mal abzuschließen:

1. Es macht keinen Sinn völlig verschiedene Jobs und deren Bezahlung zu vergleichen. Das Pflegekräfte gemessen an der Bedeutung Ihrer Arbeit unterbezahlt sind, wissen wir ja alle.

2. Allerdings ist ein Sachbearbeitergehalt im ÖD auch nicht wirklich üppig...(Ein Blick in die unteren Gruppen des TVöD reicht)

3. Sind die angesprochenen Lehrer Akademiker, die i.d.R. Jahre ihres Lebens mit Studium und Ausbildung verbracht haben.... und ehrlich, wer möchte schon seine Kinder jemandem anvertrauen, der unterbezahlt mit der Faust in der Tasche seinem Job nachgeht ?
Im Übrigen ist das "überzogene" Lehrergehalt im Vergleich mit anderen Akademikerjobs gar nicht mehr so hoch.

Ich beende die etwas ausufernde Debatte: In vergleichbaren, qualifizierten Jobs lässt sich mit vergleichbarem Aufwand in der freien Wirtschaft i.d.R. mehr Geld verdienen als im ÖD. Das macht ja auch absolut Sinn, da der Arbeitsplatz im ÖD nach einer gewissen Zugehörigkeit verhältnismäßig sicher ist (Stichwort: betriebsbedingte Kündigungen)... in der freien Wirtschaft ist er das nicht - Stichwort Risikoprämie. Nochmal: Wir vergleichen hier Bürojobs (und schon gar.nicht Wahlbeamte wie den OB, der verglichen mit einem Unternehmenslenker auch eher wenig verdient) und nix anderes.

Eine Anmerkung zu den Thüringer Beamtenpensionen: Ja, die sind absolut gestiegen, was zum Einen an der höheren Zahl der Pensionäre liegt (Demographie) und zum Anderen an den gestiegenen Bezügen, was jedoch genauso für normale Renten und Gehälter/Löhne gilt. Ist jetzt eigentlich nicht so schwer zu verstehen...
Lautaro
31.01.2026, 12:15 Uhr
Huch Fönix !
Mit dieser Mischung aus Fakten und Leidenschaft sind sie durchaus der zukünftige Politiker meiner Wahl.
Mein Gott sind sie gut.
Wir werden uns durchaus bei Sachthemen noch ordentlich strubbeln. Aber meinen Respekt haben sie,
diskobolos
31.01.2026, 21:13 Uhr
Sie werfen einiges durcheinander, Fönix,
Ihre Verärgerung über den einen oder anderen Verwaltungsakt, Angestellte und Beamte im ÖD. Fehlende Effektivität der Verwaltung, Bürokratie . . .

Ich weiß ja nicht, wie viele der Mitarbeiter der Stadtverwaltung verbeamtet sind, vermute aber die von Ihnen beschriebene Abfallkartenbearbeiterin gehört eher nicht dazu. Oder wissen Sie näheres?

Pflegekräfte machen ganz sicher eine wichtige Arbeit. Mein Eindruck vom Pflegeheim meiner Mutter war aber auch, dass sich dort keiner totgeschuftet hat. Dass sie unterbezahlt sind, ist eine Vorstellung, die sich eher aus der Vergangenheit speist. Die Tarifgehälter sind in diesem Bereich nämlich in den letzten Jahren deutlich gestiegen. Verglichen mit manchem anderen körperlich anstrengenden Berufen wird da schon ganz gut verdient.

Dass die Ausgaben für Beamtenpensionen in den letzten Jahren stark gestiegen sind, hat einen einfachen Grund: Nach der Wende gab es praktisch kaum Beamte. ÖD-Mitarbeiter, die kurz vor der Rente standen, wurden ja i. d. R. nicht mehr verbeamtet. Und die Beamten wuchsen ja erst nach vielen Jahren in die Pensionen. Langfristig wird die Bezahlung der Pensionen, wie auch der Gesetzlichen Renten, tatsächlich ein kaum lösbares Problem.

Für die aktuellen Beamten und Pensionäre ist der Staat aber vertraglich gebunden. Daran kann man wohl nichts ändern. Eine scheinbare Lösung wäre es, in der Zukunft z. B. Lehrer und Wissenschaftler nicht mehr zu verbeamten. Wenn man aber als Lehrer in Bayern verbeamtet wird, in Thüringen aber nicht, ist klar, welches BL dann Lehrermangel bekommt.
Fönix
01.02.2026, 00:34 Uhr
@diskobolos
Durcheinandergeworfen habe ich in meinem Kommentar gar nichts. Wenn sie meine Argumente nicht richtig verstehen und einordnen können ist das ihr Problem. Wie auch in zurückliegenden Zeiten bewerten sie nach meiner Wahrnehmung andere Kommentare meist einseitig und oberflächlich, weshalb ich unsere Diskussion im Gegensatz zu früher auch nicht weiter vertiefen werde. Es lohnt einfach nicht. Nur ein Beispiel:
Ihre vergleichende Aussage zu "Pflegekräften" (ich hatte den Bogen deutlich weiter gespannt!) bezieht ausschließlich auf den Aspekt der körperlichen Arbeit. Dass hier auch in erheblichem Umfang medizinische Fachkenntnisse vorliegen müssen scheint für sie nicht relevant oder nicht bekannt zu sein. Und die besobderen psychologischen Herausforderungen (sowohl im Umgang mit den Patienten als auch hinsichtlich der eigenen Belastbarkeit!) haben sie ganz offensichtlich auch nicht auf dem Schirm...

Vieles in ihrer Argumentation erfinden, unterstellen bzw. fehlinterpretieren sie auch. So war ich über das Ausstellen der Grünabfallkarte keinesfalls verärgert, im Gegenteil. Mir ging es bei diesem Beispiel vielmehr um die Tatsache, dass die Anforderungen für viele Tätigkeiten im ÖD sich nun auch nicht gerade in für Otto Normalverbraucher unerreichbaren Sphären abspielen ...

Zu Ihren abenteuerlichen Erläuterungen bezüglich der in wenigen Jahren fast um den Faktor 8 (in Buchstaben: ACHT!!!) angestiegenen Pensionskosten in Thüringen möchte ich mich nicht weiter äußern. Das was sie versuchen darzustellen erklärt nicht einmal einen Bruchteil des Anstiegs in den letzten Jahren, geschweige denn die Hauptursachen ...
Fönix
01.02.2026, 01:47 Uhr
Nochmal @P.Burkhardt:
Zitat P.Burkhardt:
"Ich beende die etwas ausufernde Debatte..."

Wer sind sie, dass sie sich anmaßen, hier die Debatte der Kommentatoren zu beenden?
Ein Mitglied der Redaktion?
Der verlängerte Arm des "Technischen Supports"?
Die Zweitstimme des Herausgebers?

Abgesehen davon, dass ich mir gerade Letzteres angesichts ihrer üblichen überheblichen Vorträge nun wirklich nicht vorstellen kann, nehmen sie bitte zur Kenntnis, dass sie vielleicht für sich unseren bilateralen Disput beenden können. Aber in welchem Umfang ich und andere Kommentatoren auch weiterhin ihren Senf hier beisteuern, geht sie gelinde gesagt einen feuchten Kehricht an....

Und ganz ehrlich:
Wie sie in ihrem (letzten?) Kommentar verzweifelt versuchen, ihre Argumentationslinien zur Stellung des Beamtentums in Deutschland und dessen Status quo mit völlig verquer dargestellten Zusammenhängen zu retten ist nicht nur bemerkenswert, sondern in meinen Augen schon bemitleidenswert ...
Anmerkung techn. Support:
Halten Sue uns da raus. 😎
P.Burkhardt
01.02.2026, 16:50 Uhr
aha @Fönix...
...aber meine Kommentare sind überheblich 😂... Sie sind lustig !

Ich bezog das Debattenende ausschließlich auf mich... mir war nicht klar, dass man das missverstehen kann, zumal mir ja tatsächlich - wie Sie richtig erkannt haben - die Möglichkeit fehlt, die Kommentarspalte zu schließen ... aber für Sie schreibe ich das beim nächsten Mal gerne dazu - alle anderen haben das offenbar verstanden.

Abschließend können Sie vielleicht noch erklären, was denn genau an meiner Argumentation (in ganz einfacher Sprache meinte diese im Kern: "vergleichbares vergleichen und nicht Äpfel mit Birnen") so verquer war...

Ich beende diese Debatte (nun endgültig) FÜR MICH ! Es ist alles gesagt und einiges, was ganz ehrlich besser nicht gesagt worden wäre, weil es einfach falsch (und auch etwas unverschämt) ist...

Habe die Ehre...
diskobolos
02.02.2026, 11:01 Uhr
Ach Fönix,
Warum die Ausgaben für Pensionen stark gestiegen sind, haben Sie offenbar noch nicht verstanden. Es liegt jedenfalls nicht daran, dass bestimmte Pensionäre nun ein Vielfaches an Pension erhalten.

Vielleicht noch einmal erklärt: Direkt nach der Wende war kein Lehrer verbeamtet und diejenigen, die kurz vor der Rente standen, wurden es auch später nicht mehr. So dauerte es viele Jahre, bevor ein nennenswerter Anteil an Lehrern Pensionen erhielt und dieser Anteil wurde größer. Gut möglich, dass es z. B. von den ehemaligen Lehrern einer Schule in einem Jahr 5 Pensionäre gab und ein paar Jahre später dann 30.
Und natürlich steigen die Pensionen kontinuierlich (wie auch die Einkommen und die Renten).

Ich weiß ja nicht, ob Sie in der Pflege tätig waren und Ihr Einkommen als zu niedrig empfanden. Das ist legitim. Für heute empfehle ich, sich die Tarife der Pflegeberufe anzusehen und mit anderen Berufen (Dachdecker, KFZ-Mechaniker) zu vergleichen. Fachlich Qualifikation wird heute in fast jedem Beruf benötigt.

Natürlich gibt es im ÖD auch einfache Tätigkeiten. Die werden aber i. d. R. von Angestellten und nicht von Beamten ausgeführt. Große Gehälter gibt es dafür eher nicht.

Zum Thema: Der AFD-Vorschlag, die Zahl der Beschäftigten pauschal zu reduzieren ist purer Populismus. Wenn die Verwaltung bestimmte Aufgaben erfüllen soll, benötigt Sie auch eine angemessenen Personalausstattung.
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