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Fr, 06:30 Uhr
30.01.2026
WBG Nordhausen zieht Bilanz

Stabil in schwierigen Zeiten

Für die Wohnungsbranche waren die vergangenen Jahre alles andere als einfach. Steigende Bau- und Energiepreise, Fachkräftemangel und eine insgesamt angespannte Marktlage prägten die Entwicklung. Die Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG) zieht dennoch eine positive Bilanz für 2025. Darüber informierten die beiden Vorstände Sven Dörmann und Steffen Loup am Donnerstag bei einem Pressegespräch in Nordhausen…

Steffen Loup und Sven Dörmann in der WBG-Geschäftsstelle. (Foto: ssc) Steffen Loup und Sven Dörmann in der WBG-Geschäftsstelle. (Foto: ssc)
„Es sind außergewöhnliche Zeiten. Dennoch war 2025 für uns ein gutes Jahr“, sagte Sven Dörmann. Die Vermietungsquote liegt mit 96,5 Prozent weiterhin auf einem thüringenweit sehr guten Niveau, auch wenn ein leichter Rückgang um 0,5 Prozentpunkte zu verzeichnen ist. Ursache dafür sei vor allem die geringere Nachfrage nach Wohnungen durch ukrainische Mieter.

Seit 2022 hat die WBG mehr als 300 Wohnungen an ukrainische Familien vermietet und damit maßgeblich zur Auslastung des Wohnungsbestandes beigetragen. Mit dem Rückgang dieser Nachfrage werde es nun wieder einfacher, innerhalb der Stadt eine neue Wohnung zu finden.

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Ebenfalls rückläufig ist das Studentenwohnen. Während vor rund zehn Jahren noch mehr als 800 Studierende in Wohnungen der WBG lebten, sind es derzeit weniger als 400. „Wir haben die Vor-Corona-Zahlen an Studierenden hier in Nordhausen nie wieder erreicht und beginnen jetzt damit, Wohngemeinschaften wieder in normale Wohnungen umzuwandeln“, erklärte Dörmann. Selbst im Bochumer Hof. In Nordhausen gebe es einen Bedarf an großem Wohnraum, so dass diese großen Wohnungen gut vermietbar seien, so Dörmann.

Nahezu konstant geblieben ist die Mitgliederzahl der Genossenschaft. Aktuell zählt die WBG 6.932 Mitglieder. Der Altersdurchschnitt liegt bei 56 Jahren, mehr als 2.300 Mitglieder sind älter als 70 Jahre. „Die Basis unseres wirtschaftlichen Erfolges sind unsere langjährigen Mitglieder“, betonte Dörmann. Entsprechend liege auch künftig ein Schwerpunkt darauf, Wohnungen an die Bedürfnisse älterer Menschen anzupassen. Dazu gehören barriereärmere Umbauten. „2025 haben wir beispielsweise stadtweit 35 Bäder barrierearm umgebaut, das heißt Badewannen wurden gegen Duschen getauscht“, berichtete Dörmann.

Generell würden die älteren Mitglieder ihrem Vermieter sehr treu sein: Über 600 Familien leben länger als 50 Jahre bei der WBG; rund 200 sogar in ein und der selben Wohnung. Unter den jüngeren Mietern ist die Fluktuation höher. Insgesamt gab es im vergangenen Jahr rund 770 Wohnungswechsel. Für die Aufbereitung dieser Wohnungen investierte die WBG etwa 5,5 Millionen Euro. Insgesamt flossen mehr als 11 Millionen Euro in die laufende Instandhaltung, inklusive zwei Millionen Euro wurden für Strangsanierungen der Sanitär- und Elektroanlagen, Fassadenreinigungen sowie die Sanierung von 40 Treppenhäusern.

Im Rahmen des Modernisierungsprogramms ließ die WBG zudem 111 Balkone anbauen. Dafür wurden knapp drei Millionen Euro investiert. Insgesamt belief sich das Investitionsvolumen 2025 auf rund 13,5 Millionen Euro. Sämtliche Maßnahmen seien innerhalb der geplanten Zeit- und Kostenrahmen umgesetzt worden – was angesichts der aktuellen Bau- und Marktsituation „außergewöhnlich ist“, so Dörmann.

Auch für 2026 plant die WBG umfangreiche Investitionen. Vorgesehen sind unter anderem 2,8 Millionen Euro für weitere Strangsanierungen, 5,5 Millionen Euro für Wohnungswechsel sowie 2,5 Millionen Euro für den Anbau von 90 zusätzlichen Balkonen in der Löbnitzstraße, Hardenbergstraße und Jorkstraße.

Ein besonderes Vorhaben ist der geplante Neubau „Black One“, dessen Bau 2026 beginnen soll. Das Pilotprojekt in der Schröderstraße mit einer Bauzeit von rund 18 Monaten umfasst sechs Drei-Raum-Wohnungen von rund 85 Quadratmeter sowie eine Vier-Raum-Wohnung mit etwa 100 Quadratmetern. Der Erstbezug ist für Oktober 2027 vorgesehen. Das Gebäude soll weitgehend energieautark betrieben werden – unter anderem mit Photovoltaikanlagen auf Dach und Fassade, großen Energiespeichern, Infrarotheizungen und einem rein elektrischen Versorgungskonzept. Möglich ist das Konzept aber auch nur, weil der Neubau nicht im Fernwärmeanschlussgebiet der Stadt liegt. Vorgesehen ist erstmals eine Teilpauschalmiete, in der Heizkosten, Wohnungsstrom und Hausbeleuchtung enthalten sind. Die Miete wird zwischen 16 und 18 Euro pro Quadratmeter liegen, zuzüglich eines Euro pro Quadratmeter kalter Betriebskosten.

Trotz der vergleichsweise hohen Gesamtmieten zwischen 1.700 und 2.000 Euro sei die Nachfrage groß. Bereits 28 Exposés seien verschickt worden. Unterhalb dieser Preisspanne sei der Neubau wirtschaftlich nicht darstellbar, insbesondere bei innerstädtischer Nachverdichtung. "Es gibt also diesen Markt für Wohnungen in diesem Preissegment auch in Nordhausen", so Dörmann.

Deutlich günstiger ist die durchschnittliche Nettokaltmiete in den WBG-Wohnungen. Sie liegt bei 5,67 Euro pro Quadratmeter und steigt moderat um rund ein Prozent pro Jahr. Ziel bleibe eine sozialverträgliche Wohnungsversorgung bei gleichzeitig wirtschaftlich stabiler Entwicklung.

Weitere Vorhaben ab 2026 betreffen die Umstellung auf Fernwärme in den Wohngebieten Taschenberg, Rudolf-Breitscheid-Straße und Morgenröte bis zur Förstemannstraße. Zahlreiche Gebäude mit Gasetagen- oder Gaszentralheizungen sollen in den kommenden Jahren an das Fernwärmenetz angeschlossen werden.

Sehr zufrieden zeigte sich der Vorstand auch mit der Entwicklung der Tochtergesellschaft WVG. Diese bietet wohnbegleitende Dienstleistungen sowie Energie- und Wärmelieferung an. Derzeit bestehen mehr als 2.000 Strom- und Gasverträge. Zudem investierte die WVG über fünf Millionen Euro in ein eigenes Glasfasernetz. Mehr als 1.000 Mitglieder nutzen inzwischen das Internetangebot der WBG.

Dem Fachkräftemangel begegnet die Genossenschaft ebenfalls aktiv. Der eigene Handwerkerstamm wurde insbesondere in den Bereichen Elektro, Heizung und Sanitär ausgebaut. Hintergrund ist der Wegfall langjähriger Partnerbetriebe ohne Nachfolge. „So können jährlich mehrere tausend Kleinaufträge eigenständig abgearbeitet werden“, sagte Dörmann.

Das Jahr 2026 steht außerdem im Zeichen eines Jubiläums: Am 10. April 1901 wurde der Nordhäuser Spar- und Bauverein gegründet. Geplant sind ein Festakt zum 125. Geburtstag am 10. April sowie ein großes Mitgliederfest am 20. Juni.

Mit rund 5.500 Wohnungen in Nordhausen und weiteren etwa 1500 in der Region zählt die WBG heute zu den größten Wohnungsgenossenschaften Thüringens.
Susanne Schedwill

Autor: ssc

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Kommentare
mabe39
30.01.2026, 21:13 Uhr
Zum Artikel der WBG
Zu diesen positiven Ergebnis trägt eine Position für eine Hausdame im Bereich Aueblick, Stollbergrrstraße bei.
Ein zwei Personenhaushalt muß für diesen Posten über 200,00 Euro zahlen,obwohl nicht bekannt isr wo und wie diese Dame zu erreichen ist und welche Aufgaben sie hat.
Im Mietvertrag ist diese Funktion vereinbart,ohne Erklärung.
Aktzeptiert man dies nicht kann man in diesen Wohnbereich keine Wohnung bekommen.
Nicht einmal Vertreter können über Aufgaben und Erreichbarkeit Auskunft geben
Wanderwölfin
31.01.2026, 19:32 Uhr
Stabil
Dort wollte ich auch nicht unbedingt Wohnen.
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