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Fr, 09:00 Uhr
06.02.2026
Lichtblick zum Wochenende

Wo ist er denn, der liebe Gott?

Gemeindepädagoge Thomas Endter hat sich im Alltag jüngst die Frage gestellt, wo er denn da ist, der liebe Gott. Und ob beten etwas nützt. Im Lichtblick zum Wochenende sucht er mehr als nur einfache Antworten zu finden...

Es ist ja ziemlich kalt derzeit. Wenn ich nun hingehe und die Heizung anstelle oder den Ofen heize- ist die Wärme des Raumes eine Belohnung für mein treues Heizen? Oder wenn ich Durst habe und ein Glas Saft trinke- ist das Gefühl, sitt (um dieses Wort mal zu verwenden) zu sein, eine Belohnung für das Safttrinken? Oder sind solche Zustände eine Folge meine Handlung?

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Solche Gedanken kamen mir neulich beim Vorbereiten von Andachten und Gottesdiensten. Denn wenn man in Medienkanäle schaut, fragt sich sicher mancher, wo er denn da ist, der liebe Gott. Und ob beten etwas nützt.

Als Christ glaube ich natürlich, dass beten etwas nützt, aber diese Antwort ist jetzt etwas zu einfach. Vor allem, weil es nicht selten mit magischem Denken verwechselt wird. Doch ein bloßes Wünschen ist ja kein Beten. Was passiert beim Beten? Klar, ich richte meinen Sinn auf Gott aus und habe vielleicht sogar ein Anliegen. Vielleicht fang ich auch an, total viele Sachen zu erzählen, die mich gerade beschäftigen. Aber idealerweise werde ich still, wenn ich Worte suche, die ich an Gott richten kann. Denn in den Evangelien steht, man soll beim Beten nicht so viel plappern, sondern zum Punkt kommen. Und dieses Suchen nach Worten führt meist zu Fragen wie: „Könnte ich eine Sache auch aus anderem Blick betrachten?“ oder „Ich das, was ich will, auch das, was gerade gut wäre?“. Kurz: im Gebet finden auch eine Selbstverortung und Reflexion statt.

Auch andere Religionen ohne Gottesbezug kennen solche Praktiken. Selbst Atheisten nutzen ähnliche Methoden, ganz ohne kosmische Ordnung. Wir Christen vertrauen da auf Gott. Wir besinnen uns und im Idealfall kommen uns neue Gedanken, neue Wege oder ein Anschub zu Tatkraft in den Sinn. Schlimmstenfalls haben wir uns etwas Last von der Seele geredet.

Beten alleine wird vermutlich nicht die Welt geraderücken. Aber es orientiert uns neu auf das Gute. Und Ihren Nachbarn vielleicht gerade auch. Und die Leute auf der anderen Straßenseite. Und ein paar Leute am anderen Ende des Ortes. Und dann gehen Sie vielleicht gemeinsam einen neuen Weg. Und das Gute, das dann entsteht, ist nicht eine Belohnung, sondern die Folge ihres neuen Blickes, zu dem ein Gebet den Funken gab.

Viele solche Funken wünscht Ihnen
Thomas Endter
Gemeindepädagoge Kirchenkreis Bad Frankenhausen - Sondershausen
Autor: red

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