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So, 17:00 Uhr
15.02.2026
"Bauturbo" in Nordhausen

Grüne wollen Wohnexperten einbinden

Die Gruppe von Bündnis 90/Die Grünen im Stadtrat Nordhausen unterstützt die Initiative zur Beschleunigung von Wohnbauvorhaben durch den sogenannten „Bauturbo", fordert jedoch eine Einbindung der lokalen Wohnungswirtschaft sowie die konsequente Ausrichtung an den Zielen des Integrierten Stadtentwicklungskonzepts (ISEK)...

Mit dem Bauturbo soll Wohnungsbau schneller realisiert werden. (Foto: ssc) Mit dem Bauturbo soll Wohnungsbau schneller realisiert werden. (Foto: ssc)
Der Verwaltungsvorschlag sieht vor, die gemeindliche Zustimmung für Wohnbauprojekte unter bestimmten Voraussetzungen auf den Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt zu übertragen, um Fristen einzuhalten und Verwaltungsprozesse zu straffen.

„Mehr Tempo beim Wohnungsbau ist dringend notwendig, um den akuten Bedarf an bezahlbarem Wohnraum zu decken“, erklärt Pascal Leibbrandt, Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt, am Sonntag in einer Pressemitteilung. „Doch Geschwindigkeit darf nicht auf Kosten von Nachhaltigkeit, sozialer Ausgewogenheit oder den langfristigen Entwicklungszielen unserer Stadt gehen. Gerade das ISEK gibt uns hier klare Leitplanken vor, die wir einhalten müssen. Zudem muss die Aufwertung von sozialem Wohnungsbau oder Lückenschließung in Wohngebieten im Fokus stehen“.

Die Grünen betonen, dass die städtische Wohnungsbaugesellschaft (SWG) und die Wohnungsbaugenossenschaft (WBG) Nordhausen als zentrale Akteure der lokalen Wohnungswirtschaft zwingend in den Entscheidungsprozess eingebunden werden müssen. „Die Expertise der SWG und WBG ist unverzichtbar, um Projekte zu realisieren, die nicht nur schnell, sondern auch sozial verträglich, klimagerecht und langfristig tragfähig sind“, so Leibbrandt. „Ihre Perspektive muss von Anfang an berücksichtigt werden, um Fehlentwicklungen zu vermeiden und die Ziele des ISEK konsequent umzusetzen.“
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Um dies sicherzustellen, kündigte Leibbrandt an, die Geschäftsführungen der SWG und WBG Nordhausen zur nächsten Sitzung des Ausschusses für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt einzuladen. Termin ist der 23. März.

Ziel ist es, die Leitlinien des „Bauturbos“ gemeinsam mit den Wohnungsunternehmen zu präzisieren und deren Fachwissen in die Ausgestaltung der Beschleunigungsmaßnahmen einfließen zu lassen. „Nur so können wir gewährleisten, dass der Wohnungsbau in Nordhausen nicht nur schneller, sondern auch zukunftsfähiger wird“, betont Leibbrandt abschließend.

Oberbürgermeister Kai Buchmann (parteilos) hatte in der jüngsten Stadtratssitzung am Mittwoch dieser Woche den Antrag auf Einführung des Bauturbos zurückgezogen. In Nordhausen soll sich der Bauturbo an zehn Leitlinien halten, das hatte jedoch fraktionsübergreifend für Kritik gesorgt. Die Leitlinien sollen jetzt noch einmal überarbeitet werden.

Autor: ssc

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Kommentare
Relly8015
16.02.2026, 08:39 Uhr
Die Initiative der Grünen in Nordhausen, den Bauturbo konstruktiv voranzutreiben, verdient klare Unt
Pascal Leibbrandt und die Gruppe Bündnis 90/Die Grünen machen genau das Richtige: Statt den Turbo pauschal abzulehnen oder ihn ungezähmt durchzuwinken, fordern sie eine **präzise, fachlich fundierte Ausgestaltung**. Die Einladung der SWG und WBG Nordhausen in den Ausschuss für Stadtentwicklung, Wirtschaft und Umwelt am 23. März ist ein kluger Schritt. Die Expertise der lokalen Wohnungsunternehmen ist unverzichtbar, um sicherzustellen, dass Beschleunigung nicht zu Lasten sozialer, klimagerechter und nachhaltiger Projekte geht.
Die Vertagung durch OB Kai Buchmann war notwendig – die ursprünglichen zehn Leitlinien waren zu eng gefasst und hätten den Turbo wirkungslos gemacht, ohne dass echte Beschleunigung entsteht. Jetzt besteht die Chance, die Leitlinien so zu überarbeiten, dass sie:
- konsequent am **Integrierten Stadtentwicklungskonzept (ISEK)** ausgerichtet sind,
- Priorität auf **bezahlbaren und klimafreundlichen Wohnraum** legen (z. B. durch Mindestanteile geförderter Wohnungen, Energieeffizienz, Grünflächenschutz),
- echte Bürgerbeteiligung und Transparenz gewährleisten,
- verhindern, dass der Turbo nur renditestarken Investoren nutzt.
Mehr Tempo beim Wohnungsbau ist in Nordhausen dringend nötig – aber nur, wenn es **zukunftsfähig** und **sozial verträglich** passiert. Die Grünen setzen hier genau den richtigen Akzent: Beschleunigung ja, aber mit Verstand, Fachwissen und klarem Fokus auf das, was die Stadt wirklich braucht.
Weiter so – der 23. März könnte ein wichtiger Meilenstein für einen **guten** Bauturbo in Nordhausen werden!
Realist 2.0
16.02.2026, 17:29 Uhr
Die Grünen und die Linken und der Bauturbo
Meiner Ansicht nach ist der Vorschlag zum sogenannten „Bauturbo“ (Leitlinien) vor allem deshalb zurückgezogen worden, weil es dafür keine tragfähige Mehrheit mehr gab – und weil insbesondere die CDU darauf gedrängt hat, ihn in dieser Form nicht weiterzuverfolgen. Der Oberbürgermeister hat das Vorhaben schließlich zurückgenommen, weil die ursprüngliche Ausgestaltung so nicht mehrheitsfähig und in vielen Teilen auch nicht praktikabel war.

Selbstverständlich ist es richtig, dass ein beschleunigter Wohnungsbau auch dem sozialen Wohnungsbau dienen soll. Der Bedarf ist unstrittig. Allerdings darf dieses Instrument nicht ideologisch verengt werden. Ein echter „Bauturbo“ muss auch jungen Familien zugutekommen, die in unserer Region bleiben, Eigentum schaffen und Verantwortung übernehmen wollen. Ebenso dürfen Investoren, die bereit sind, hier zu bauen und damit zur Entwicklung der Region beizutragen, nicht pauschal ausgegrenzt werden. Genau dieser Eindruck entsteht jedoch, wenn man Positionen von Grünen und Linken betrachtet.

Wer ernsthaft mehr Wohnraum schaffen will, sollte soziale Aspekte stärken, ohne dabei Wachstum, Investitionsbereitschaft und die Interessen junger Familien auszubremsen. Nur ein ausgewogener Ansatz wird unserer Stadt langfristig gerecht.
Relly8015
16.02.2026, 18:44 Uhr
Vielen Dank für die differenzierte Sicht
„Vielen Dank für die differenzierte Sicht – teile vieles davon. Die Vertagung war tatsächlich kein ‚Sieg‘ einer Seite, sondern pragmatische Konsequenz aus breiter Kritik (auch CDU).
Die Grünen in Nordhausen lehnen den Turbo nicht ab – im Gegenteil: Pascal Leibbrandt fordert genau das, was Sie beschreiben: Tempo ja, aber mit Fachwissen von SWG/WBG, Ausrichtung am ISEK und Balance zwischen sozialem Bedarf, Familien-Eigentum und Investoren. Die Einladung der Wohnungswirtschaft in den Ausschuss am 23. März zeigt: Hier wird nicht ideologisch blockiert, sondern konstruktiv nachjustiert.
Ein ausgewogener Turbo (sozial + nachhaltig + investorenfreundlich) wäre ideal – genau das scheinen die Grünen lokal anzustreben. Lassen wir die Überarbeitung abwarten, bevor man Seiten pauschal vorwirft, Investoren auszugrenzen.
Was denken Sie: Welche Leitlinien wären für Sie entscheidend, damit junge Familien und Investoren gleichermaßen profitieren?“
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