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Mi, 17:37 Uhr
18.02.2026
Jahresbericht der Suchthilfe für 2025

So viele wie noch nie

Mit 720 Klienten suchten so viele Menschen wie noch nie die Suchthilfe der Diakonie in Nordhausen auf. Problemfeld Nummer Eins bleibt der Alkohol, einen signifikanten Anteil machten im vergangenen Jahr aber auch Angehörige aus, die sich beraten ließen…

Wer allein nicht aus der Sucht kommt, braucht Hilfe. Symbolbild (Foto: pixabay.com) Wer allein nicht aus der Sucht kommt, braucht Hilfe. Symbolbild (Foto: pixabay.com)

Mit 720 Klienten lagen die Zahlen der Suchthilfe noch einmal über dem Rekordjahr 2021 mit 714 Menschen in der Beratung. Für 2025 verzeichnete das Haus dabei 540 Neuzugänge.

Als Hauptproblematik musste man sich wie üblich mit dem Alkohol auseinandersetzen. 311 Klienten waren wegen Alkoholabhängigkeit zur Suchthilfe gekommen, direkt dahinter kamen Angehörige auf der Suche nach Beratung und Hilfe mit 181 Personen. Die Abhängigkeit von Stimulantien belegt mit 120 Fällen Platz drei, auf Platz vier fanden sich 62 Cannabisabhängige.

Eine gute Nachricht: die Zahl der Fälle von Amphetamin- und Metamphetaminabhängigkeit ist weiter rückläufig, zählte man im Jahr 2019 noch 322 Fälle waren es im vergangenen Jahr nur noch 120.

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Die Mehrheit der Klienten war männlichen Geschlechts, Frauen waren in 266 Fällen betroffen. Arbeiter und Angestellte machten 267 der 720 Klienten aus, 201 waren Arbeitslosengeldempfänger, 83 Rentner, 37 Schüler und Studenten und 24 Selbstständige. In Sachen Bildungsgrad bildeten Menschen mit Realschulabschluss mit 390 Personen die größte Gruppe, gefolgt von Hauptschulabschlüssen mit 166 Personen, lediglich 37 Personen verfügten über keinen Abschluss.

Zum Ende des Jahres befanden sich 349 Personen weiterhin in Behandlung, für 244 Menschen konnten in einen regulären Behandlungsplan gebracht werden und in 98 Fällen kam es zum vorzeitigen Abbruch durch die Klienten.

Zu erwähnen ist auch die ambulante Selbsthilfegruppe des Suchthilfezentrums. Insgesamt 26 Personen lebten zwischenzeitlich in der „Clean WG“. Die Wohngemeinschaft nimmt sich als hilfreiche Gemeinschaft wahr und identifiziert sich mit den Regeln, denen alle beim Einzug zustimmen. Im Zentrum stehen der Abstinenzwille und darüber hinaus eine Lebensgestaltung, die neuen Erfahrungen und Zufriedenheit ermöglicht, erläutert die Suchthilfe in ihrem Jahresbericht. Der Ansatz findet Anklang, in 2025 stieg die Nachfrage nach Zimmern in der Wohngemeinschaft stark an. Es gab zunehmend Anfragen, denen vor allem aus Kapazitätsgründen nicht entsprochen werden konnte.

Aufklärung, Reflekion, Umdenken
Ambulant betreutes Wohnen ist eine wichtige Säule in der Suchthilfe, die Menschen mit Suchtproblemen die Möglichkeit bietet, ein selbstständiges Leben zu führen und gleichzeitig Unterstützung bei ihrer Genesung zu erhalten. Es ist eine sinnvolle Alternative oder Ergänzung zu stationären Therapieangeboten, heißt es im Bericht weiter.

Damit es gar nicht erst soweit kommt, wendet das Suchthilfezentrum viel Zeit und Energie auf die Präventionsarbeit auf. Im Jahr 2025 führte das Suchthilfezentrum in Nordhausen 81 Präventionsveranstaltungen bzw. Projekttage, Weiterbildungen, Gesundheitstage in Firmen und Fachkräfteschulungen durch. Insgesamt wurden durch 99 Veranstaltungen 2442 Personen erreicht.

Mit den Programmen „Klasse 2000“ und „Eigenständig werden“ ging man an die Grundschulen, war aber auch an Regelschulen und Gymnasien, bei Berufs- und Hochschule, in Vereinen und selbst dem Kirchenkreis zu Gast. Mit dem „Bienchen“-Projekt versucht man außerdem, in Zusammenarbeit mit dem Familienzentrum Kindern aus suchtbelasteten Familien zu helfen.

"Präventionsarbeit ist ein wichtiger Bestandteil im Bereich der Suchtarbeit. Hier bietet sich die große Chance, Kindern und jungen Menschen die Folgen von missbräuchlichem Konsum und Suchtkrankheit erlebbar zu machen, Konsumkompetenz zu fördern, sowie das Hilfesystem vorzustellen", erläutert Dirk Rzepus, der Leiter des Suchthilfezentrums. Entscheidend seien Bewältigungsstrategien im Sinne der Lebenskompetenz sowie Wissen zur Selbstpflege. „Sucht wird in unserer Gesellschaft leider immer noch moralisch bewertet. Die Präventionsveranstaltungen, die auf der Grünen Liste der Prävention qualitätsgesichert sind, laden zur Aufklärung, Reflektion und zum Umdenken ein“, fasst Rzepus zusammen.
Autor: red

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