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Sa, 14:30 Uhr
21.03.2026
Internationaler Tag des Waldes

LuchsWälder sind gut für Klima und Artenvielfalt

Der Frühling steht vor der Tür und die ersten Vögel beziehen bereits ihre Brutgebiete. Aber auch viele andere Wildtiere haben sich in den zurückliegenden Wochen bereits verpaart und suchen schon bald geeignete Rückzugsorte für die Aufzucht ihrer Jungen...

„Die Paarungszeit von Luchsen geht meist von Februar bis März. Etwa ab Mai suchen sie sich dann ruhige Plätze, um ihren Nachwuchs wohlbehütet und geschützt aufziehen zu können,“ erklärt Silvester Tamás der Koordinator des NABU-Luchsprojektes in Thüringen. „Wälder spielen dabei eine wichtige Rolle. Sie gelten als die letzten Rückzugsorte für viele Tiere, besonders für den Luchs. Die majestätische Katze mag ruhige, wald- und wildreiche Gebiete, in denen sie jagen, gefahrlos wandern und ihre Jungen ungestört zur Welt bringen kann.“

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Thüringer Wälder stehen unter Druck
Ruhige Wälder sind laut NABU Thüringen im Freistaat selten geworden, denn der Wald steht unter massiven Druck. Aufgrund von flächendeckend in Thüringen vorkommenden Nadelbaum-Monokulturen, sowie zurückliegenden Trockenjahren und den damit verbundenen Borkenkäferkalamitäten hat die Intensität forstwirtschaftlicher Bewirtschaftungsmaßnahmen enorm zugenommen. Doch auch in geschützten und bislang intakten Laub- und Laubmischwäldern sind forstwirtschaftliche Eingriffe aufgrund der hohen Holznachfrage deutlich häufiger geworden. Langfristig kann der Nutzungsdruck dort zu weiteren Schäden führen.

Ein Luchs im Unterholz (Foto: Leo/fokus-natur.de) Ein Luchs im Unterholz (Foto: Leo/fokus-natur.de)

Im Wald die Bedürfnisse der Natur berücksichtigen
„Umso wichtiger sind Waldgebiete, in der die Natur genügend Raum und Zeit hat, um sich zu entwickeln. Diese bieten uns Menschen Erholung und ein gesundes Klima. Mit unserer Aktion LuchsWald wollen wir Waldbesitzende dazu ermuntern, die Bedürfnisse der Natur mehr im Blick zu haben und die forstwirtschaftliche Bewirtschaftung entsprechend anzupassen oder ganz darauf zu verzichten. Das hilft nicht nur dem Luchs, sondern auch anderen seltenen und bedrohten Arten. Sogar das Klima kann von LuchsWäldern profitieren“, sagt Silvester Tamás.

Bewerben um die Auszeichnung zum LuchsWald
Bisher hat der NABU Thüringen insgesamt mehr als 1.400 Hektar Wald im Freistaat als LuchsWald mit einer Plakette ausgezeichnet. „Besonders erfreulich ist, dass wir in einigen ausgezeichneten LuchsWäldern sogar Luchse mit Nachwuchs dokumentieren konnten. Für uns ist dies ein guter Beleg, dass LuchsWälder ihren Sinn und Zweck erfüllen.“ Zukünftig wünscht sich der NABU Thüringen, dass sich noch mehr Waldbesitzende für eine Auszeichnung ihrer Wälder bewerben. LuchsWälder können als Trittsteine für die Vernetzung der bislang noch verinselten Luchsvorkommen und damit als sichere Wanderwege und Rückzugsorte fungieren.

Thüringen als zentraler Vernetzungskorridor für den Luchs
Thüringen liegt zentral in Deutschland und Mitteleuropa. Mit seinen wald- und wildreichen Mittelgebirgslagen dient der Freistaat als ganz zentraler Vernetzungskorridor für die Luchse im Harz und dem Bayerischen Wald, sowie dem Erzgebirge und den Waldgebieten im Westen der Republik. Der NABU-Luchsexperte Silvester Tamás sagt zur bundesweiten Situation von Luchsen: „Aktuell streifen etwa 25 Luchse durch Thüringen und drei Weibchen bekamen im letzten Jahr sogar Nachwuchs. In ganz Deutschland gibt es schätzungsweise etwa 150 bis 180 Luchse. Damit sich die Luchse mit anderen in Europa vorkommenden Luchspopulationen hinreichend genetisch austauschen können, braucht es eine Vernetzung der Lebensräume. LuchsWälder können hierzu einen wichtigen Beitrag leisten.
Autor: red

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