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So, 10:30 Uhr
22.03.2026
Tag des Unkrauts

Wiesen-Viagra und Hustenmittel

Gartenbesitzern ist „Unkraut“ meist ein Dorn im Auge, dabei wurden viele Wildkräuter jahrhundertelang als Heilpflanzen genutzt und geschätzt. Der NABU plädiert zum „Tag des Unkrauts“ am 28. März dafür, die ungeliebten Pflanzen in einem anderen Licht zu sehen und sie zumindest in einem Teil des Gartens zu dulden...

„Unkraut wird zu Unrecht so genannt, denn Wildkräuter sind wertvoll für Insekten und andere Gartentiere – und viele haben Heilwirkungen für den Menschen“, sagt NABU-Pressesprecherin Silvia Teich. „Leider ist das Wissen darüber häufig verloren gegangen. Unsere Großeltern wussten noch, wie sie die Kräuter in Küche und Hausapotheke einsetzen konnten.“

So wird beispielsweise der Löwenzahn seit Jahrhunderten als Heilkraut genutzt. Durch seinen hohen Gehalt an den Vitaminen A, C, K und verschiedenen B-Vitaminen wirkt eine Kur mit frischen jungen Blättern Wunder bei Frühjahrsmüdigkeit. Seine Bitterstoffe regen die Verdauung an und unterstützen die Leber bei der Entgiftung. Löwenzahn wirkt sich außerdem positiv auf den Blutzuckerspiegel aus, da er Inulin enthält. Das ist ein Ballaststoff, der bewirkt, dass Kohlenhydrate langsamer ins Blut übergehen.

In der Brennnessel finden sich Vitamin A und C, Karotinoide, Kalium, Kalzium, Eisen, Folsäure und entzündungshemmende Flavonoide. Die Pflanze wirkt stark harntreibend und blutreinigend. Auch die Samen sind essbar. Der Verzehr soll die Potenz steigern, daher werden sie auch „Wiesen-Viagra“ genannt. „Auch Insekten fliegen auf die Brennnessel“, so Teich. „Sie ist Raupenfutterpflanze für mehrere Dutzend heimische Falterarten, darunter Tagpfauenauge, Distelfalter und Admiral. In jedem Garten sollte es daher eine Brennnesselecke geben – sei es als Superfood-Quelle oder als Insektenbuffet.“

Die Blätter des Spitzwegerichs helfen bei Insektenstichen. „Einfach zerdrückte Blätter auf dem Stich verreiben“, empfiehlt Teich. Spitzwegerich enthält Stoffe mit antibakterieller Wirkung, außerdem Schleimstoffe, die reizmildernde Effekte besitzen. Sie bilden eine Art schützenden Film über die Schleimhaut in Mund und Rachen und reduzieren lästigen Hustenreiz.

Auch der wegen seiner starken Ausbreitung oft verhasste Giersch ist ein gutes Heilkraut. Ein Tee aus seinen Blättern beugt Blasenentzündungen vor, weil er die Entwässerung fördert und Entzündungen hemmt. Auch die Blätter stecken voller Vitamine, Mineralien und Spurenelemente. „Ein Pesto aus Giersch ist lecker und sehr gesund“, sagt Teich. „Bei diesem wie vielen anderen Wildkräutern gilt: nicht vernichten, sondern lieber vernaschen.“

Weitere Infos zu Wildkräutern im Garten: www.NABU.de/Garten-Wildkraeuter
Autor: red

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