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So, 10:51 Uhr
19.04.2026
Neue Ausstellung im „ Meyenburg“ eröffnet

Glück im Kunsthaus

Es ist Samstag, der 18. April, kurz nach 17.30 Uhr. Zahlreiche Damen und Herren haben sich bereits im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg eingefunden oder sind noch auf dem Weg dorthin. Alle vereint an diesem Abend ein Ziel: Sie wollen einem nicht gerade unbekannten Humoristen ihre Gunst erweisen: Die Rede ist von Gerhard Glück. Zu den Gästen zählt auch (wieder) die nnz …

Hans-Georg Backhaus hat sich die neue Karikaturen-Ausstellung im Kunsthaus angesehen (Foto: Hans-Georg Backhaus) Hans-Georg Backhaus hat sich die neue Karikaturen-Ausstellung im Kunsthaus angesehen (Foto: Hans-Georg Backhaus)

Nach den „CLOWNS“ ist es die zweite Kunstausstellung in diesem Jahr, die im Rahmen einer Vernissage feierlich eröffnet wird. „Welch ein Glück“ – so betitelt sie sich, und es werden etwa 100 Werke des 1944 in Bad Vilbel geborenen Gerhard Glück präsentiert. Er wuchs in Frankfurt am Main auf. Seine künstlerischen Fähigkeiten erwarb sich Glück während seines Studiums in den Bereichen Werbegrafik und Kunsterziehung.

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„Bereits als er noch zur Schule ging, karikierte er mit Vorliebe seine Lehrer – vor allem jene, die ihm verhasst waren“, weiß Kunsthaus-Leiterin Susanne Hinsching in ihrer Laudatio zu berichten. Dafür habe er sich sogar ein kleines Büchlein angeschafft. Nicht nur seine Mitschüler, sondern auch seine Lehrer hätten es mit „Begeisterung“ angesehen. „Dadurch wurde ihm sehr schnell klar, dass er eine Begabung für diese Art der Zeichnung hatte.“

Bis 2004 war er auch als Kunsterzieher tätig. Der seit geraumer Zeit in Kassel lebende Künstler arbeitete zunächst für die „Hessische Allgemeine“, von 1973 bis 1990 für die „Süddeutsche Zeitung“, seit 1991 als ständiger Mitarbeiter von „NZZ Folio“, einer Zeitschrift der „Neuen Zürcher Zeitung“. Und nicht zu vergessen für das aus der DDR stammende und in die neue Zeit gerettete Satiremagazin „Eulenspiegel“. Gegenwärtig publiziert er seine Karikaturen in der Zeitschrift „Schweizer Landliebe“.

Den Gedanken, dass in dieser Werkschau die Arbeiten zum Thema Kunst und des zwischenmenschlichen Alltags im Fokus stehen, greift Hinsching nach einem kunstgeschichtlichen Exkurs in ihrer Laudatio schließlich auf. Sie sieht in Glück den seit vielen Jahren „gefragtesten humoristischen Künstler im deutschsprachigen Raum“. Und erinnert zudem daran, dass bereits vor 10 Jahren die Werke Glücks die Wände der Jugendstilvilla schmückten und der Künstler mit seiner Gattin selbst zugegen war.

Hinsching hat sowohl viel lobende wie auch erklärende Worte für Glücks Kunstwerke parat. Diese seien keine Karikaturen im eigentlichen Sinne, „also schnell gekritzelt, nur für den aktuellen Augenblick gedacht“. Seine Arbeiten seien unikate Kunstwerke, „die meist sogar zeitlos und sehr aufwendig und detailgetreu gemalt sind“.

Zudem hebt Hinsching auch die Verhaltensweisen von Museumsbesuchern und die Kunstmuseen selbst in den Werken Glücks hervor, die nämlich kommen darin „nicht ganz ungeschoren davon“. Sie verweist auch auf seine Auseinandersetzung mit den großen Meistern der Kunstgeschichte, diese sei aber „immer sehr liebevoll“ und zeigt sich überzeugt, dass Monet, Picasso oder auch Mirò – könnten sie die Arbeiten sehen – von ihnen „begeister“ wären.

In Glücks Werken offenbaren sich nach Hinschings Worten „altmeisterliche Mal-Techniken und Stile ebenso wie die leichte, durch das Licht beherrschte Strichführung der Impressionisten“. Kein Wunder, dass die Kunst des Kasselers in zahlreichen renommierten Museen und Städten, wie beispielsweise Frankfurt am Main, München, Berlin, Kassel sowie Wien, Zürich und Basel immer gern gezeigt wird.

Auch als Illustrator hat sich Glück einen Namen gemacht. So sind in zahlreichen Büchern aus dem Lappan-Verlag Illustrationen zu Texten beispielsweise von Kurt Tucholsky, Christian Morgenstern und Heinz Erhardt zu finden. Seine Arbeiten wurden vielfach ausgezeichnet, so u.a.mit dem Deutschen Karikaturen-Preis 2005.

Kurz und gut: Mit dem „komischen Künstler“ Gerhard Glück ist dem Kunsttempel in der Nordhäuser Alexander-Puschkin-Straße abermals eine sehenswerte Präsentation gelungen, die ganz gewiss so manchem Besucher die Geschehnisse um die gegenwärtigen Krisen und Kriege zumindest zeitweise vergessen lässt und die Freude am Komischen in den Vordergrund rückt.

Und an der Stelle, wo ansonsten bei einer Vernissage Musik erklingt, ist an diesem Abend Anja Eisner präsent. Die langjährige Chefdramaturgin am Theater Nordhausen stimmt mit humorvollen Texten, u.a. aus der Feder von Joachim Ringelnatz oder Christian Morgenstern, auf die Werke des Kasseler Künstlers gekonnt ein. Da verwundert es nicht, dass nach diesem Wort- Beitrag reichlicher Beifall nicht ausbleibt.

Die Ausstellung „Welch ein Glück“, die übrigens von Hildegard Seidel namens der Stadtverwaltung Nordhausen eröffnet worden ist, kann ab sofort bis zum 14. Juni 2026 im Nordhäuser Kunsthaus Meyenburg, A.-Puschkin-Straße 31, besucht werden. Öffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag jeweils von 10 bis 17 Uhr. Wichtiger Hinweis: Am Pfingstmontag, 25. Mai, ist das Kunsthaus ebenfalls geöffnet.
Hans-Georg Backhaus
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Welch ein Glück - neue Ausstellung im Kunsthaus Meyenburg (Foto: Hans-Georg Backhaus)
Autor: red

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Kommentare
Frauke
19.04.2026, 11:22 Uhr
Bei allem Respekt für die nnz
gemeint ist im Artikel wahrscheinlich "NZZ-Folio"...ein keinesfalls ehrkränkender Lapsus für die nnz. ;-)
Anmerkung techn. Support:
Ja, das geht schnell. Da wir aus NZZ mal eben NNZ. Sorry. Wir haben es geändert.
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