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Mi, 08:53 Uhr
20.05.2026
Naturparkverordnung auf dem Prüfstand

Südharzer Gipskarst wird Fall fürs Gericht

Das Ellricher Gipsunternehmen Casea fechtet die Naturparkverordnung für den Südharz an und sieht sich in seinem Abbaubetrieb eingeschränkt. Ob die Verordnung rechtmäßig ist, damit muss sich heute das Oberverwaltungsgericht in Weimar beschäftigen...

Der Kohnstein bei Niedersachswerfen ist einer der größten oberirdischen Gipstagebaue in der Region. Er wird nicht von Casea sondern der Kohnstein Bergwerks GmbH betrieben. Der Kohnstein gilt als ein Negativbeispiel, wie  der oberirdische Abbau des Rohstoffes die Natur verändert. (Foto: ssc) Der Kohnstein bei Niedersachswerfen ist einer der größten oberirdischen Gipstagebaue in der Region. Er wird nicht von Casea sondern der Kohnstein Bergwerks GmbH betrieben. Der Kohnstein gilt als ein Negativbeispiel, wie der oberirdische Abbau des Rohstoffes die Natur verändert. (Foto: ssc)
Vor dem Thüringer Oberverwaltungsgericht in Weimar wird am heutigen Mittwochvormittag über eine Klage des Ellricher Gipsunternehmens Casea gegen die Thüringer Naturparkverordnung für den Südharz verhandelt. Nach Angaben des Gerichts sieht sich das Unternehmen durch die Naturparkverordnung in seinen Möglichkeiten zum Abbau und zur Verarbeitung von Gips und Anhydrit eingeschränkt. Die Verordnung vom 1. Dezember 2010 untersagt unter anderem den oberirdischen Abbau von Bodenschätzen im Naturparkgebiet.
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Grundsätzlich regelt die Verordnung den Schutz und die Entwicklung der Südharzer Landschaft: Ziel ist unter anderem der Erhalt der Gipskarstlandschaft, naturnaher Wälder und der Artenvielfalt. Gleichzeitig sollen Erholung, Tourismus und nachhaltige Nutzung der Region ermöglicht werden.

In dem sogenannten Normenkontrollverfahren prüft das Oberverwaltungsgericht nun, ob die Regelungen in der Verordnung rechtmäßig sind. Casea baut in der Region unter anderem Gips und Anhydrit ab, verarbeitet die Rohstoffe und vertreibt sie weiter. Einer der Steinbrüche befindet sich zwischen Niedersachswerfen und Appenrode.

Der Konflikt um den Gipsabbau im Südharz schwelt seit vielen Jahren. Umweltverbände warnen vor nicht umkehrbaren Schäden der Natur und weisen auf mittlerweile alternativ vorhandenen Baustoffe und Gipsrecycling hin. Die Industrie argumentiert, dass der Baustoff weiterhin benötigt wird und der Abbau Arbeitsplätze in der Region sichert. Der Kohleausstieg in Deutschland hat die Situation noch einmal verändert: Spätestens bis 2038 sollen bundesweit alle Kohlekraftwerke abgeschaltet werden. Damit fällt zunehmend sogenannter REA-Gips weg, der bislang als Nebenprodukt der Rauchgasentschwefelung in großen Mengen für die Baustoffindustrie genutzt wurde. Branchenvertreter gehen deshalb davon aus, dass Naturgips künftig deutlich stärker an Bedeutung gewinnt.
Susanne Schedwill
Autor: ssc

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Kommentare
mabe39
20.05.2026, 10:03 Uhr
Gipsabbau
Das Unternehmen Caesa hat seinen Hauptsitz in Niedersachsen und hat sich nach der Wiedervereinigung in den Südharz erweitert .Es sollte eine Erhebung gemacht werden wieviel Gips dieses Unternehmen in Niedersachsen und wieviel im Südharz abbaut.
Immer schön nach dem Prinzip; Erst bauen wir im Südharz ab und dann haben wir genug im Raum Osterode und sichern dann dort Arbeitsplätze
Franz 2018
20.05.2026, 11:27 Uhr
Falsch
Die Casea GmbH hat ihren Hauptsitz in Ellrich. Die Casea hat tatsächlich noch weitere Standorte in Deutschland und das nicht nur in Niedersachsen. Übrigens gehört Casea zur Remondis Gruppe.... Nicht immer irgendein Halbwissen verbreiten, sondern bitte mal vorher kundig machen. Die Seite der nnz findet man doch auch. Übrigens, nein, ich arbeite da nicht, aber da ich mich für die Situation interessiere, mache ich mich kundig, was wer wo macht und wie die Zusammenhänge sind.......
Bodo Schwarzberg
20.05.2026, 12:31 Uhr
Gipsabbau: Kompromisse finden
Der Schaden, den der Gipsabbau verursacht, geht leider nicht mit in die Preisbildung der Gipsprodukte ein. Die Natur ist ein Selbstbedienungsladen für die Gipsindustrie zum Nulltarif.

Dennoch: Da nicht davon auszugehen ist, dass der Naturgipsabbau in nächster Zeit in unserer Region endet, sollte versucht werden, weitere Steinbrüche außerhalb von schützenswerten Landschaftsteilen anzulegen und die Steinbrüche kleinflächiger, also von vornherein auch nach ökologischen Kriterien, zu gestalten.

Historisch betriebene kleine Steinbrüche zeigen je nach Lage nach meiner Beobachtung auf Grund des vorteilhafteren Mikroklimas oft eine höhere Artenvielfalt und eine bessere Entwicklung der Pflanzendecke, als großflächige Brüche wie am Kohnstein.

Steinbrüche in ausgeräumten Ackerlandschaften anzulegen könnte, falls einige Dinge berücksichtigt werden, zu einer höheren Biodiversität mit gefährdeten Arten durch größeren Strukturreichtum führen, als in naturnahen Landschaften.

Naturschutzrecht gegen Bergbau auszuspielen und umgekehrt, führt zu nichts Gutem, da unsere Region nun einmal ihren Wert weder als einmalige Landschaft, noch als Ressourcenlieferant verlieren soll.

Zumindest sind das die bestehenden, sich bisher ausschließenden Positionen.
raxel88
20.05.2026, 19:15 Uhr
Bitte sachlich bleiben
Herr Schwarzenberg der Abbau von einheimischen Rohstoffen ist nicht für lau. Es sind viele Auflagen damit verbunden wie z.B. Rekultivierungen von alten Abbaugebieten, Aufforstung von Ersatzflächen und so weiter. Das wissen Sie sicherlich, also bitte fair bleiben, das erwarten Sie ja schließlich auch.
P.Burkhardt
20.05.2026, 20:17 Uhr
Ich denke auch,
dass die gesetzlich vorgeschriebene Renaturierung in den Produktpreisen einkalkuliert ist... alles Andere wäre betriebswirtschaftlicher Bullsh!t. Wissen tu ich es natürlich nicht, hab mit dieser Branche tatsächlich nicht viel zu tun...
Ex-post
20.05.2026, 22:31 Uhr
Umweltminister Kummer ist schuld
Die Thüringer Umweltminister Tilo Kummer (BSW) und der Vorgänger Bernhard Stengele (Grüne) sind Schuld. Von denen geht doch als Minister für Bergbau aus, daß vernünftige Kompromisse wie sie auch Bodo Schwarzberg geschrieben werden, nicht angewendet werden.

Sogar der Landrat von Nordhausen von der SPD kann da nur zugucken.

Und es ist unverantwortlich, daß Innenminister Georg Maier von der SPD mit solchen Leuten in einer Regierung sitzt. Er schadet damit der SPD und muss auch an die Bergleute denken.

Es gibt Umweltauflagen für die Bergleute und solange sie die einhalten, müssen sie zur Arbeit gehen dürfen.
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