Mi, 15:15 Uhr
27.05.2026
Rennrad-Freunde treffen sich in Nordhausen
Diamanten aus der DDR
Seit 1885 wurden bei Diamant Fahrräder gebaut, in der DDR wurden mit den Zweirädern aus Chemnitz Spitzensport betrieben und bis heute gibt es viele Liebhaber der historischen Drahtesel. Einer davon kommt aus Nordhausen und hat das diesjährige Diamant Fahrer-Treffen für das kommende Wochenende zu sich nach Hause geholt…
Eigentlich wollte Niels Weißenborn vor knapp 20 Jahren nur ein Fahrrad für den täglichen Gebrauch haben und weil bei dem Gedanken auch die Nostalgie lang vergangener Kindertage mitschwang, sollte es ein DDR-Rad werden, ein Diamant um genau zu sein. Da kam dann eins zum anderen. Ich dachte, auf meine Kleinanzeige melden sich zwei, drei Leute. Am Ende hatte ich zehn Fahrräder. Die waren alle auf ihre Art schön und damals auch noch erschwinglich zu haben, also bin ich mit dem Kleintransporter durch Thüringen gefahren und hab sie eingesammelt. Das war der Start meiner Sammlung, erzählt Weißenborn.
Die Schrauberei kommt mit dem Machen - Nils Weißenborn sammelt seit fast zwei Jahrzehnen "Diamant" Fahrräder (Foto: agl)
Heute umfasst die rund 50 Räder - vom Standard Renn-Drahtesel bis zur hoch spezialisierten Maßanfertigung für Rennen bei den Olympischen Spielen. Mit der Sammelleidenschaft kam auch Bekanntschaft mit Gleichgesinnten und der regelmäßige Besuch des Diamant Fahrer-Treffens, das jährlich an anderen Orten stattfindet und bis zu 100 Diamant-Enthusiasten aus der ganzen Republik zusammenbringt. Da geht es natürlich vor allem um die Gemeinschaft. Man zeigt seine restaurierten Räder, fachsimpelt, tauscht Ersatzteile. Und genau das wollen wir auch am Samstag auch in der Kleinen Freiheit machen., erzählt Weißenborn.
Dass das Treffen nun vor der eigenen Haustür stattfindet, bringt dabei auch eine Gelegenheit mit sich, die sich so sonst nicht bieten würde. Einzelne Räder wurden immer mal wieder in Ausstellungen gezeigt, aber die ganze Bandbreite an einem Ort zusammenzubringen, das hat bisher noch nie geklappt, sagt der Sammler. Rund 30 seiner Räder wird Weißenborn in einer kleinen Sonderausstellung präsentieren und da ist Rennrad nicht gleich Rennrad. Im Fokus stehen die sogenannten TEXTIMA Räder, die zwischen 1970 und 1990 als Sondergruppe der Diamant-Räder im VEB Kombinat Textilmaschinenbau Karl-Marx-Stadt gefertigt wurden. Im Spezialradbau wurde damals echte Pionierarbeit geleistet, die Wiege der modernen Carbon-Räder liegt auch in der DDR. Für den Spitzensport und die olympischen Spiele wurden auf die Fahrer zugeschnittene Räder gefertigt und im Windkanal für die Luftfahrt in Dresden aerodynamisch optimiert. Und auf der Straße und der Rennbahn konnte man dann auch entsprechende Titel holen, das ist für die meisten Räder gut dokumentiert, erzählt Weißenborn.
Ein Highlight der Ausstellung wird ein Olympia-Rad von 1988 sein, außerdem wird ein Diamant-Freund ein frisch restauriertes Rad aus dem Jahr 1902 mitbringen, das vielleicht älteste noch erhaltene Diamant-Fahrrad, unter Diamant-Freunden eine kleine Sensation, meint Weißenborn. Zu sehen sind die seltenen Stücke am Samstag ab 11 Uhr in der Kleinen Freiheit in der Freundschaftsstraße in Nordhausen. Neben schmucken Rädern und netten Gesprächen wird es Linsensuppe, Steak und Bratwurst geben.
Am Sonntag wird man sich am gleichen Ort um 10 Uhr zur Ausfahrt in die Goldene Aue treffen, die Strecke führt über 20 Kilometer nach Görsbach, Auleben und Heringen. Mitfahrer sind herzlich willkommen, auch ohne historisches Gefährt.
Angelo Glashagel
Autor: redEigentlich wollte Niels Weißenborn vor knapp 20 Jahren nur ein Fahrrad für den täglichen Gebrauch haben und weil bei dem Gedanken auch die Nostalgie lang vergangener Kindertage mitschwang, sollte es ein DDR-Rad werden, ein Diamant um genau zu sein. Da kam dann eins zum anderen. Ich dachte, auf meine Kleinanzeige melden sich zwei, drei Leute. Am Ende hatte ich zehn Fahrräder. Die waren alle auf ihre Art schön und damals auch noch erschwinglich zu haben, also bin ich mit dem Kleintransporter durch Thüringen gefahren und hab sie eingesammelt. Das war der Start meiner Sammlung, erzählt Weißenborn.
Die Schrauberei kommt mit dem Machen - Nils Weißenborn sammelt seit fast zwei Jahrzehnen "Diamant" Fahrräder (Foto: agl)
Heute umfasst die rund 50 Räder - vom Standard Renn-Drahtesel bis zur hoch spezialisierten Maßanfertigung für Rennen bei den Olympischen Spielen. Mit der Sammelleidenschaft kam auch Bekanntschaft mit Gleichgesinnten und der regelmäßige Besuch des Diamant Fahrer-Treffens, das jährlich an anderen Orten stattfindet und bis zu 100 Diamant-Enthusiasten aus der ganzen Republik zusammenbringt. Da geht es natürlich vor allem um die Gemeinschaft. Man zeigt seine restaurierten Räder, fachsimpelt, tauscht Ersatzteile. Und genau das wollen wir auch am Samstag auch in der Kleinen Freiheit machen., erzählt Weißenborn.
Dass das Treffen nun vor der eigenen Haustür stattfindet, bringt dabei auch eine Gelegenheit mit sich, die sich so sonst nicht bieten würde. Einzelne Räder wurden immer mal wieder in Ausstellungen gezeigt, aber die ganze Bandbreite an einem Ort zusammenzubringen, das hat bisher noch nie geklappt, sagt der Sammler. Rund 30 seiner Räder wird Weißenborn in einer kleinen Sonderausstellung präsentieren und da ist Rennrad nicht gleich Rennrad. Im Fokus stehen die sogenannten TEXTIMA Räder, die zwischen 1970 und 1990 als Sondergruppe der Diamant-Räder im VEB Kombinat Textilmaschinenbau Karl-Marx-Stadt gefertigt wurden. Im Spezialradbau wurde damals echte Pionierarbeit geleistet, die Wiege der modernen Carbon-Räder liegt auch in der DDR. Für den Spitzensport und die olympischen Spiele wurden auf die Fahrer zugeschnittene Räder gefertigt und im Windkanal für die Luftfahrt in Dresden aerodynamisch optimiert. Und auf der Straße und der Rennbahn konnte man dann auch entsprechende Titel holen, das ist für die meisten Räder gut dokumentiert, erzählt Weißenborn.
Ein Highlight der Ausstellung wird ein Olympia-Rad von 1988 sein, außerdem wird ein Diamant-Freund ein frisch restauriertes Rad aus dem Jahr 1902 mitbringen, das vielleicht älteste noch erhaltene Diamant-Fahrrad, unter Diamant-Freunden eine kleine Sensation, meint Weißenborn. Zu sehen sind die seltenen Stücke am Samstag ab 11 Uhr in der Kleinen Freiheit in der Freundschaftsstraße in Nordhausen. Neben schmucken Rädern und netten Gesprächen wird es Linsensuppe, Steak und Bratwurst geben.
Am Sonntag wird man sich am gleichen Ort um 10 Uhr zur Ausfahrt in die Goldene Aue treffen, die Strecke führt über 20 Kilometer nach Görsbach, Auleben und Heringen. Mitfahrer sind herzlich willkommen, auch ohne historisches Gefährt.
Angelo Glashagel

