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Sa, 20:28 Uhr
30.05.2026
Biologie-Exkursion mit Schulrekord!

Warum nur einmal, wenn auch zweimal „geht“

Der Mai ruft zum wiederholten Male die Biologen der eA-Kurse des Humboldt-Gymnasiums nach Torfhaus in den Nationalpark Harz, wo sie im Rahmen ökologischer Exkursionen Lebensräume charakterisieren, Arten qualitativ & quantitativ erfassen, abiotische Faktoren ermitteln & vergleichen wollen.

Also keine Zeit verlieren. Schnell noch den Körper präpariert, Rucksack auf & los geht’s. Das dieses Jahr besonders werden würde, zeigt sich bereits beim Marsch zum ersten Ziel – statt Brockenwetter strahlender Sonnenschein & Kurze-Hose-Temperaturen. & so können die jungen Forscher auf der Wolfswarte in aller Ruhe bestimmen & zählen, was da wächst, riecht, krabbelt, fliegt oder zwitschert.

Botanische Exkursion des Humboldt-Gymnasiums auf den Brocken (Foto: Humboldt-Gymnasium) Botanische Exkursion des Humboldt-Gymnasiums auf den Brocken (Foto: Humboldt-Gymnasium)

Weiter geht’s zum Rotenbeek, einem kleinen Moorbach, dessen Wasser, stark huminsäurehaltig & dadurch rötlich-braun gefärbt, super sauber, sauerstoffreich und unbelastet munter vor sich hin plätschert.
Die Frage, ob es sich um eine homogene Biozönose handelt, wird bei der Wanderung um den Oderteich leicht beantwortet: Natürlich nicht! Der Wald im Wandel zur Wildnis kann in all seinen Facetten beobachtet werden. Abgestorbene Fichten teilen sich den Platz mit jungem wilden Wald, der sich gerade arten- und strukturreicher entwickelt. Neben einigen der ältesten Fichten des Harzes wächst frisches Grün, und das Landschaftsbild wechselt zwischen Moor-Fichtenwäldern & offenen Moorflächen. Das Kaiserwetter animiert zu einem erfrischenden Bad während der Siesta.

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Vor dem Abendbrot bleibt noch Zeit, dem Nationalparkhaus einen informativen Besuch abzustatten & im Harzresort Argumente zu finden, ob sich wirtschaftlichen Interessen mit denen eines Nationalparks vereinbaren lassen. Die Motivation, den Aussichtsturm mit seiner Rutsche zu testen, geht beim Blick auf die Preisliste schnell gegen Null.

Vorm Schlafengehen wird der Sonnenbrand nachbehandelt, das Torfmoos unter das Mikroskop genommen Volleyball & UNO (nicht) (mit)gespielt.
Bei strahlendem Sonnenschein geht es am zweiten Tag in 95min auf den Brocken. Frau Osterloh erwartet uns schon am Garteneingang & lädt zu einer Führung ein. Die Blumenpracht ist überwältigend & stolz erzählt sie, dass sich Brocken-Anemone & -Habichtskraut prächtig entwickeln.

Nach der Erkundung des Brockenplateaus stehen beim Abstieg gleich mehrere Themen auf dem Plan. Neben den Vegetationszonen sollen der Harz im Wandel & der ökologische Wert des Grünen Bandes erläutert sowie die Bedeutung des Borgenkäfers diskutiert werden.

Botanische Exkursion des Humboldt-Gymnasiums auf den Brocken (Foto: Humboldt-Gymnasium) Botanische Exkursion des Humboldt-Gymnasiums auf den Brocken (Foto: Humboldt-Gymnasium)

Wolkenloser Himmel, strahlender Sonnenschein, angenehme Temperaturen, nahezu Vollmond & das Bett direkt am Startpunkt – warum dann also nicht nach einer 20km-Wanderung Abendbrot essen, statt UNO mit Henrik zu spielen, aufs Ohr hauen & Mitten in der Nacht eine Sunrise-Tour auf den „Hexenberg“ in Angriff nehmen? Zwölf hoch motivierte Humboldtianer ließen sich auch nach dem Blick auf das Freitagprogramm und die Bedenken von Herrn Skara, dass die Jacke zu dünn sein könnte, nicht davon abhalten, sich schnell noch eine Stirnlampe zu kaufen, 2:45Uhr aufzustehen, um 3Uhr auf Goethes Spuren den Brocken erneut zu erklimmen, gemeinsam auf seinem Inspiration Point Platz zu nehmen & andächtig den Sonnenaufgang zu bestaunen. Was für ein Erlebnis!

Nach einem ausgiebigem Genussmoment ging es zum Frühstück & anschließend noch ins Radauer Born. Dem Moor fehlt Wasser. Es verbuscht zunehmend, und Rausch-, Preisel- & Heidelbeere erobern die Fläche. Noch ein letztes Mal den Vögeln gelauscht, das Messgerät endgültig geschrottet, die Moorvegetation trotz aufkommender Müdigkeit gewissenhaft bestimmt & die noch fehlenden Sequenzen für das Exkursionsvideo gefilmt. & bevor wir mit „Meine Füße….“, dem ein & anderen Sonnenbrand & bleibenden Erinnerungen ins Wochenende fahren, wird resümiert: Mit einem Block voller Messergebnisse, meterlangen Videosequenzen, über 56 Wanderkilometern, mehr als 90000 Schritten & weniger als 24h für zwei Brockenbesteigungen haben wir einen neuen Schulrekord!
Autor: red

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