Heute startet das 56. Rolandsfest und soll auch eine Generalprobe für das kommende Jahr werden, wenn die Stadt Nordhausen ihren 1.100 Geburtstag feiert. Dabei steht das Jubiläum in großen Fußstapfen. Die Altvorderen haben zum 1000-Jährigen im Jahr 1927 alle Register gezogen, zeigt ein Blick in die Geschichte…
Michael Meyenburg und Ratsherren des 16. Jahrhunderts im Festumzug des Jahres 1927 (Foto: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Nordhausen a. Harz)
Nordhausen blickt auf eine lange und durchaus stolze Geschichte zurück. Über Jahrhunderte hinweg war man als freie Reichsstadt weitestgehend unabhängig, wirtschaftliche Stärke und Bürgerstolz schmückten die Stadt aus, auch in schweren Zeiten.
Mit dem Rückblick auf eben solche Zeiten beginnt der Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Nordhausen a. Harz für das Jahr der Jahrtausendfeier 1927. Und schwer waren sie wirklich, die Kriegs- und Nachkriegsjahre. Starke Stürme seien, bis in die jüngste Zeit hinein, über das Vaterland hinweggebraust, schreibt Oberbürgermeister Curt Baller in seinem Vorwort zum Bericht. In den Grundfesten sei das Land erschüttert, Krieg und Inflation verlangten von Reich, Ländern und Gemeinden und jedem Staatsbürger Opfer in unerhörtem Ausmaße.
Rund 1000 Söhne Nordhausens blieben auf dem Schlachtfeld und schwer seien auch die sonstigen Opfer gewesen. Viele Jahre lang lastet die an Hungersnot grenzende Lebensmittelknappheit und das fast völlige Fehlen sonstiger Gegenstände des täglichen Lebensbedarfs schwer auf der Bevölkerung und untergrub ihre Gesundheit, schreibt Baller, groß war zudem die Zahl derer, deren Spargroschen durch die Inflation zerrannen und die fremder Hilfe bedurften […] Zahlreich waren auch die Zusammenbrüche im Wirtschafts- und Geschäftsleben und manche Existenz ist in diesen Jahren höchster Not zu Grunde gerichtet worden.
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Und doch sei die Stadt insgesamt glimpflich aus der Krise gegangen, sei verantwortungsvoll mit den Finanzen umgegangen und sogar gewachsen. Zu Kriegsbeginn zählte Nordhausen 33.000 Einwohner, zum Zeitpunkt des Berichtes waren es 38.000. Die Bautätigkeit blieb rege aber nicht überspannt, man habe es abgelehnt, die Hände in den Schoß zu legen und alles späteren Zeiten zu überlassen. Insbesondere die sozialen und kulturellen Aufgaben habe man nie vernachlässigt, ein besonderes Ruhmesblatt sei die Pflege der Kunst gewesen, die auch in Krisenzeiten gefördert wurde und unter anderem 1917 in der Eröffnung des Nordhäuser Theaters mündete. Alles in allem also: kein Rückschritt, auch kein Stillstand, sondern ein, wenn auch langsames und vorsichtiges Vorwärtsschreiten auch in Zeiten größter Not!, summiert der Oberbürgermeister.
Die Vorbereitungen
Als man am 26. Mai 1925 den Beschluss fasst, die Jahrtausendfeier in das Jahr 1927 zu legen, bewegen sich die Geschicke der Stadt für den Moment wieder in ruhigeren Gewässern und es ist eine akademische Debatte, die zunächst die Gemüter erregt: Wie alt ist Nordhausen wirklich? Nimmt man es genau, hätte der alte Flecken fränkischer Gründung sein Millenium schon zum Ende des 18. Jahrhunderts feiern müssen. Doch den Historikern gilt vor allem anderen das niedergeschriebene Wort als verlässliches Faktum. Selbst da ist Raum für Interpretation, denn man hat zwei Urkunden aus der Regenschaft Heinrichs I., die Nordhausen namentlich erwähnen, ein bis heute erhaltenes Schriftstück aus dem Jahr 929 und eine verlorene, aber verlässlich nachweisbare Urkunde fast wortgleichen Inhalts, die auf den 13. Mai 927 datiert.
Dabei bliebt es. Zwei Jahre hatte man also zur Organisation des großen Festes und es lesen sich die Schritte damals wie heute ähnlich: Inspiration andernorts sammeln, Ausschüsse und Unterausschüsse bilden, Bürgerbeteiligung ermöglichen, Werbung machen. Letztere umfasste visuelles wie haptisches Material:
Reklamestempel Nordhausen, die 1000 jährige STADT AM HARZ
Briefverschlussmarken
Festpostkarten
Festschrift und Stadtführer, Auflage 25.000 Stück
Ein Werbeplakat, Auflage 10.000 Stück
Erinnerungstaler
Bronze- und Porzellan-Denkmünzen
Die Ehrengabe der Stadt Nordhausen, eine große Münze
Und der Erinnerungsstein, der bis heute an vielen Fassaden in Nordhausen zu sehen ist und die Stadtgründer Heinrich und Mathilde zeigt
Zur historischen Bildung und kulturellen Zerstreuung wurde die Geschichte der Stadt im zweibändigen Großwerk Das tausendjährige Nordhausen aus der Feder des Studienrats Dr. Silberborth in Auftrag gegeben, Auflage hier: 3.000 Exemplare. Die Stadt hat sich mit diesem Werk ein Denkmal gesetzt, wie es weniger Städte besitzen, heißt es im Bericht, die Neuauflage des ersten Bandes aus dem Jahr 2001 ist bis heute das zugänglichste Standardwerk zur Nordhäuser Geschichte für die Zeit der Stadtgründung bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts.
Um die alte Finkenburg stand es vor 1927 nicht gut, zum Jubiläum wurde das einstige Gildehaus aufwendig saniert (Foto: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Nordhausen a. Harz)
Sekundiert wurde Silberborths Werk von einer Reihe gelehrter Einzelbetrachtungen und der Förderung der Kunst wurde mit dem Historischen Bilderbuch der tausendjährigen Stadt Nordhausen Rechnung getragen, welches von Fritz Teichmüller mit Federzeichnungen illustriert wurde. Eine Bildergeschichte sollte auch der Festumzug werden, dem widmet der Bericht gleich einen eigenen Abschnitt.
Auch baulich hatte man alle Hände voll zu tun, in allen Stadtteilen entstanden alte Fachwerkhäuser aus langem Schlaf zu neuem, farbenfrohem Leben, heißt in der Rückschau, wobei der Sanierung der Finkenburg besondere Bedeutung beigemessen wurden.
Weiterhin steht im Bericht zu lesen:
Dass das Magistratssitzungzimmer zwölf bunte, bleiverglaste Wappenfenster von befreundeten Städten zum Geschenk erhielt (im Eingangsbereich der Flohburg ist heute noch ein Überbleibsel zu sehen)
Dass die Herren Otto und Georg Kruse ihrer Vaterstadt die Mittel für die Bemalung der Decke im Sitzungszimmer mit heraldischen Motiven und zur Beleuchtung selbiger schenkten
Dass auch die Flure des Rathauses bunte Fenster erhielten
Dass in der Bahnhofstraße ein mittelalterliches Stadttor nachgebaut und von zwei Landsknechten bewacht wurde
Dass an der großen Sportanlage - gemeint ist das heute nicht mehr existente Stadion - ein neues und großartiges Freibad mit einer Wasserfläche von 20 mal 70 Metern samt 10 Meter Sprungturm angelegt wurde
Dass gleicherorts durch private Hand eine mustergültige Reitbahn entstand
Dass mit dem Ankauf des Becker’schen Villengrundstücks in der Osterstraße das Neue Museum eingerichtet werden konnte und dass das Haus mit seiner Möbelsammlung, dem Aussichtsturm und dem Staudengarten über unsere Provinz hinaus zur Sehenswürdigkeit geworden sei (die Rede ist natürlich vom Haus Meyenburg)
Dass das Stadtbad um einen Anbau und medizinische Bäder erweitert wurde
Dass der Verband deutscher Rosenfreunde mit der Herbstschau den Rosengarten eröffnete
Dass die elektrische Straßenbeleuchtung vom Bahnhof bis zum Neumarkt (dem heutigen August-Bebel-Platz) großzügig eingerichtet wurde
Dass im Mai zehn neue Glocken für die evangelischen Kirchen der Stadt geweiht und so die Verluste des Krieges ersetzt wurden
Dass auch der erneuerte, katholische Dom Mitte November seine Weihe erhielt
Nachbau eines Stadttores in der Bahnhofstraße (Foto: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Nordhausen a. Harz)Festtage, Fackeln und der große Festumzug
Manches im alten Bericht liest sich seltsam vertraut, etwa die Beschreibung der offiziellen Feierstunde. Eine große Festhalle wird auf dem Neumarkt errichtet - heute wäre es wohl ein Zelt - welche die schiere Zahl der Gäste kaum fassen konnte (was heute nicht passieren würde, schon der Sicherheit wegen). Eröffnet werden die Festtage mit einem Gottesdienst in der Nicolai-Kirche hinter dem Rathaus. Die Feierstunde begeht man im mit Blumen geschmückten Stadttheater, es wird aufgespielt. Der Oberbürgermeister hält die Begrüßungsrede, der Stadtschulrat die Festrede, man hört allerlei Grußworte von wichtigen Persönlichkeiten, man dankt denen, die das Fest ermöglicht haben.
Der sprachlichen Gewandtheit der Zeit kann hier einmal Raum gegeben werden, die Stimmung im Theater wird wie folgt beschrieben:
Die ersten Takte der Festovertüre, die der Komponist Wilhelm Rinkens unserer Stadt gewidmet hatte, gaben den Gedanken und Gefühlen aller, denen das Erleben dieser Stunden vergönnt war, die gleiche Richtung. Die edlen Rhythmen eines Festspruchs - eines Werkes des Dichters Helmut Unger, eines Nordhäuser Kindes - tönten durch den Raum und weckten Widerhall in allen, die schweigend, und von der Bedeutung der Stunde gefangen, den Werken lauschten, aus denen des Dichters Heimatliebe widerklang
Auch außerhalb des Theaters nahm man am Geschehen Teil: Auf dem Markt- und dem Gehegeplatz werden Lautsprecher aufgestellt, für die landesweite Verbreitung via neumodischem Radio sorgen der Mitteldeutsche Sender und der Deutschlandsender. In der Festhalle wird ein Festmahl bereitet, auch hier wieder Reden und Reminiszenz, im Theater erklingt der erste Akt der Walküre und am Abend glühten 4.800 Fackeln durch die Stadt. Sorgen um das Wetter lösten sich am Festsonntag in Wohlgefallen auf, der Männergesangsverein kann im Sonnenschein zum Platzkonzert laden. Zur Mittagsstunde wird es eng in der Stadt, mit dem Zug, zu Fuß und allen nur möglichen Beförderungsmitteln zieht es die Menschen zum großen Festumzug, den Kraftwagen- und Fuhrwerksverkehr hatte man bereits umgeleitet, die Nordhäuser Polizei erhält Verstärkung durch berittene Kräfte aus Erfurt.
Tausende Zuschauer wohnten dem Festumzug bei (Foto: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Nordhausen a. Harz)Eine nach zehntausenden zählende Menschenmasse stand Kopf an Kopf in den Straßen, die der Festzug durchschreiten sollte, schreiben die Berichterstatter, der Höhepunkt der Feierlichkeiten, zu dem sich die Organisatoren aber hatten durchringen müssen. Lange war man im Zweifel, ob man ihn wagen sollte: Seine Abhängigkeit vom Wetter und die - Gemessen an seiner Dauer - sehr hohen Kosten ließen schwere Bedenken gegen ihn aufkommen, steht im Bericht zu lesen, letztlich habe sich die Erkenntnis durchgesetzt, dass sich das Wagnis lohnen würde und man den Entschluss nicht bereut hätte.
Vom historischen Umzug existieren auch einige der ersten bewegten Bilder aus Nordhausen und eine Reihe an Fotografien, die man heute im Stadtmuseum Flohburg sehen kann. Weniger bekannt ist hingegen die Industrie- und Gewerbeschau Nordhausen, die Igeno, welche zwei Monate lang von Mitte Juni bis August zu sehen war. Auch hier hatte man sich ob der zu erwartenden Kosten schwer getan. Die finanzielle Grundlage konnte schließlich durch weitgehendes Entgegenkommen der Stadt und die Beteiligung weiter Kreise der Bürgerschaft gelegt werden. Die Platzfrage klärte sich mit der Verfügbarkeit der Kondorwerke, drei Flughallen in einer Größe von 40 Morgen, also etwa 100.000 Quadratmetern oder knapp 14 Fußballfeldern, die im Bereich der heutigen Darre lagen und direkt an das Stadion angrenzten.
Das Schwimmbad am späteren "Stadion" (Foto: Verwaltungsbericht des Magistrats der Stadt Nordhausen a. Harz)
Aussteller kamen aus Industrie, Handel, Handwerk, dem Kunstgewerbe, dem Bergbau und der Landwirtschaft in und um Nordhausen. Flankiert wurde die Hauptausstellung durch Sonderveranstaltungen, darunter die Vorführung landwirtschaftlicher Maschinen, eine Polizei- und Schäferhundeschau und ein großes Reit- und Fahrturnier. Die Vergnügungslust der Besucher wurde außerdem mit einem großen Vergnügungspark mit verschiedenen Darbietungen befriedigt. 60.000 Besucher zählte man am Ende der zwei Monate, finanziell sei das große Wagnis mit verhältnismäßigen kleinen Opfern geglückt.
Wohltätigkeit und der Kostenpunkt
Überall frohe, lachende Menschen! Vergessen Not und Entbehrung! - ein Fest der Freude sei die Jahrtausendfeier gewesen, ist im Bericht zu lesen, in Wohlstand und Sorgenlosigkeit schwelgte aber nicht die ganze Stadt, denn weiter liest man: Und doch gab es Türen, an denen in diesen Tagen die Not klopfte, gab es Menschen, die nicht teilnehmen konnten an der allgemeinen Freude, weil schwere Sorgen sie bedrückten. Der Stadtverwaltung sei es selbstverständliche Pflicht gewesen, inmitten der Festlichkeiten, an diese Mitbürger zu denken, Renten- und Unterstützungsempfänger sowie Erwerbslosen wurden außerordentliche Beihilfen in Höhe von 65.000 Reichsmark gewährt. Notleidenden Gewerbetreibenden erließ man die Gewerbeertrags- und Gewerbekapitalsteuer, für Haus- und Wohnungsreparaturen stand Darlehen in Höhe von 16.000 Reichsmark zur Verfügung, mit Zinsen aus einem Jubiläumsfond von 25.000 Reichsmark wurde für besondere Notfälle unter Beamten, Lehrern, Angestellten und Arbeitern vorgesorgt.
Im Angesicht konkreter Zahlen steht freilich die Frage im Raum, um welche Summen es sich hier in Euro handelt und die ist so leicht nicht zu beantworten. Die Reichsmark schwankt bekanntermaßen in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts stark. Den einen Pauschalwert, den man für eine Umrechnung heranziehen könnte, gibt es nicht. Es hilft die Bundesbank, hier finden sich kaufkraftäquivalente historische Währungsbeträge zu Euro, von 1810 bis heute. Für das Jahr 1927 berechnet sich so eine Kaufkraft von 4,5 Reichsmark zu einem Euro. Grundlage ist die Reichsindexziffer für die Lebenshaltungskosten, die zwischen 1924 und 1944 erhoben wurde. Die außerordentlich Beihilfen würden sich demzufolge auf 292.500 Euro belaufen.
Insgesamt habe die Stadt das Jahr der Jahrtausendfeier rund 310.000 Reichsmark gekostet, wobei 130.000 R.Mk. aus Überschüssen des Jahres 1925 gedeckt wurden. Der Rest wurde vorschußweise verausgabt und ab 1926 in Teilbeträgen in den Haushalt eingebracht. Der Umrechnung zu Folge hat Nordhausen also summa summarum 1.395.000 Euro ausgegeben, um den ganz großen Geburtstag gebührend zu feiern.
Wer den Vergleich mit heute ziehen will, dem sei aber zur Vorsicht geraten. 1,4 Millionen Euro klingt nach viel und für das Jahr 1927 wird die Aufwendung alles andere als moderat gewesen sein. In der direkten Übersetzung zu heute könnte man, um nur zwei Beispiele zu nennen, für die Gesamtsumme wohl nicht einmal ein Freibad wie das erwähnte Stadion bauen oder ein Haus wie die Finkenburg komplett sanieren.
Was bleibt in der Rückschau festzuhalten? Man hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um die Stadt zu schmücken, sowohl auf Seiten der Stadtverordneten-Versammlung als auch in Bürgerschaft und Wirtschaft und die Leistung ist wohl kaum zu schmälern. Für eine saubere historische Analyse muss freilich auch bedacht werden, dass hier Verwaltung und Oberbürgermeister ihre Sicht auf das von ihnen verantwortete Festjahr niederlegen. Wollte man tiefer in die Materie eintauchen, müsste man, wie für die Finanzierungsfrage auch, weitere Quellen hinzu ziehen, in den Archiven graben, Zeitungsbeiträge, Rechenschaftsberichte und dergleichen mehr durchforsten. Kurzum: eine Arbeit, die ein nnz-Beitrag nicht leisten kann.
Zur Inspiration mag das Jubiläum dienen, übertreffen muss man sie nicht, schließlich wird ein weiteres Jahrhundert, kein Jahrtausend gefeiert. Und feiern darf man sich, denn den Unkenrufen der Gegenwart zum Trotz sollte jeder halbwegs Interessierte Zeitgenosse sehen können, wie sich die Stadt in den letzten Jahrzehnten gemacht hat. Ein paar Ausrufezeichen wären wünschenswert - etwa die Wiedereröffnung des Stadtrundgangs entlang der Stadtmauer oder ein Startschuss für das Salza-Bad. Ideen soll es viele geben, mehrere A4-Seiten voll, ist aus dem Umfeld des Festbeirates zu hören, mit Details halten sich Beirat wie Rathaus allerdings noch zurück.
Ein letztes Detail noch, bevor wir uns ins Rolandsfest des Jahres 2026 stürzen: Der Bericht wurde im Juli 1932 veröffentlicht. OB Baller wird ein knappes Jahr später abgesetzt, bei der Stadtverordneten-Wahl 1933 hatte die NSDAP über 45 Prozent der Stimmen geholt, die Nachfolge übernimmt im Juni 1933 Heinz Sting, NSDAP-Mitglied seit 1925. Die im Bericht so wortreich vorgestellte Begeisterung des Festjahres, betrieben mit viel Energie, Aufwand und Bürgerstolz, hat sich offenbar nicht lange halten können. Die Zeiten waren wieder schwer geworden und die Nordhäuser von einst gingen steten Schrittes in das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit. Aber Geschichte wiederholt sich bekanntermaßen nicht. Sie reimt sich nur zu weilen.
Wer den Bericht selber im Wortlaut nachlesen möchte, findet die digitalisierte Fassung hier und wer es mit Frakturschrift nicht so hat, für den hat das Nordhausen-Wiki eine moderne Zusammenfassung. Angelo Glashagel