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Fr, 11:20 Uhr
26.06.2026
Suchtprävention auf der Schiene

Es soll nicht zu eurer Geschichte werden, denn ich bin schon tot

„Es soll nicht zu eurer Geschichte werden, denn ich bin schon tot“, ist einer der ersten Sätze im „Revolutiontrain“. Es ist ein sogenannter „Drogenzug“, welcher ein Projekt ist, um Kinder und Jugendliche über das Thema Drogen und deren Wirkungen aufzuklären. Die Entwickler wollen den Kindern beibringen, dass man auch Nein sagen kann…

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Der Revolutiontrain hat wieder in Nordhausen Station gemacht (Foto: Pressestelle Landratsamt)

Der Revolutiontrain ist ein echter Zug, welcher für diese Zwecke umgestaltet wurde. Aber es ist kein herkömmliches Transportmittel, denn er ist schon durch vier verschiedene Länder gefahren und hat eine beachtliche Anzahl an Städten besucht. Jeden Tag besichtigen ungefähr 380 Schüler und generell 500 Menschen das Fahrzeug.

Die Geschichte, um die der ganze Zug aufgebaut ist, beruht auf einer wahren Begebenheit. Im Jahr 2000 ist ein Freund von Pavel Tuma an einer Überdosis verstorben. Er fasste danach die Idee für den Revolutiontrain und begann mit der Entwicklung. 2005 wurde der erste Wagon fertiggestellt und schlussendlich stand der mobile Zug nach 15 Jahren Planung und Bauzeit auf den Schienen. Jetzt setzt er sich aus sechs Abteilen zusammen, welche sehr anschaulich gestaltet sind.

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Das Projekt setzt dabei auf lernen mit allen fünf Sinnen, wobei die Schüler interaktiv in das Geschehen mit einbezogen werden. Von Montag bis einschließlich heute stand der Zug in Nordhausen am Bahnhof. In den Zugabteilen wird die Geschichte einer Gruppe Jugendlicher erzählt, welche sich zu einem Fußballspiel verabredet hatten. Nach dem Sieg ihres Teams sind sie feiern gegangen, in einer Bar trinken sie Alkohol und rauchen. Damit nicht genug, einige von den Freunden nehmen illegale Drogen und fahren daraufhin mit dem Auto los. Das Schicksal nimmt seinen Lauf und es entspinnt sich eine Tragödie, die für alle Beteiligten schlimme Folgen haben wird.

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Die Folgen der Geschichte werden den Besuchern drastisch vor Augen geführt, auch der Weg ins Gefängnis fehlt nicht (Foto: Clara Wiegand)

Diese Erzählung wird durch eine Filmprojektion sehr anschaulich dargestellt und verbreitet, wobei die Besucher aufwendig nachgebildete Kulissen auf dem Weg durch die Abteile durchqueren. Während der einzelnen Videos werden die Besucher gebeten Fragen, auf die jeweilige Situation bezogen, zu beantworten. Dadurch erleben sie das Geschehene quasi mit. Die Atmosphäre, welche durchgängig den ganzen Besuch über vorhanden ist, ist am Anfang eher entspannt. Über den Verlauf der Handlung hinweg wird immer mehr Anspannung aufgebaut. Die Gestaltung des „Drogennestes“ deckt die wirkliche Realität einer Sucht auf und wirkt sehr abschreckend. Die Drogen, wie Alkohol und Nikotin, haben am Anfang eher harmlos gewirkt, jedoch wird die Gefährlichkeit immer deutlicher je weiter man im Revolutiontrain voranschreitet.

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Die beklemmende Atmosphäre ist bewusst gewählt und wird effektiv eingesetzt (Foto: Clara Wiegand)

Die gestellten Fragen sind komplett anonym. Die Daten werden genutzt, um bestehende Probleme zu erfahren. Dabei füllen die Gäste am Anfang und Ende der Veranstaltung eine Umfrage aus. Folgeprogramme, nach Abfahrt des Zuges, werden auch vorgeschlagen und angeboten. Dabei arbeitet das Team eng mit lokalen Stellen wie dem Jugendamt zusammen, dass zusammen mit diversen Partner vor dem Bahnhof die ganze Woche über mit eigenen Angeboten zur Suchtprävention präsent war.

Den Jugendlichen soll eine klare Botschaft mitgegeben werden: ihr könnt die Kraft finden, „Nein“ zu sagen. Der Besuch endet, wie er beginnt mit einem Satz: „Es ist euer Leben und ihr habt nur eins“.
Clara Wiegand
Autor: red

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Kommentare
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26.06.2026, 14:40 Uhr
Die Aktion ist sicher ein guter Vorsatz, m.E. aber ein Tropfen auf den heißen Stein.
Um die zunehmende Drogenkriminalität wirkungsvoll zu bekämpfen, müssen zuerst die Kartelle erbarmungslos zerschlagen werden ! Bereits Drogenabhängige müssen sich sofort einer ärztlichen Behandlung unterziehen. Unfähige Politiker und Phrasenschwätzer sind umgehend zu entlassen und durch geeignete Führungskräfte zu ersetzen. Die Strafen für Drogenkriminalität müssen Täter abschrecken und sind daher massiv zu erhöhen.
Schule und Elternhaus müssen verpflichtet werden, ihre Kinder rechtzeitig über die Hintergründe der Drogenkriminalität aufzuklären.
Es werden sich natürlich einige fragen: wer soll das bezahlen !? Ich weiß einen Rat.
Die Ausgaben für Krieg und Aufrüstung sollten besser zur Rettung unseres kranken Staates durch verbesserte soziale Maßnahmen verwendet werden.
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