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Do, 08:45 Uhr
25.09.2008

Auf zur Demo

Bis zu 60.000 Mitarbeiter deutscher Kliniken wollen heute in Berlin demonstrieren. Sie fordern eine solide Krankenhausfinanzierung. Auch aus Nordhausen sind Frauen und Männer auf dem Weg in die deutsche Hauptstadt...


180 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter des Nordhäuser Südharz-Krankenhauses sind mit drei gecharterten Bussen derzeit auf dem Weg nach Berlin. Mittendrin Geschäftsführer Antonius Pille. Wie viele seiner Kollegen in anderen Häusern findet auch Pille, daß die Kürzungen im Gesundheitsbereich gestoppt werden müssen, damit die hochwertige Patientenversorgung auch künftig gesichert bleibe und die Beschäftigten unter angemessenen Bedingungen ihrer verantwortungsvollen Arbeit nachgehen können.

Der Hauptgeschäftsführer der Deutschen Krankenhausgesellschaft (DKG), Georg Baum, sagte: "Jede dritte Klinik schreibt inzwischen rote Zahlen. Schon jetzt gibt es in vielen Bereichen Unterversorgung , weil es an den notwendigen finanziellen Mitteln fehlt. Die auf die Kliniken zurollende Kostenlawine von circa 6,7 Milliarden Euro kann von diesen allein nicht mehr gestoppt werden." Ohne gesetzliche Korrekturen drohe den Krankenhäusern eine Finanzierungskatastrophe.

Dr. Johannes Kramer, stellvertretender Vorsitzender des Gesundheitsausschusses des Deutschen Städtetages , hob hervor, dass "Krankenhäuser auch viele Dinge leisten, die sich zwar unter wirtschaftlichen Gesichtspunkten kaum rechnen, aber für eine funktionierende Gesundheitsversorgung der Bevölkerung unerlässlich sind", etwa die Notfallversorgung rund um die Uhr. Trotz gestiegener Kosten für Personal, Energie, Medizintechnik und Arzneimittel und der Mehrwertsteuererhöhung seien die Budgets in den letzten zwei Jahren kaum gestiegen. "Diese Deckungslücke muss geschlossen werden, alle Einsparpotenziale sind erschöpft."

Mehr Personal für die Krankenhäuser forderte Ellen Paschke, Mitglied des ver.di Bundesvorstandes. "Überstunden und Arbeitshetze prägen den Klinikalltag. Die Arbeitsbedingungen sind für junge Menschen abschreckend. Die zögerliche Politik der Bundesregierung und die Blockade der Länder in Sachen Krankenhausfinanzierung haben die Beschäftigten enttäuscht." Sie erwarte deshalb die größte Krankenhausdemonstration in der Geschichte der Bundesrepublik, so Paschke.

Frank Stöhr, Zweiter Vorsitzender des dbb beamtenbund und tarifunion, hatte deutlich gemacht, dass der Ende August 2008 vorgelegte Referentenentwurf zum Thema Krankenhausfinanzierung zwar Bewegung signalisiere, aber keinesfalls zufrieden stelle. "Da nämlich, wo belastbare Zahlen und Fakten nachlesbar sein müssten, bietet der Entwurf Leerstellen. Er ist von daher für die Sicherung der Krankenhäuser nur ein Placebo." Die Großdemo solle dazu beitragen, dass "aus diesem Placebo des Bundesgesundheitsministeriums echte Medizin für die Krankenhäuser im Lande.
Autor: nnz

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