Do, 13:54 Uhr
25.09.2008
Kritik am Landkreis
Als Behindertenbeauftragter der Stadt Nordhausen macht sich Dr. Klaus Gebhardt (SPD) regelmäßig für die Interessen der Bürger mit Behinderung in unserer Gesellschaft stark. Bei seiner Aufgabe geht er kontinuierlich den Hinweisen der Betroffenen nach und setzt sich für eine barrierefreie Stadt ein. Aufgrund zahlreicher Beschwerden über den baulichen Zugangsbereich stattete er nun dem Nordthüringer Sozialgericht in Nordhausen einen Arbeitsbesuch ab. Das Gebäude gehört dem Landkreis...
Unüberwindbar (Foto: psv)
Das Gebäude Am Alten Tor wird seit den neunziger Jahren als Standort des Sozialgerichtes für die vier Nordthüringer Landkreise genutzt. Wenn man die Aufgabe als Behindertenbeauftragter seit Jahren macht, dann bekommt man einen ganz anderen Blick auf unsere Welt und so ist dann eine Treppe zum Beispiel nicht nur eine Treppe sondern eine grundsätzliche Zutrittsbarriere für die Gehbehinderten, machte Gebhardt klar. Und von diesen Treppen findet man im Sozialgericht viele – nicht nur im Eingangsbereich, sondern auch im Gebäude selbst ist kein Fahrstuhl vorhanden. Für ein solch wichtiges öffentliches Gebäude ist der Zustand nicht tragbar, gerade beim Sozialgericht sollte man einen anderen Standard erwarten können, erklärte Gebhardt.
Üblicherweise findet man in Thüringen inzwischen topmoderne Gerichtsgebäude vor, doch beim Nordhäuser Sozialgericht handelt es sich nicht um eine Landesimmobilie, sondern um ein Mietgebäude des Landkreises Nordhausen. Neben den räumlichen Problemen kämpfen die Mitarbeiter am Sozialgericht noch mit einer seit Jahren sich steigernden Klagewelle. Allein seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 sind die eingereichten Klagen von jährlich 2.200 auf nun über 4.000 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von rund 100 Prozent in den wenigen Jahren, so der Direktor des Sozialgerichtes, Jürgen Fuchs.
In den Anfängen der Sozialgerichtsbarkeit in Nordhausen gab es vier Richter, heute sind es zehn, der Stellenbedarf liegt allerdings bei zwölf. So sind die zwei bestehenden Verhandlungssäle inzwischen auch zu wenig, und es müssen nun Büros ins Dachgeschoss umziehen, um einem zusätzlichen Verhandlungssaal Platz zu machen.
Bei den zu transportierenden Aktenbergen würden sich vermutlich über ein modernes Gebäude mit Fahrstuhl nicht nur die Behinderten, sondern auch die Gerichtsmitarbeiter selbst freuen, bestätigte der Behindertenbeauftragte seine Erkenntnis. Das Thüringer Justizministerium wird nun noch einen gesonderten Bericht von Dr. Klaus Gebhardt bekommen.
Bleibt zu hoffen, dass der Behindertenbeauftragte der Stadt Nordhausen auch die Gebäude begutachtet, die der Stadt gehören und ebenfalls nicht behindertengerecht gestaltet sind.
Autor: nnz
Unüberwindbar (Foto: psv)
Das Gebäude Am Alten Tor wird seit den neunziger Jahren als Standort des Sozialgerichtes für die vier Nordthüringer Landkreise genutzt. Wenn man die Aufgabe als Behindertenbeauftragter seit Jahren macht, dann bekommt man einen ganz anderen Blick auf unsere Welt und so ist dann eine Treppe zum Beispiel nicht nur eine Treppe sondern eine grundsätzliche Zutrittsbarriere für die Gehbehinderten, machte Gebhardt klar. Und von diesen Treppen findet man im Sozialgericht viele – nicht nur im Eingangsbereich, sondern auch im Gebäude selbst ist kein Fahrstuhl vorhanden. Für ein solch wichtiges öffentliches Gebäude ist der Zustand nicht tragbar, gerade beim Sozialgericht sollte man einen anderen Standard erwarten können, erklärte Gebhardt.Üblicherweise findet man in Thüringen inzwischen topmoderne Gerichtsgebäude vor, doch beim Nordhäuser Sozialgericht handelt es sich nicht um eine Landesimmobilie, sondern um ein Mietgebäude des Landkreises Nordhausen. Neben den räumlichen Problemen kämpfen die Mitarbeiter am Sozialgericht noch mit einer seit Jahren sich steigernden Klagewelle. Allein seit der Einführung von Hartz IV im Jahr 2005 sind die eingereichten Klagen von jährlich 2.200 auf nun über 4.000 gestiegen. Dies entspricht einem Anstieg von rund 100 Prozent in den wenigen Jahren, so der Direktor des Sozialgerichtes, Jürgen Fuchs.
In den Anfängen der Sozialgerichtsbarkeit in Nordhausen gab es vier Richter, heute sind es zehn, der Stellenbedarf liegt allerdings bei zwölf. So sind die zwei bestehenden Verhandlungssäle inzwischen auch zu wenig, und es müssen nun Büros ins Dachgeschoss umziehen, um einem zusätzlichen Verhandlungssaal Platz zu machen.
Bei den zu transportierenden Aktenbergen würden sich vermutlich über ein modernes Gebäude mit Fahrstuhl nicht nur die Behinderten, sondern auch die Gerichtsmitarbeiter selbst freuen, bestätigte der Behindertenbeauftragte seine Erkenntnis. Das Thüringer Justizministerium wird nun noch einen gesonderten Bericht von Dr. Klaus Gebhardt bekommen.
Bleibt zu hoffen, dass der Behindertenbeauftragte der Stadt Nordhausen auch die Gebäude begutachtet, die der Stadt gehören und ebenfalls nicht behindertengerecht gestaltet sind.


