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Di, 08:54 Uhr
18.11.2008

Fassungslos

Den 13. November dieses Jahres wird Dr. Manfred Schröter so schnell nicht vergessen. An jenem Donnerstag wollten er und seine Kinder das Grab seiner Familie auf dem städtischen Hauptfriedhof besuchen. Doch an der Stelle war nur noch „Acker“. Die nnz mit einer unglaublichen Geschichte.


Dr. Schröter konnte nicht fassen, was er da zu sehen bekam. Von dem Familiengrab gab es keine Spur mehr. Die beiden mit Inschriften versehenen Findlinge waren verschwunden, ebenso die Grabeinfassung und der Grabschmuck, der erst Tage zuvor von einer hiesigen Gärtnerei aufgebracht worden war. Dafür waren noch die Spuren der Arbeit eines Kleinbaggers zu sehen.

Dr. Manfred Schröter und seine Familie informierten sofort die Friedhofsverwaltung, darüber hinaus wurde Anzeige gegen Unbekannt erstattet.

Helle Aufregung herrschte nach Bekanntwerden im Nordhäuser Rathaus. Sofort wurde nach dem Unmöglichen recherchiert. Wie sich dann herausstellte, soll ein Mitarbeiter der Friedhofsverwaltung einen Auftrag zur Einebnung eines Grabes erhalten haben. Nur: Der Mitarbeiter hatte die falsche Grabstätte „bearbeitet“.

Die Verwaltung reagierte dann sofort, 36 Stunden später sei das Familiengrab, in dem unter anderem die Eltern und die Großmutter von Manfred Schröter ihre letzte Ruhe gefunden hatten, wieder hergerichtet worden. Ob die beiden Findlinge wieder aufgestellt werden können, das muß ein Fachmann entscheiden.

Für Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD) sei das ein unglaublich skandalöser Vorgang gewesen, der sich so nicht wiederholen dürfe. Als Konsequenz sprach sie gegenüber der nnz von einem personal-rechtlichen Vorgehen hinsichtlich der Verantwortlichen. Außerdem solle die Arbeitsweise auf dem städtischen Friedhof dahingehend geändert werden, die eine solche Fehlhandlung von Mitarbeitern künftig ausschließen.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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