Di, 15:04 Uhr
18.11.2008
Lagune auf Bühne
Der Bühnenbildner Ronald Winter hat sich am Nordhäuser Theater etwas Besonderes vorgenommen. Natürlich hängt das mit einem konkreten Projekt zusammen, das Ihnen die nnz vorstellt.
Lange bevor sich der Vorhang hebt zu einer Oper, Operette oder einem Musical im Theater Nordhausen ist die neue Produktion Thema bei denen, die hinter den Kulissen arbeiten. Wenn klar ist, was gespielt wird, dann beginnen die Arbeiten in den Werkstätten. Zuvor aber muss der Bühnenbildner genau wissen, in was für einem Raum er das Stück darstellen möchte.
In den vergangenen Monaten hat sich Ronald Winter intensiv mit der Geschichte Venedigs und der der Operette Eine Nacht in Venedig befasst. Er sammelte zunächst einmal Assoziationen zum Thema Venedig: Rialtobrücke, Campanile, Dogenpalast, Markuslöwe - aber muss man all dies so naturgetreu wie möglich nachbauen, um zu zeigen: Wir sind in Venedig? Das muss man nicht, sagte sich der Bühnenbildner. Venedig ist für mich, der ich noch nie in Venedig war, noch etwas anderes: ein Gefühl, eine Sehnsucht, etwas, das man eher mit dem Herzen als mit dem Verstand begreift. Ich glaube, jeder, der an Venedig denkt, erträumt sich sein eigenes Venedig. Und dieses Gefühl zu transportieren war mir wichtiger als zu versuchen, ein Mini-Disneyland von Venedig nachzubauen, erklärt Ronald Winter.
In einem Bildband über Venedig fand er ein Foto, das ihn inspiriert hat: eine Schwarzweißaufnahme der Rialtobrücke im Nebel, schemen-, ja geradezu traumhaft. Traum und Unwirklichkeit wurden so zum Leitmotiv für die Bühnengestaltung und auch für einige Inszenierungsideen- so mimt das Ballett das gesamte Stück hindurch Traumgestalten, die die eigentliche Handlung begleiten und kommentieren. Dies tut auch die Bühne, die vorrangig in Gold und Grau gehalten ist.
Venezianische Wahrzeichen wie der Markuslöwe und der Campanile, auf die das Regieteam nicht verzichten wollte, werden im Spiel augenzwinkernd zweckentfremdet, so wie sich auch im Traum Dinge mit traumeigener Logik in andere Sachen verwandeln. So verhält sich das gesamte Bühnenbild. Architektonische Elemente, die der Zuschauer im ersten Akt gesehen hat, finden sich im zweiten Akt in derselben Form, aber dennoch ganz anders wieder.
Schwierigkeiten wie eine ‚echte’ Gondel nachzubauen oder ‚echte’ Kanäle auf der Bühne darzustellen, gingen wir so mit spielerischer Leichtigkeit aus dem Wege: alles ist träumerisch, luftig, verspielt. Wasserwege zum Beispiel werden durch lange blaue Tücher dargestellt., erzählt Ronald Winter.
Die Operette Eine Nacht in Venedig wird den Zuschauer auf eine Reise mitnehmen, auf der er in der Bühne sein eigenes Venedig entdecken und erträumen kann.
Premiere ist am 28.11. um 19.30 Uhr. Die nächsten Vorstellungen: 6. und 20. Dezember um 19.30 Uhr, 31. Dezember um 15 Uhr
Autor: nnzLange bevor sich der Vorhang hebt zu einer Oper, Operette oder einem Musical im Theater Nordhausen ist die neue Produktion Thema bei denen, die hinter den Kulissen arbeiten. Wenn klar ist, was gespielt wird, dann beginnen die Arbeiten in den Werkstätten. Zuvor aber muss der Bühnenbildner genau wissen, in was für einem Raum er das Stück darstellen möchte.
In den vergangenen Monaten hat sich Ronald Winter intensiv mit der Geschichte Venedigs und der der Operette Eine Nacht in Venedig befasst. Er sammelte zunächst einmal Assoziationen zum Thema Venedig: Rialtobrücke, Campanile, Dogenpalast, Markuslöwe - aber muss man all dies so naturgetreu wie möglich nachbauen, um zu zeigen: Wir sind in Venedig? Das muss man nicht, sagte sich der Bühnenbildner. Venedig ist für mich, der ich noch nie in Venedig war, noch etwas anderes: ein Gefühl, eine Sehnsucht, etwas, das man eher mit dem Herzen als mit dem Verstand begreift. Ich glaube, jeder, der an Venedig denkt, erträumt sich sein eigenes Venedig. Und dieses Gefühl zu transportieren war mir wichtiger als zu versuchen, ein Mini-Disneyland von Venedig nachzubauen, erklärt Ronald Winter.
In einem Bildband über Venedig fand er ein Foto, das ihn inspiriert hat: eine Schwarzweißaufnahme der Rialtobrücke im Nebel, schemen-, ja geradezu traumhaft. Traum und Unwirklichkeit wurden so zum Leitmotiv für die Bühnengestaltung und auch für einige Inszenierungsideen- so mimt das Ballett das gesamte Stück hindurch Traumgestalten, die die eigentliche Handlung begleiten und kommentieren. Dies tut auch die Bühne, die vorrangig in Gold und Grau gehalten ist.
Venezianische Wahrzeichen wie der Markuslöwe und der Campanile, auf die das Regieteam nicht verzichten wollte, werden im Spiel augenzwinkernd zweckentfremdet, so wie sich auch im Traum Dinge mit traumeigener Logik in andere Sachen verwandeln. So verhält sich das gesamte Bühnenbild. Architektonische Elemente, die der Zuschauer im ersten Akt gesehen hat, finden sich im zweiten Akt in derselben Form, aber dennoch ganz anders wieder.
Schwierigkeiten wie eine ‚echte’ Gondel nachzubauen oder ‚echte’ Kanäle auf der Bühne darzustellen, gingen wir so mit spielerischer Leichtigkeit aus dem Wege: alles ist träumerisch, luftig, verspielt. Wasserwege zum Beispiel werden durch lange blaue Tücher dargestellt., erzählt Ronald Winter.
Die Operette Eine Nacht in Venedig wird den Zuschauer auf eine Reise mitnehmen, auf der er in der Bühne sein eigenes Venedig entdecken und erträumen kann.
Premiere ist am 28.11. um 19.30 Uhr. Die nächsten Vorstellungen: 6. und 20. Dezember um 19.30 Uhr, 31. Dezember um 15 Uhr



