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Fr, 15:11 Uhr
06.02.2009

Potemkin in der Altstadt

„Als Potemkinsches Dorf wird etwas bezeichnet, das fein herausgeputzt wird, um den tatsächlichen, verheerenden Zustand zu verbergen. Oberflächlich wirkt es ausgearbeitet und beeindruckend, es fehlt ihm aber an Substanz.“ Soweit Wikipedia. Ein solches Dorf soll jetzt die Nordhäuser Altstadt werden...


Die Altstadt (Foto: nnz) Die Altstadt (Foto: nnz)

Mit Blick auf die Baulücken bzw. Brachflächen in der Nordhäuser Altstadt wird die Stadt ein Programm auflegen, mit dem diese nach vorn zum öffentlichen Verkehrsraum abgeschirmt werden sollen. „Entsprechend der Empfehlungen im Integrierten Stadtentwicklungskonzept wollen wir die Brachflächen in Richtung öffentlichen Verkehrsraum durch kleine passende Natursteinmauern schließen, um so das optische Gesamtbild der Altstadt zu verbessern“, sagte Oberbürgermeisterin Barbara Rinke (SPD). Zuvor werde man sich mit den Grundstückseigentümern in Verbindung setzen.

Die Altstadt (Foto: nnz) Die Altstadt (Foto: nnz)

Soweit die Baulücken und Brachflächen, die seit der Wende nicht verschwunden sind. Im Juli hatte die nnz bereits über den Zustand der Altstadt. Damals entstanden auch die Aufnahmen. Letztlich ist auch dieser Teil von Nordhausen de Regularien des Marktes unterworfen. Wer soll investieren, selbst wenn es förderliche Anreize gibt? Und mal ehrlich, derartig hohe Fördersätze wie Anfang der 90er Jahre wird es kaum wohl geben.

Wie dem auch sei: Nach einem Beauftragten für die Nordhäuser Ortsteile, wird es jetzt bald im Rathaus einen Beauftragten für die Altstadt geben und der hat auch schon den entsprechenden Namen verordnet bekommen: Die Oberbürgermeisterin kündigte den Einsatz eines „Altstadt-Kümmerers“ noch in der ersten Jahreshälfte an.

„Auch dies ist ein Resultat aus dem Stadtentwicklungskonzept. Die Stelle wird im Stadtplanungsamt angesiedelt, über die konkreten Inhalte sprechen wir in den kommenden Wochen. Klar ist, dass diese Person die Aktivitäten der Verwaltung für die Altstadt bündeln wird, den Eigentümern im Gebiet mit Rat und Tat zur Seite steht und Interessierten, die sich in der Altstadt engagieren wollen, über mögliche Förderinstrumente aufklärt“, so Oberbürgermeisterin Rinke.
Autor: nnz

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Kommentare
Nordhäuserin
06.02.2009, 15:15 Uhr
Oh Mann
Was für ein Schwachsinn ist denn das. Die Altstadt ist doch voll in Ordnung, zum Beispiel als Piste für das Seifenkistending...
Der Kümmerer
06.02.2009, 15:41 Uhr
Viel Arbeit
,,, na da werde ich mal loslegen.
Willi
06.02.2009, 16:05 Uhr
Bessere Vorschläge????
Ich finde die Idee gar nicht so schlecht. Da wohl einige Eigentümer nicht in der Lage sind, ihre Grundstücke in Ordnung zu bringen, muss sich die Stadt etwas anderes einfallen lassen. Es wird sicher noch einige Zeit dauern, bis alle Grundstücke und Häuser in einem guten Zustand sind...leider!

Wenn jemand einen besseren Vorschlag hat, kann er es ja der Öffentlichkeit oder gar dem Stadtrat mitteilen. Dort ist man sicher offen für gute Vorschläge. Die sind immer noch besser als pauschale Kritik! Ach und das Seifenkistenrennen ist doch eine lustige Veranstaltung welche sich immer größerer Beleibtheit erfreut, auch bei mir!
bseplus
06.02.2009, 18:34 Uhr
Niemand hat die Absicht, ...
... eine Mauer zu errichten! :)

Spaß beiseite: In meinen Augen eine längst überfällige Sache. Nun wird (soll) sie in Angriff genommen, und das wird Nordhausen gut zu Gesicht stehen.

Eventuelle Investoren werden doch durch den jetzigen Zustand eher abgeschreckt (das Auge isst schließlich mit). Durch die geplante Gestaltung wird das gesamte Areal aufgewertet und auch für zukünftige Käufer (auch von Teilflächen) interessanter.
Freidenker 1304
08.02.2009, 00:02 Uhr
Alte häßlichschöne geliebte Heimatstadt Nordhausen
Vornweggenommen, ich liebe meine Städtchen. Und ich bin Nordhäuser mit Leib und Seele. Und in dieser Seele tut's weh, wenn ich sehe, wie die wenigen "Alt" stadtteile weiter vermodern. Leider auch einer Folge einer verfehlten Wohnungsbaupolitik der DDR Zeit. Erich wollte seine Plattenbauten, um jeden Preis. Auch um den des Verfalls.

Wer die Probleme unserer "Alt"stadt nicht kennt, dem kann ich nur empfehlen, auch mal hinter die Kulissen zu gucken. Also sich die Häuser mal von hinten zu beschauen. Manchmal fragt man sich, was so ein Haus noch zusammenhält. Doch außer unzähligen Baulücken gibt es zum Glück noch einige intakte Häuser. Davon sind aber beileibe nicht alle auch von hinten und innen in Ordnung.

Früher gabs kein Material und keine Handwerker. Heute, na klar, haben viele Eigentümer kein Geld. Woher auch? Nun, das ist Nordhäuser Problem, ein Problem der Vielseitigkeit. Defakto zwei Zentren, im Krieg stark zerstört, unklare Verhältnisse, kaum öffentliche Gelder u.v.m. Trotzdem bin ich als Nordhäuser stolz auf meine Stadt und wünsche mir auch eine intakte Altstadt.

Und sei es nur von der Finkenburg über die Barfüsser Strasse bis zu Europakreuzung hinunter. Über Jahrhunderte ist Nordhausen zig mal abgebrannt und doch immer wieder aufgebaut. Von stolzen Nordhäuser Bürgern. Und die Problematik außerhalb diese Lage Barfüßer Strasse? Auch mit Mut zur Lücke! Aber mit adretter Seitenfassade der stehengebliebenen Häuser. Und auch eine Rasenfläche lockert das Stadtbild auf.

Man muß nicht alles zubauen. Vor allem nicht unbedingt im Fachwerkstil. Ich bitte nur, auch für künftige Generationen, Stadtmütter und -väter, tut etwas. (Wobei.....pssst, unter uns... der Neubau des Riesenhaus oder ein Stückchen alter Mühlgraben am Altentor / Wiedigsburg wäre ja waaahnsinnig Nostalgika pur!

Aber eben nur ein Traum, denn es ist schon nicht einmal das Geld für den Erhalt der vorhandenen Altbausubstanz da.) Wo ist der Wohlstand der verflossenen Brennerei- und freien Reichsstadt Nordhausen hin? Wäre ich Großunternehmer oder hätte ich die letztwöchigen 35 Millionen gewonnen, hätte ich einen Teil dafür gegeben..
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