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Mo, 11:05 Uhr
23.02.2009

Schnell raus hier

In der Freiherr-vom-Stein-Straße wird derzeit nicht nur gebuddelt. In unmittelbarer Nachbarschaft zur Nordhäuser Jahrhundertbaustelle werden die Koffer gepackt. Noch aber werden Fahrräder montiert. Die nnz mit einer Momentaufnahme aus der Strike Bike GmbH.

"Wir geben nicht auf!" (Foto: nnz) "Wir geben nicht auf!" (Foto: nnz)
Steffen Aderhold (links), André Kegel

André Kegel friert. Er sitzt mit dicker Jacke und einer dicken Wollmütze auf dem Kopf im Büro. Irgendwo haben er und seine Kollegen einen Heizlüfter aufgetrieben, „Friedensware“. Trotzdem: Es ist schweinekalt. Die Heizung ist defekt, am Start des Montagebandes beginnt sich der Fußboden zu heben, am Ende stehen Regenwasserpfützen.

„Wir sitzen praktisch auf gepackten Koffern, hier macht es keinen Sinn mehr“, beschreibt André Kegel die Situation. Im vergangenen Jahr hatten die Strike-Biker runde 4.000 Quadratmeter der einstigen Bike Systems GmbH angemietet. Viel zu viel, wie sich herausstellte. „Wir verhandeln derzeit mit einigen Immobilienanbietern. Ideal wäre eine Produktionsfläche von etwa 500 Quadratmeter, hinzu kämen Büro- und Sozialräume.“

Nach unten gefahren wurden nicht nur die Vorstellungen der Betriebsfläche, sondern auch die der Produktionszahlen. Einst schwärmten die Steh-Auf-Männer und –frauen von einem Absatz, der so etwa bei 20.000 Rädern im Jahr lag. Die Träume sind geplatzt, im vergangenen Jahr wurden 1.000 Fahrräder montiert. In diesem Jahr sollen es 3.000 werden.

Personell musste das Unternehmen auch abspecken. Jetzt zählen zur Strike Bike GmbH zwei festangestellte und fünf geringfügig beschäftigte Mitarbeiter. Manfred Handke hat sich aus der Geschäftsführung verabschiedet, bleibt aber weiterhin dem Unternehmen als Gesellschafter verbunden. Seinen Platz nimmt nun Steffen Aderhold ein.

„Wir werden in diesem Jahr unsere Produktpalette erweitern. Den Händlern bieten wir dann jeweils Grundmodelle an, die anschließend individuell konfiguriert werden können. So wollen wir flexibler agieren und die Nischen des Marktes nutzen“, blicken Kegel und Aderhold immer noch optimistisch in die Zukunft.

Sie sind einfach nicht kleinzukriegen, sie geben nicht auf. Wollen sich durchbeißen, glauben an ihre Chance. Und irgendwann vielleicht können auch wieder Frauen und Männer eingestellt werden. Doch der Weg bis an dieses Ziel ist weit. Hoffentlich nicht zu weit. „Was sollen wir denn sonst machen? Wir haben doch nichts anderes gelernt!“
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

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