eic kyf msh nnz uhz tv nt
Anzeige Refinery (c1)
So, 19:01 Uhr
01.03.2009

Massenflucht?

Für Parteien wird es zunehmend schwieriger, Nachwuchs aus den eigenen Reihen für die politische Arbeit zu motivieren. Bislang galt die CDU im Landkreis Nordhausen in ihrer Nachwuchsarbeit als vorbildlich. Jetzt ist der Partei rund ein Drittel davon abhanden gekommen. Auf einen Schlag...


Es war der Dienstag der vergangenen Woche. Manuel Thume, der bis dato Vorsitzende der Jungen Union im Landkreis Nordhausen, ist aus der Nachwuchsorganisation der CDU ausgetreten. Ihm folgten 15 weitere Mitglieder. Thume selbst und ein weiterer Jungunionist hatten auch gleich ihre Parteibücher auf den Tisch gelegt. Noch prekärer wird diese Tatsache dadurch, dass sich unter den 16 „Fahnenflüchtigen“ vier von fünf JU-Vorstandsmitgliedern befunden haben sollen.

Freuen werden sich jetzt die Liberalen im Landkreis Nordhausen, schließlich haben sechs junge Leute ihre Sympathie für die jungen Liberalen bekundet, Thume selbst hat einen Aufnahmenantrag für die FDP gestellt und folgt damit – nach vielen Jahren – Martin Höfer, der die gleiche politische Wanderschaft vollzogen hatte.

Thume, der in der CDU immer umstritten war, habe in der Partei die Jugendarbeit wiederholt kritisiert, die einzige Unterstützung sei durch Manfred Grund gewährt worden. „Im Kreisvorstand der CDU war Kritik nicht erwünscht. Das Angebot meinerseits zu einer gemeinsamen Sitzung der Kreisvorstände von JU und CDU ist mehrfach abgelehnt worden“, erzählt Thume der nnz.

Er will weiter Politik machen. Vielleicht über die FDP im neuen Nordhäuser Stadtrat. Die CDU selbst hatte diese Avancen von Thume mehrfach erfolgreich abgewehrt. In der FDP fühlt der 29jährige, der einer christdemokratischen Nordhäuser Familien entstammt und der mit 16 Jahren bereits in die CDU eingetreten war, besser aufgehoben. Hier werde die Wirtschaftspolitik deutlicher betont. „Von der einstigen Partei der Wirtschaft ist in Nordhausen nicht viel übrig geblieben. In der CDU der Rolandstadt wird vornehmlich Sozialpolitik betrieben. Für mich bringen Großprojekte wie die Unterführung in der Freiherr-vom-Stein-Straße oder der Neubau einer Bibliothek keine nachhaltigen Arbeitsplätze“, so Thume.

Thume will keine „schmutzige Wäsche“ waschen, was seine Zeit in der CDU anbelangt, das würde seiner Meinung nach die Demokratie beschädigen. Der Vorstand der Nordhäuser CDU hat den Verlust von einem Drittel des eigenen Nachwuchses zur Kenntnis genommen. Mehr nicht.
Peter-Stefan Greiner
Autor: nnz

Anzeige symplr (6)
Kommentare
ein.nordhaeuser
02.03.2009, 08:17 Uhr
Nachruf
Manuel Thume ist von uns gegangen.
Und keiner trauert ihm nach.

Der Abgang von Herrn Thume war bestimmt überfällig, denn seine Arbeit innerhalb der CDU war nicht von dem Erfolg gekrönt, den er sich wünschte. Die Schuld beim Kreisvorstand der CDU zu suchen, ist der einfachere Weg.

Die eine oder andere Aktion von Herrn Thume ist daher auch nur populistisch zu bewerten.
Vielleicht war es auch ein Generationsproblem. Denn der Chef der JU ist auch nicht mehr in dem Alter, um die JU glaubhaft zu repräsentieren.

Wie einst Martin Höfer, folgte nun Manuel Thume dem Ruf der FDP. Natürlich wünsche ich Herrn Thume in der FDP alles Gute, damit auch er so erfolgreich wird wie Herr Höfer.
denk-mal
02.03.2009, 17:32 Uhr
denkt mal
es ist bezeichnend für die bestehende harmonie in einer partei, wenn ein ganzer "haufen" einfach nein danke sagt und das demokratische "spielfeld" anderen überlässt. in früheren zeiten wurden die mitglieder einer anderen partei auch zur absoluten parteidisziplin genötigt und gezwungen, immer die meinung mancher cheffs anzuerkennen. diese partei erhob aber nicht den ethischen anspruch, christlich zu sein.
vielleicht ist das "c" im namen ja auch nur eine geschickte tarnung, um von einem gepflegten miteinander abzulenken.
übrigens es ist zwar nett, dass in dem kommentar und im text an martin höfer erinnert wird, so weiß der geschätzte leser wenigstens, dass es ihn noch als stadtratmitgied gibt, denn ansonsten werden ja seine stadtratkommentare selten erwähnt, aber was die austritte aus der cdu angeht, so war das jetzt wohl der letzte thume, welcher gegangen worden ist. einer der gründer der nordhäuser cdu walter thume (sie erinnern sich der erste finanzdezernent vom landkreis nach der wende) eben so, sein sohn stefan - ausgetreten! man beisst halt weg - es treten ja auch nicht alle aus manche kandidieren lieber nicht wieder und das hat was mit unterordnen zu tun nichts mit meinungsfreiheit, aber lassen wir das, getreu nach dem motto "auch aus steinen die in den weg gelegt werden, kann man was gescheites bauen"
98maschr
02.03.2009, 20:14 Uhr
Guter Entschluss
Lieber Manuel,

ich denke du hast es genau richtig gemacht indem du und deine Lakaien allesamt mit einem mal ausgetreten seid. So bist nicht nur du um ein unschönes Parteiausschlussverfahren herum gekommen und behälst so deine rosafarbene Weste, nein endlich ist deine Blockadepolitik in den Reihen der JU vorbei und Leute die etwas machen wollen können dies nun endlich auch tun.

Die meisten die ausgetreten sind existierten wohl eh nur auf dem Papier...Wer meint dies sei ein Todesstoß für die JU irrt sich, vielmehr hat sich ein Geschwür von selbst verabschiedet.
denk-mal
02.03.2009, 22:18 Uhr
denkt mal
lieber herr oder frau "maschr/guter entschluss",
es ist doch gut zu wissen, das nicht alle Vertreter der christen so wie sie sind, denn nur ge- nein be- troffene Hunde bellen, bei ihrer zynik merkt man doch schon ein bisschen die hilflosigkeit über die frage: "wie mit diesem austritt umgehen?" aber ich weiß nicht ob es tröstet, die inquisition, die öffentlichen verbrennungen von hexern und anderen abtrünnigen ist abgeschafft.

das beste aber ist, ich kann es ihnen sogar über dieses medium (der nnz) erklären - ist das nicht toll? ihr kommentar - war so wertvoll, wie ein pickel am a...! es sei ihnen gesagt, gesegnet ist der verstand, der zu klein für zweifel ist, sie bleiben immer dort, wo sie sich hingestellt haben.
Kommentare sind zu diesem Artikel nicht mehr möglich.
Es gibt kein Recht auf Veröffentlichung.
Beachten Sie, dass die Redaktion unpassende, inhaltlose oder beleidigende Kommentare entfernen kann und wird.
Anzeige symplr (9)
Anzeige symplr (8)