Mi, 13:51 Uhr
11.03.2009
Klamms Krieg zum Jugendhilfetag
Mit einer Theaterinszenierung begann heute Vormittag der diesjährige Jugendhilfetag, organisiert vom Fachbereich Jugend und Soziales des Landratsamtes. Zu Gast im Jugendclubhaus in Nordhausen war die Theaterwerkstatt 3K aus Mühlhausen...
Im Stück Klamms Krieg geht es um den Deutschlehrer Klamm, der seinem Schüler Sascha für eine Klausur fünf statt sechs Punkte gegeben hat. Wegen des einen fehlenden Punktes fällt Sascha durch das Abitur und bringt sich um. Der neue Leistungskurs von Lehrer Klamm erklärt ihm daraufhin den Krieg, verweigert den Unterricht und fordert eine Entschuldigung von Klamm, dem sie die Schuld am Tod von Sascha geben.
Kommen Sie mal in meinen Leistungskurs. Dort wartet der Hass auf Sie; sagt Klamm im Stück über seine Klasse. Auch die Lehrerkollegen meiden nun Klamm. Es ist eine Initiative gegen mich im Gang, meint Klamm. Auf allen Seiten fehlt das Verständnis für Klamms Position – Sascha war sein Lieblingsschüler.
Das ambitionierte Ein-Mann-Stück bezieht das Publikum ein: Sie werden zur stummen Klasse von Klamm, zu denen der Lehrer von der Bühne spricht, die sich aber verweigert. Im Jugendclubhaus sahen Achtklässler der Käthe-Kollwitz-Schule und des Herder-Gymnasiums das Stück – mit gemischten Gefühlen, wie die anschließende Diskussion mit dem Darsteller Klamms, Frank Möller, zeigte.
Gemeinsam sprach der Schauspieler mit den Schülern über das Stück insgesamt, über einzelne Szenen, über den Bezug zur Realität und darüber, wie es mit Klamm weitergeht nachdem das Stück endet. Nicht alles auf der Bühne fanden einige Jugendliche spannend. Keine Frage – die Inszenierung der Theaterwerkstatt 3K ist anspruchsvoll: Auf der Bühne steht nur der Lehrer Klamm.
Das Bühnenbild ist minimalistisch: ein Tisch, ein Stuhl, eine Tafel, ein Metallgestell deutet ein Klassenzimmer en. Wenn man versucht, sich mit dem Stück zu befassen, dann ist es auch spannend, sagte ein Mädchen im Nachgespräch. Mit nur einem Schauspieler auf der Bühne – das habe ich mir langweiliger vorgestellt, sagte eine andere. Doch es kam auch die Frage, warum es deine keine Schüler auf der Bühne gebe. So soll eine Art Kommunikation zwischen euch und mir auf der Bühne entstehen, antwortete Schauspieler Frank Möller. Ich fand das gut, denn man wird angeregt, wenn man direkt angesprochen wird, fand eine Schülerin.
Die Frage nach der Schuld des Lehrers beantworteten die Schüler zwiespältig. Niemand gab im die volle Schuld am Tod von Sascha. Die Schüler im Publikum sahen jedoch eine Mitverantwortung. Das Fazit der Schüler: Die Geschichte von Klamms Krieg ist nicht weit weg von der Realität. Einig waren sich die Schüler darin, dass Klamm seinen Beruf nicht weiter ausüben wird – ob er nun in Rente geht oder dasselbe tut wie Sascha.
Das Stück Klamms Krieg von Kai Hensel wurde 2000 in Dresden uraufgeführt und 2002 mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgezeichnet. Die Problematik Mobbing wird hier an einem sehr brisanten Beispiel verdeutlicht.
Die Thematik fügt sich gut ein in den diesjährigen Jugendhilfetag, in dem die präventive Jugendhilfe im Mittelpunkt steht. Heute Nachmittag ab 17 Uhr präsentieren die Akteure der Jugendhilfe im Landkreis ihre Angebote und Einrichtungen. Auf der Bühne erwartet das Publikum ein Live-Programm mit Bands, Break Dance, Grafitti-Sprayern und mehr.
Autor: nnzIm Stück Klamms Krieg geht es um den Deutschlehrer Klamm, der seinem Schüler Sascha für eine Klausur fünf statt sechs Punkte gegeben hat. Wegen des einen fehlenden Punktes fällt Sascha durch das Abitur und bringt sich um. Der neue Leistungskurs von Lehrer Klamm erklärt ihm daraufhin den Krieg, verweigert den Unterricht und fordert eine Entschuldigung von Klamm, dem sie die Schuld am Tod von Sascha geben.
Kommen Sie mal in meinen Leistungskurs. Dort wartet der Hass auf Sie; sagt Klamm im Stück über seine Klasse. Auch die Lehrerkollegen meiden nun Klamm. Es ist eine Initiative gegen mich im Gang, meint Klamm. Auf allen Seiten fehlt das Verständnis für Klamms Position – Sascha war sein Lieblingsschüler.
Das ambitionierte Ein-Mann-Stück bezieht das Publikum ein: Sie werden zur stummen Klasse von Klamm, zu denen der Lehrer von der Bühne spricht, die sich aber verweigert. Im Jugendclubhaus sahen Achtklässler der Käthe-Kollwitz-Schule und des Herder-Gymnasiums das Stück – mit gemischten Gefühlen, wie die anschließende Diskussion mit dem Darsteller Klamms, Frank Möller, zeigte.
Gemeinsam sprach der Schauspieler mit den Schülern über das Stück insgesamt, über einzelne Szenen, über den Bezug zur Realität und darüber, wie es mit Klamm weitergeht nachdem das Stück endet. Nicht alles auf der Bühne fanden einige Jugendliche spannend. Keine Frage – die Inszenierung der Theaterwerkstatt 3K ist anspruchsvoll: Auf der Bühne steht nur der Lehrer Klamm.
Das Bühnenbild ist minimalistisch: ein Tisch, ein Stuhl, eine Tafel, ein Metallgestell deutet ein Klassenzimmer en. Wenn man versucht, sich mit dem Stück zu befassen, dann ist es auch spannend, sagte ein Mädchen im Nachgespräch. Mit nur einem Schauspieler auf der Bühne – das habe ich mir langweiliger vorgestellt, sagte eine andere. Doch es kam auch die Frage, warum es deine keine Schüler auf der Bühne gebe. So soll eine Art Kommunikation zwischen euch und mir auf der Bühne entstehen, antwortete Schauspieler Frank Möller. Ich fand das gut, denn man wird angeregt, wenn man direkt angesprochen wird, fand eine Schülerin.
Die Frage nach der Schuld des Lehrers beantworteten die Schüler zwiespältig. Niemand gab im die volle Schuld am Tod von Sascha. Die Schüler im Publikum sahen jedoch eine Mitverantwortung. Das Fazit der Schüler: Die Geschichte von Klamms Krieg ist nicht weit weg von der Realität. Einig waren sich die Schüler darin, dass Klamm seinen Beruf nicht weiter ausüben wird – ob er nun in Rente geht oder dasselbe tut wie Sascha.
Das Stück Klamms Krieg von Kai Hensel wurde 2000 in Dresden uraufgeführt und 2002 mit dem Deutschen Jugendtheaterpreis des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend ausgezeichnet. Die Problematik Mobbing wird hier an einem sehr brisanten Beispiel verdeutlicht.
Die Thematik fügt sich gut ein in den diesjährigen Jugendhilfetag, in dem die präventive Jugendhilfe im Mittelpunkt steht. Heute Nachmittag ab 17 Uhr präsentieren die Akteure der Jugendhilfe im Landkreis ihre Angebote und Einrichtungen. Auf der Bühne erwartet das Publikum ein Live-Programm mit Bands, Break Dance, Grafitti-Sprayern und mehr.



