So, 12:42 Uhr
16.05.2010
Begeisterung für Bewegung wecken
48 Schulleiter der Grund- und Förderschulen des Schulamtsbereiches Worbis befassten sich mit dem Thema des Sportunterrichts für die zukünftigen 1. Klassen in den Landkreisen Nordhausen und Eichsfeld.
Mit gutem Beispiel voran. Die Nordthüringer Schulleiter beim Üben eines Koordinationsprogrammes
Das der Mensch ein auf Bewegung angelegtes Wesen ist und der Sport eine Reihe von positiven Entwicklungsprozesse beeinflusst, ist nichts Neues. Das was jedoch Sportpädagogen einer Schmalkalder Projektschule den erfahren Schulleiterinnen und Schulleitern zu berichten hatten, überraschte selbst diese. Voller Begeisterung präsentierten Kirsten Skara und Günter Fleischmann vom Staatlichen Schulamt die Ergebnisse ihrer Projektschule. Eineinhalb Jahre wurde an dieser Grundschule eine tägliche Sportstunde erteilt.
Die Ergebnisse wurden durch die Universität Chemnitz wissenschaftlich begleitet. Die Kinder der Projektschule zeigten im Vergleich zu Kindern einer vergleichbaren Schule mit nur zwei Sportstunden wesentlich positivere Ergebnisse hinsichtlich der motorischen, emotionalen und sozialen Entwicklung.
Aus lernpsychologischer Sicht bilden Wahrnehmung und Bewegung eine wesentliche Grundlage des kindlichen Lernens. Über die Bewegung erwerben sich die Kinder die Voraussetzungen für die Entwicklung der Sprache, für das Lernen des Schreibens, Lesens und Rechnens. Die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit der Kinder an der Projektschule war nachweislich besser als an der Vergleichsschule. Auch der Abbau von Stress und eine Steigerung des psychischen und geistigen Wohlbefindens wurde festgestellt.
Das Unfallgeschehen an der Projektschule ging durch die verbesserten motorischen Prozesse deutlich zurück. Die Schulunlust war ebenfalls rückläufig. Ein weiterer positiver Effekt bestand darin, dass sich die Kinder der Projektschule in ihrer Freizeit mehr den Sportvereinen zuwenden und die Einschulungszahlen an dieser Einrichtung deutlich zugenommen haben. Die anfängliche Skepsis mancher Eltern ist einer positiven Resonanz und Begeisterung gewichen. Die Thüringer Stundentafel sieht für die 1. und 2. Klasse zwei Sportstunden vor. Ab Klasse 3 werden dann 3 Sportstunden erteilt. Gerade in den ersten beiden Schuljahren ist jedoch der Bewegungsdrang der Kinder an größten.
Die Nordhäuser Amtsärztin Ingrid Francke unterstützte die Intentionen zur Einführung einer 3. Sportstunde und zeigte an Hand ausgewählter Statistiken auf, dass sowohl die motorischen Defizite der Schulanfänger, als auch die Verhaltensauffälligkeiten in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.
Schulamtsleiter Dr. Bernd-Uwe Althaus erachtet die Einführung einer dritten Sportstunde für die ersten Klassen mit einer Weiterführung in Klasse zwei als erstrebenswert. Allerdings hängt dies von der personellen Situation jeder einzelnen Schule und den sächlichen Voraussetzungen ab. Für Kirsten Skara und Günter Fleischmann aus Schmalkalden steht schon fest, dass der Modellversuch in Schmalkalden auf jeden Fall weitergeführt wird. Die Kinder und Eltern wollen nicht mehr auf den erweiterten Sportunterricht verzichten.
Werner Hütcher
Autor: nnzMit gutem Beispiel voran. Die Nordthüringer Schulleiter beim Üben eines Koordinationsprogrammes
Das der Mensch ein auf Bewegung angelegtes Wesen ist und der Sport eine Reihe von positiven Entwicklungsprozesse beeinflusst, ist nichts Neues. Das was jedoch Sportpädagogen einer Schmalkalder Projektschule den erfahren Schulleiterinnen und Schulleitern zu berichten hatten, überraschte selbst diese. Voller Begeisterung präsentierten Kirsten Skara und Günter Fleischmann vom Staatlichen Schulamt die Ergebnisse ihrer Projektschule. Eineinhalb Jahre wurde an dieser Grundschule eine tägliche Sportstunde erteilt.
Die Ergebnisse wurden durch die Universität Chemnitz wissenschaftlich begleitet. Die Kinder der Projektschule zeigten im Vergleich zu Kindern einer vergleichbaren Schule mit nur zwei Sportstunden wesentlich positivere Ergebnisse hinsichtlich der motorischen, emotionalen und sozialen Entwicklung.
Aus lernpsychologischer Sicht bilden Wahrnehmung und Bewegung eine wesentliche Grundlage des kindlichen Lernens. Über die Bewegung erwerben sich die Kinder die Voraussetzungen für die Entwicklung der Sprache, für das Lernen des Schreibens, Lesens und Rechnens. Die Aufmerksamkeit und Konzentrationsfähigkeit der Kinder an der Projektschule war nachweislich besser als an der Vergleichsschule. Auch der Abbau von Stress und eine Steigerung des psychischen und geistigen Wohlbefindens wurde festgestellt.
Das Unfallgeschehen an der Projektschule ging durch die verbesserten motorischen Prozesse deutlich zurück. Die Schulunlust war ebenfalls rückläufig. Ein weiterer positiver Effekt bestand darin, dass sich die Kinder der Projektschule in ihrer Freizeit mehr den Sportvereinen zuwenden und die Einschulungszahlen an dieser Einrichtung deutlich zugenommen haben. Die anfängliche Skepsis mancher Eltern ist einer positiven Resonanz und Begeisterung gewichen. Die Thüringer Stundentafel sieht für die 1. und 2. Klasse zwei Sportstunden vor. Ab Klasse 3 werden dann 3 Sportstunden erteilt. Gerade in den ersten beiden Schuljahren ist jedoch der Bewegungsdrang der Kinder an größten.
Die Nordhäuser Amtsärztin Ingrid Francke unterstützte die Intentionen zur Einführung einer 3. Sportstunde und zeigte an Hand ausgewählter Statistiken auf, dass sowohl die motorischen Defizite der Schulanfänger, als auch die Verhaltensauffälligkeiten in den letzten Jahren deutlich zugenommen haben.
Schulamtsleiter Dr. Bernd-Uwe Althaus erachtet die Einführung einer dritten Sportstunde für die ersten Klassen mit einer Weiterführung in Klasse zwei als erstrebenswert. Allerdings hängt dies von der personellen Situation jeder einzelnen Schule und den sächlichen Voraussetzungen ab. Für Kirsten Skara und Günter Fleischmann aus Schmalkalden steht schon fest, dass der Modellversuch in Schmalkalden auf jeden Fall weitergeführt wird. Die Kinder und Eltern wollen nicht mehr auf den erweiterten Sportunterricht verzichten.
Werner Hütcher


