Fr, 16:47 Uhr
17.12.2010
Fresken aus Ellrich
Über 50 Jahre galten sie als verschollen, seit April werden sie in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora der Öffentlichkeit präsentiert: Wandzeichnungen aus dem KZ-Außenlager Ellrich-Juliushütte. Jetzt wird ei Ausstellung verlängert...
Die 1944/45 von französischen Häftlingen gefertigten Bilder wurden erst 2009 in einem Berliner Museumsdepot wiederentdeckt. Sie stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die nun bis zum 13. März 2011 verlängert wurde.
In Ellrich befand sich im letzten Kriegsjahr eines der grauenhaftesten Außenlager des KZ Mittelbau-Dora. 4000 Menschen aus allen Teilen Europas fanden hier den Tod. In starkem Gegensatz zum Massensterben standen die Motive der erhaltenen Wandbilder. Vier großformatige Fresken zeigen Szenen aus dem Märchen Aschenputtel. Es handelt sich um Fragmente eines Gemäldes, das ursprünglich eine ganze Wand in einer Häftlingsunterkunft bedeckte. Auf einem weiteren Fresko ist eine mediterrane Flusslandschaft zu sehen.
Solche Wandbilder in KZ-Gebäuden waren nicht unüblich. Meistens zeigten die Gemälde Motive, die eine gedankliche Flucht aus der grausamen Lagerrealität ermöglichten, oft Karikaturen oder – wie in diesem Falle – Märchenszenen. Mit der Ausführung wurden künstlerisch begabte Häftlinge beauftragt, die dafür kurzzeitig von der mörderischen Zwangsarbeit freigestellt wurden.
Die Ellricher Fresken stammen von den Franzosen Georges Sanchidrian und Tanguy Tolila-Croissant. Beide überlebten die KZ-Haft nicht. Nach dem Krieg durchschnitt die deutsch-deutsche Grenze das Lagergelände. Im Zuge des Grenzausbaus ließen DDR-Behörden die ehemaligen Häftlingsunterkünfte abtragen. Vor dem Abriss stellte das Ostberliner Museum für Deutsche Geschichte (heute: Deutsches Historisches Museum) Fragmente der Fresken sicher. Über Jahrzehnte galten die Fresken als verschollen.
Erst 2009 führten Recherchen zur Ellricher Lagergeschichte zu ihrer Wiederentdeckung. Seit April 2010 werden sie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Sonderausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (ehemalige Feuerwache) Verlängert bis zum 13. März 2010 Winteröffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr; vom 24. bis 26. Dezember, am
31. Dezember und am 1. Januar ist geschlossen
Autor: nnzDie 1944/45 von französischen Häftlingen gefertigten Bilder wurden erst 2009 in einem Berliner Museumsdepot wiederentdeckt. Sie stehen im Mittelpunkt einer Sonderausstellung, die nun bis zum 13. März 2011 verlängert wurde.
In Ellrich befand sich im letzten Kriegsjahr eines der grauenhaftesten Außenlager des KZ Mittelbau-Dora. 4000 Menschen aus allen Teilen Europas fanden hier den Tod. In starkem Gegensatz zum Massensterben standen die Motive der erhaltenen Wandbilder. Vier großformatige Fresken zeigen Szenen aus dem Märchen Aschenputtel. Es handelt sich um Fragmente eines Gemäldes, das ursprünglich eine ganze Wand in einer Häftlingsunterkunft bedeckte. Auf einem weiteren Fresko ist eine mediterrane Flusslandschaft zu sehen.
Solche Wandbilder in KZ-Gebäuden waren nicht unüblich. Meistens zeigten die Gemälde Motive, die eine gedankliche Flucht aus der grausamen Lagerrealität ermöglichten, oft Karikaturen oder – wie in diesem Falle – Märchenszenen. Mit der Ausführung wurden künstlerisch begabte Häftlinge beauftragt, die dafür kurzzeitig von der mörderischen Zwangsarbeit freigestellt wurden.
Die Ellricher Fresken stammen von den Franzosen Georges Sanchidrian und Tanguy Tolila-Croissant. Beide überlebten die KZ-Haft nicht. Nach dem Krieg durchschnitt die deutsch-deutsche Grenze das Lagergelände. Im Zuge des Grenzausbaus ließen DDR-Behörden die ehemaligen Häftlingsunterkünfte abtragen. Vor dem Abriss stellte das Ostberliner Museum für Deutsche Geschichte (heute: Deutsches Historisches Museum) Fragmente der Fresken sicher. Über Jahrzehnte galten die Fresken als verschollen.
Erst 2009 führten Recherchen zur Ellricher Lagergeschichte zu ihrer Wiederentdeckung. Seit April 2010 werden sie erstmals der Öffentlichkeit präsentiert.
Sonderausstellung in der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora (ehemalige Feuerwache) Verlängert bis zum 13. März 2010 Winteröffnungszeiten: Dienstag bis Sonntag von 10 bis 16 Uhr; vom 24. bis 26. Dezember, am
31. Dezember und am 1. Januar ist geschlossen


