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Fr, 07:55 Uhr
21.01.2011

In Notzeiten füttern

In Notzeiten wie einem strengen und langen Winter gehört zur Hege des Wildes auch das Anlegen von Futterstandorten. Nachdem vor rund zwei Jahren ein solches Projekt im Revier Rothesütte erfolgreich umgesetzt wurde, liefen im März 2010 die Planungen für das Revier Christianenhaus an...

Hilfe in der Notzeit (Foto: Forstamt) Hilfe in der Notzeit (Foto: Forstamt)
Karl-Heinz Gröpler und Ronald Gorges sind froh, das Grundgerüst steht

Es wurde ein Bergsporn, der im mittleren Unterharzplateau liegt, ausgewählt. Die Planung, unter Federführung des damaligen Revierleiters Klaus Thiemrodt, begann Anfang des Jahres 2010. Mit der Durchführung beauftragt wurden Forstwirtschaftsmeister Michael Köhler aus Görsbach sowie die Waldarbeiter Karl-Heinz Gröpler und Ronald Gorges.

Höhe und Größe der Fütterung war eine Herausforderung für die Erbauer, da die herkömmlichen Dimensionen weit übertroffen wurden. Der Holzbau wurde aus Käferholz der benachbarten Forstabteilung gefertigt. Das Grundgerüst ist aus teilweise behauenen und geschälten Rundbäumen erstellt, 60 Stück von vier bis zehn Meter Länge. Die Schalung und die Dachlatten wurden vor Ort mit einem mobilen Sägewerk aus Sophienhof geschnitten. Am Ende waren es 30 Festmeter Fichtenholz (1 Festmeter gleich ein Kubikmeter).

Hilfe in der Notzeit (Foto: Forstamt) Hilfe in der Notzeit (Foto: Forstamt)
Die Fütterung ist bestückt

Da natürlich noch andere Aufgaben im Wald anstehen, zogen sich die Arbeiten bis Anfang November hin. Gleich danach kamen 24 Rundballen Heu und 16 Big Bags (Auf deutsch: Großsäcke) mit Trockenfutter zur Einlagerung. Viel früher als sonst wurde die Fütterung im Dezember in Betrieb genommen. Das anfängliche Distanzverhalten des Rotwildes war schnell überwunden. Den Förstern fiel ein Stein vom Herzen, für Rotwild, Schwarzwild, Muffel- und Rehwild war gesorgt. Das heimische Schalenwild hielt sich wochenlang in der Nähe der Fütterung auf, oft für den Menschen nicht sichtbar.

Hilfe in der Notzeit (Foto: Forstamt) Hilfe in der Notzeit (Foto: Forstamt)
Fütterung Anfang Januar, das Futter wird reichlich angenommen, nicht nur in der Nacht – Ruhe ist oberstes Gebot

Nur einmal kam Unruhe ins Revier, der Luchs war auf Beutegang. Das Rotwild rudelte, besonders die Alttiere benutzten die Vorderläufe als scharfe Waffe und schützten den Nachwuchs im Rudelkern. "Pinselohr" zog unverrichteter Dinge ab. Es ist davon auszugehen, dass das geschwächte Rehwild weniger Glück hatte. Aber die Wildversorgung in der Notzeit wurde im Landesjagdbezirk nicht nur im Revier Christianenhaus umfassend betrieben. Allein im Dezember hat das Forstamt 40 Rollen und 300 Bund Heu, 115 Tonnen Silage, 54 Tonnen Zuckerrüben und eine Tonne Mais im Wert von etwa 5.000 Euro für die Wildfütterung aufgewendet.

Dazu kamen Naturalspenden der Begehungsschein- und Pirschbezirksinhaber des Forstamtes. Das reichte von einem Lkw-Zug Apfeltresten eines Spediteurs aus Sachsen-Anhalt bis hin zu einer Rolle Heu von einem Altjäger aus Harzungen. Nicht zuletzt muss ein herzliches Dankeschön an die Agrarbetriebe im Landkreis gehen, der Nachschub ist gesichert zu fairen Preisen. Traditionell arbeiten Landwirte und Förster im Territorium gut zusammen.
Klaus-Wilhelm Brüggemann, Forstamtsleiter
Autor: nnz

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