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Mi, 16:03 Uhr
26.01.2011

Brachflächen zu Solarparks

Thüringen hat noch viel Potenzial für den Ausbau der Solarenergie. Heute hat Wirtschaftsminister Matthias Machnig daher eine Studie vorgestellt, die Brachflächen im Freistaat als potenzielle Standorte für Solarparks benennt. Auch der Landkreis Nordhausen und der Kyffhäuserkreis sind dabei...


„Wir müssen neue Wege gehen, um mit dem Ausbau der Erneuerbaren Energien in Thüringen voranzukommen“, so der Thüringer Wirtschaftsminister Matthias Machnig (SPD) heute bei der Vorstellung der Studie. 54 Brachflächen im ganzen Land mit einer Gesamtfläche von rund 350 Hektar weist diese Untersuchung auf. Hier könnte Strom in Höhe von rund 156.756 MWh erzeugt werden.

Dabei gibt es im Landkreis Nordhausen nur einen Standort, der bei Wernrode ausgewiesen und in die Kategorie 2 als mittelfristig nutzbar eingeordnet wurde. Allein sieben Standort im Kyffhäuserkreis wurden in diese Kategorie eingeordnet, so zum Beispiel bei Roßleben, Allmenhausen, Esperstedt oder Voigtstedt. Als vorrangig eingestuft wurde eine Brachfläche bei Niedertopfstedt.

Beim Ausbau der Solarenergie hat der Freistaat Nachholbedarf. So liegt der Anteil der Photovoltaik am Endenergieverbrauch bei gerade mal 0,6 Prozent. „Dabei ist die Solarbranche eine Boombranche, wenn sie die richtigen Rahmenbedingungen bekommt“, sagte Machnig. Auch Dr. Hubert Aulich, Vorstand PV Crystalox Solar und Vorstandsvorsitzender Solarinput e.V., machte deutlich, dass Thüringen bei PV-Installationen im Ländervergleich derzeit nur den 11. Platz belegt.

„Hier bietet sich noch ein riesiges Potential für Verbesserungen, das gerade den hiesigen Installateuren zugute käme“, so Aulich. Für Wirtschaftsminister Machnig ist die Nutzung der Brachflächen daher ein weiterer Schritt, um die Rahmenbedingungen für die Thüringer Branche mit ihren rund 56 Firmen und Einrichtungen zu verbessern.

„Mit 156.756 MWh könnten alle Haushalte in Weimar und Suhl ein Jahr lang mit Strom versorgt werden“, sagte der Minister. Außerdem wären Investitionen in Höhe von 570 Millionen Euro sowie Erlöse von rund 35 Millionen Euro im Jahr möglich. „Diese Chance müssen wir nutzen, um die Solarbranche als innovativen und modernen Energieerzeuger zu stärken“, sagte Machnig. Die Nutzung von Brachflächen für Solarparks wäre ein weiterer Mosaikstein, um das im Koalitionsvertrag festgeschriebenen Ziel zu erreichen, bis 2020 den Anteil der Erneuerbaren Energien an der Thüringer Stromproduktion auf 35 Prozent hochzufahren.

Ein weiterer positiver Effekt: Thüringen könnte seine Unabhängigkeit von Stromimporten aus den Nachbarländern erhöhen. Und: Die Brachflächen werden sinnvoll genutzt und aufgewertet. Denn bei den meisten Flächen handelt es sich um ehemalige Militärgelände, um Gewerbe- oder Wohngebiete sowie um frühere Deponien. „Wir können nur profitieren, wenn wir auf diesen Flächen Solarparks bauen“, sagte der Minister.

Das Thüringer Wirtschaftsministerium hat die LEG Thüringen mit der Durchführung dieser Studie beauftragt.
Autor: nnz

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Kommentare
Harzspross
26.01.2011, 18:22 Uhr
Solarparks bringen kaum Vorteile
Das klingt auf den ersten Blick gut: Mehr alternative Energie mittels der Sonne durch Solarkraftwerke auf Brachen zu gewinnen. Und sicherlich ist es auch sinnvoll, sich in Zeiten des Klimawandels weg von fossilen Brennstoffen zu bewegen.

Aber: Angeschts der drastischen Versiegelungstendenz unserer Landschaft (und auch Solarkraftwerke "bedecken" den Boden), sollten wir eher das riesige Einsparpotential für Energie durch Isolierungsmaßnahmen an Gebäuden nutzen. Dadurch ließe sich ein sehr großer Teil der CO2-Emmissionen einsparen, sofern konsequent und flächendeckend durchgeführt. Auch hier entstehen für die Wirtschaft neue Anreize und langfristige Aufträge.

Zudem stehen in Thüringen ungezählte Dächer für Solaranlagen zur Verfügung. Brachflächen sollten in einem so dicht besiedelten Land möglichst aufgeforstet werden, was zum einen Co2 bindet, und zweitens, im Vergleich zu Solarkraftwerken, zu einer Verbesserung des Lokalklimas beiträgt. Letzteres hilft nachweislich, in sehr heißen Sommern einen kühlenden lokalen Effekt zu erzeugen. Wir sollten nach dem unkontrollierten Bauboom auf der Grünen Wiese nach der Wende von einer weiteren Verbauung unserer arg genutzten Landschaft absehen. Vergessen wir nicht, dass einst fast 100 % unserer Landschaft in Mitteleuropa mit Wald bedeckt waren.

Das, was heute in den Regenwäldern geschieht, hat bei uns als Raubbau schon vor Jahrhunderten stattgefunden. Wir haben uns nur an 70% Flächenanteil waldloser Flächen gewöhnt. Wir sollten die Flächen, die nicht aus Naturschutzgründen extensiv genutzt werden (Trockenrasen z.B.) dem Wald zurückgeben, um, im Verein mit Einsparmaßnahmen an Gebäuden und Solaranlagen im bebauten Bereich effektiver und schonender Energie zu gewinnen.

Der Gang in die Fläche muss in Deutschland ein Ende haben. Schneller, höher, breiter und weiter, das zeigen unzählige Beispiele, bringen für die Zuzkunft unseres Planeten eher Nachteile. Wann bergreifen das die Verantwortlichen?
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