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Mi, 07:19 Uhr
02.02.2011

nnz-Forum: Experten über Experten?

Deutschland stöhnt schon unter den Druck der vielen so genannten Experten. Wo Sie auch hingehen, überall stoßen Sie auf eine Art von Experten, bei dem ein schon gewisse Zweifel kommen. Das jedenfalls meint ein Leser der nnz...

Karikatur (Foto: H. Buntfuß) Karikatur (Foto: H. Buntfuß)

Man kann kaum noch ein Artikel lesen in dem nicht irgendein Experte zu Wort kommt. Es ist schon sehr erstaunlich wie viel Experten wir allein in Deutschland haben und trotz alledem geht es mit dem Staat immer weiter bergab, oder sehe ich das falsch?

Wir haben große Experten für Finanzen und wir haben die größte Finanzkrise. Wir haben Experten für Wirtschaft und unsere Wirtschaft schrumpft und schrumpft. Wir haben Experten für Bildung und unsere Bildungspolitik geht den Bach runter. Wir haben Experten für Soziales und Arbeitspolitik und beides ist mehr als armselig. Diese Liste könnte man beliebig erweitern, aber das würde den Rahmen sprengen. Es sei mir die Frage gestattet, wozu haben wir so viele Experten, wenn es trotzdem Bergab geht? Was sind denn das für Experten, die wir da haben? Ja da scheiden sich die Geister, ich verstehe unter einen Experten eine Person, die etwas von dem was sie sagt, versteht. Viele von den so genannten Experten sehen das nicht so.

Da heißt es dann die Finanz- und Wirtschaftskrise konnte niemand voraus sehen, das trifft aber nur zu wenn die Experten auf beiden Augen blind sind, oder? Da lassen sich unsere Experten von den Banken und der Wirtschaft mit falschen Bilanzen zum besten halten. Man spannt einen Rettungsschirm und zieht dem Volk das Geld aus der Tasche. Die Bank- und Wirtschaftsbosse lachen sich kaputt, wie sie den Politikern ein Schnippchen schlagen. Schauen sie sich doch die Banken und Wirtschaft an, was für Gewinne sie machen. An das zurückzahlen des Geldes, welches sie dem Staat, man kann schon sagen abgegaunert haben, denken diese Leute nicht, oder?

Ich empfehle den meisten Politikern (alias-Experten) einmal Bücher zu lesen anstatt sich welche schreiben zu lassen. So schreibt Michael Jürgs in seinen Buch „Seichtgebiete“ sinngemäß:“ Barack Obama will lieber nicht zu viel von den Dingen wissen.“ Weiter sagt er:“Aber man muss genug wissen, um ordentlich über das entscheiden zu können, was einem präsentiert wird.“

Dagegen sagt der Philosophieprofessor Konrad Paul Liesmann: „Allgemeinwissen darf man von unseren Spitzenpolitikern sowieso nicht erwarten:“ Dem Thema, Experten und Kompetenz, widmet Thomas Wieczoreck ein ganzes Kapitel, in seinen Buch „Die Dilettanten.“ Aber solch Bücher lesen unsere Politiker und Experten nicht, weil ihnen ein Spiegel vorgehalten wird und sie mit ihrer eigenen Unfähigkeit konfrontiert werden, das vertragen die wenigsten von ihnen, oder? Der Nobelpreisträger Paul Krugman sagte sehr höflich über die Kanzlerin und ihren damaligen Finanzminister:“ Vielleicht fehlt ihnen intellektuelle Beweglichkeit.“

Zum Schluss wieder ein Zitat. „Man darf Wahrheit nicht mit der Mehrheit verwechseln“ (Jean Cocteau, Schriftsteller)
Harald Buntfuß, Nordhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
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Kommentare
Eckenblitz
02.02.2011, 12:03 Uhr
No-Name Experten??
Wie in der Wirtschaft, so gibt es sie auch in der Politik, diese No-Name Produkte. Bei jeder Talkshow sind diese zum Teil selbsternannten „EXPERTEN“ anzutreffen.

Wo kommen sie nur alle her, diese Superexperten? In Deutschland ist es inzwischen zur Mode geworden, das jemand der zweimal in China war, als „ASIENEXPERTE“ eingestuft wird.

Jede Partei verfügt inzwischen über unzählige SO GENANNTER Experten. Sie schwingen große Reden, überhäufen uns mit irgendwelchen Zahlen, bei denen man nicht genau weiß, woher sie stammen. Vielleicht sind es die Lottozahlen des Experten, wer weiß ?

Deutschland verfügt über MASSEN von Experten und geht doch den Bach hinunter. An wen das wohl liegt? Haben wir noch zu wenig Experten, ist das Volk Schuld an der ganzen Misswirtschaft ? Oder sind es die vielen Stadträte, Kreis-, Land- und Bundestagsabgeordneten?
TeeEff
02.02.2011, 17:59 Uhr
Der Fachkräftemangel...
macht sich halt auch dort bemerkbar. ;)
Und so ist jeder der ein bisschen was von einer Sache versteht schon ein Experte - wozu also ein fundiertes Wissen?

Ich bin ja seit längerem für eine PISA Studie unter Politikern...
Mister X
02.02.2011, 19:46 Uhr
Aufsichtsrat
Herr Buntfuß hat Recht, wir haben wirklich sehr viel von diesen politischen Experten, oder ist jemand anderer Meinung? Das kuriose daran ist, dass diese Experten in der Wirtschaft keine Chance hätten, sonst wären sie auch nicht in der Politik gelandet, oder sehe ich das falsch?

Na gut in den diversen Aufsichtsräten kann man sie gerade noch verkraften. Da kommt es nicht so auf das fachliche Wissen an, stimmt doch? Dort werden meistens nur Leute gebraucht, die noch mit dem Kopf nicken können, oder irre ich da?

Ein Beispiel „DIETER ALTHAUS“ der Ex-Ministerpräsident von Thüringen soll wohl ein Experte gewesen sein? Die Frage ist nur worin ? Heute soll er bei einem Konzern der Autobranche tätig sein ? Und dort hat er wohl als EXPERTE dafür gesorgt, dass der Konzern mit einen Millionen Schaden zurecht kommen muss, oder war das eine Falschmeldung der Medien?

Übrigens Die Karikatur trifft den Nagel genau auf den Kopf
Harzspross
02.02.2011, 22:57 Uhr
Mehr Augenmaß tut Not!
Sehr geehrter Herr Buntfuß,
ich gebe Ihnen einerseits recht. Wie groß die Kompetenz ist, die sich hinter der Bezeichnung "Experte" verbirgt,erschließt sich dem Leser, Hörer oder TV-Zuschauer nicht immer.

Ich denke aber, dass es auch die Vielfalt an möglichen Meinungen ist, die den Menschen Schwierigkeiten bereiten, DIE "Wahrheit" über ein Problem herauszufiltern. In einer freien Gesellschaft darf sich halt jeder ungestraft zu einem Thema äußern. Und der Begriff Experte ist nunmal kein Zertifikat für Unfehlbarkeit.

Genau für die freie Meinungsäußerung sind ja viele DDR-Bürger 1989 auf die Straße gegangen. Mit der Kehrseite der Medaille müssen wir nun aber auch leben. Es liegt schließlich an den Fähigkeiten und am Willen des Einzelnen, sich eine Meinung zu bilden oder sich die "beste" oder kompetenteste "Expertenmeinung" herauszusuchen. Natürlich setzt das oft Vorkenntnisse voraus und es ist nicht so einfach, wie zu DDR-Zeiten, als die Meinung, die wir möglichst haben sollten, von der SED vorgegeben wurde.

Die Anforderungen sind an alle Menschen hoch, die die Meinung anderer einholen müssen, die sich wiederum so gut verkaufen, dass es schwer ist, deren wahre Kompetenz zu erkennen. Und es ist schwer für den Bürger, zu differenzieren.

Sie aber haben richtig erkannt, dass die Wirtschaft immer mehr ein Eigenleben jenseits der Einflussmöglichkeiten der Politik entfaltet, und dass daher oft auch "Experten" so recht keinen Weg mehr aus Krisen weisen können. Das ist die Kehrseite der Globalisierung. Auch zu dieser Kehrseite findet man aber Experten, wenn man sie gezielt sucht.

Die Schere zwischen Arm und Reich geht immer weiter auseinander, die Politikverdrossenheit nimmt, nach Auskunft der Medien, zu. Ich erkenne in Ihrer Wortmeldung aber auch, wie sehr die Schwarz-/Weiß-Malerei durch die Medien, vor allem aber deren negative Sichtweisen, heute unser Leben bestimmen. Vielen Menschen bei uns entgeht dabei der Blick über den Tellerand, und kaum noch jemand ist in einer pluralistischen Gesellschaft in der Lage, die komplizierte Arbeit unserer Politiker zu verstehen. Vielen Kritikern rate ich ganau deswegen, es selbst einmal in der Politik zu versuchen.

Andererseits gebe ich zu bedenken, dass es uns in Deutschland allen Unkenrufen der meinungsbestimmenden Medien zum Trotz ganz hervorragend geht. Das aber schreibt kaum jemand, weil Negatives sich besser verkauft und alle Infos über Abwärtstrends und Katastrophen lieber gelesen werden. Vergessen wir nicht, dass wir eines der besten Sozialsysteme der Welt haben. Nach einem Land mit unserem dichten sozialen Netz können Sie in der ganzen Welt suchen. Eine echte Armut haben wir nicht. Niemand muss ohne Wohnung leben, wenn er sich nicht ganz dumm anstellt, niemand muss hungern. Das aber ist keinesfalls selbstverständlich! Wir jammern auf einem Niveau, was ein Nigerianer, ein Bolivianer, oder ein Haitianer nie verstehen würde!
Schauen Sie in diese Länder: Von Hartz IV, also von so viel Reichtum, ohne Arbeit monatlich ausgezahlt, oder von Renten, haben die allermeisten Menschen dort meist noch nie etwas gehört! Auch nicht von Tafeln oder Suppenküchen. Eher schon von Slums und Deponien, auf denen es Essbares gibt.
Wir sollten in dem reichen und verwöhnten Deutschland nie den Blick für die weithin üblichen Verhältnisse in der Welt verlieren, um unseren eigenen Platz zu bestimmen. Wir sollten nicht in den Massenchor der Jammerer und Kritiker einstimmen, ohne das Gesamtbild aus dem Blick zu verlieren.
Das gilt auch für die Bankenkrise:
Natürlich fehlen die Mittel, die der Staat den kriminellen Bankern in den Rachen wirft. Da liegt vieles im Argen. Ja, es ist ein Ärgernis!: Hätten es die Politiker aber nicht getan, wären die Folgen, und damit die Stimmung berechtigt katastrophal.
Und nicht zuletzt: Wir leben im Kapitalismus. Den wollten wir fast alle haben. Wissen Sie noch, wie die Leute auf der Straße plötzlich statt "Wir sind das Volk" nach der D-Mark gerufen haben? Und wir haben schon in der Schule gelernt, dass sich der Kapitalist einen Dreck um das Allgemeinwohl schert, wenn er nur genügend Profit gewinnen kann. Marx hat darüber viel geschrieben. Wir können all das kritisieren und versuchen, so, oder im Rahmen der demokratischen Spielregeln dagegen anzugehen. Aber das wirklich zu schaffen, würde bedeuten, dem Kapitalismus einen zentralen Nerv zu durchschneiden. In Zeiten der Globalisierung wird das aber kaum gelingen. Und was passieren kann, wenn eine Gesellschaft mit ihren Grundlagen, ist sie auch noch so kritikwürdig, zusammenbricht, das haben wir in unserer eigenen Geschichte gesehen, oder auch zwischen 1917 und 1953 in der Sowjetunion.
Wenigstens aber können wir unseren Unmut heute frei äußern, ohne dass jemand eine Akte über Sie oder mich anlegt. Und Sie können überall dorthin reisen, wo es kein Sozialsystem gibt, um zu erkennen, wie gut es Ihnen und mir eigentlich in Deutschland, trotz mancher, an sich stets irgendwo vorhandenen Probleme, geht.
Schade übrigens, dass meine Vorkommentatoren sich nicht, wie Herr Buntfuß, mit Namen präsentieren.
Bodo Schwarzberg
Peppone
02.02.2011, 23:25 Uhr
Da hat Buntfuss ausnahmsweise mal recht!
Das deutsche Volk besteht ausnahmslos aus Ääääägggsssberden! Die wissen einfach alles! Ääääägggsssberden über Äääääägggsssberden. Wo man hinguckt, nur Äääääägggsssberden in diesem Land!

Deshalb als Abschluss noch ein kleines Zitat vom Äääääägggsssberden Bismarck: "Gegen die Regierung mit allen Mitteln zu kämpfen ist ja ein Grundrecht und Sport eines jeden Deutschen."

Das Zitat ist zwar mehr als hundert Jahre alt, für heutige "Experten" aber immer noch gültig! ;-)
Alex Gösel
05.02.2011, 15:05 Uhr
Jawoll!
Ich Stimme Herrn Buntfuß vollkommen zu!
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