Verdienstmedaille verliehen
Bundespräsident Christian Wulff hat auf Vorschlag der Thüringer Ministerpräsidentin Christine Lieberknecht an Margit Aurin aus Uthleben die Verdienstmedaille des Verdienstordens der Bundesrepublik Deutschland verliehen. Gestern wurde die Ehrung in Erfurt vorgenommen...
Engagement gewürdigt (Foto: privat)
Sozialministerin Heike Taubert überreichte im Auftrag des Bundespräsidenten die hohe Auszeichnung an Margit Aurin. BdV-Landesvorsitzender Egon Primas und der Bürgermeister von Uthleben, Fritz Lehmann, gehörten zu den ersten Gratulanten
Die Thüringer Ministerin für Soziales, Familie und Gesundheit Heike Taubert hatte gestern im Barocksaal der Thüringer Staatskanzlei die Überreichung vorgenommen. Margit Aurin erblickte in Lodz (Schlesien) am 30.01.1942 das Licht der Welt. Nach ihrer Flucht 1945 kam ihre Familie in das Lager in Rothesütte. Nach einem längeren Aufenthalt zog sie mit ihrer Mutter nach Uthleben, wo sie auf die Heimkehr des Vaters aus der Kriegsgefangenschaft wartete. Endlich Ende 1949 war es soweit, der Vater war daheim.
Nach der Schule und einem schweren Anfang begann sie eine Lehre als Schneiderin. In diesem Beruf arbeite sie ein paar Jahre, danach und nach der Geburt ihrer Tochter wirkte sie im Kali Rechenzentrum Nordhausen. Sie nahm immer aktiv an dem gesellschaftlichen Leben ihres Dorfes teil. Engagierte sich für das Gemeinwohl und half in vielen Situationen. Nach der Wende engagierte sie sich aktiv bei der Gründung des Bundes der Vertriebenen Kreisverband Nordhausen. Als Ortsvorsitzende des Ortsverbandes Uthleben gestaltete sie das Vereinsleben bestimmend mit.
Durch ihr Engagement ist es gelungen, einzigartige Veranstaltungen für die Vertriebenen des Orts- und auch Kreisverbandes zu organisieren und mit zu erleben. Ihre vereinswirksamen Tätigkeiten kommen allen Heimatvertriebenen zu Gute. Sie ist immer ansprechbar, die Gestalterin des Vereinslebens des Ortsverbandes Uthleben und eine immer offene Ansprechpartnerin für die Mitglieder des Kreisverbandes, sowie des Kreisvorstandes.
Autor: nnz
Kommentare
nail2011
04.02.2011, 12:21 Uhr
Ach ja, die Vertriebenen
"Nach der Wende engagierte sie sich aktiv bei der Gründung des Bundes der Vertriebenen Kreisverband Nordhausen".
Dafür erhält man nun die Verdienstmedaille des Verdienstordens. Wenn man dafür nicht mehr machen muss, als sich für ewig Gestrige und als Steinbach-Jüngere zu engagieren, ist das aus meiner Sicht nicht nur einen Kopfschütteln wert.
Ihr sogenannten "Vetrtriebene" solltet bitte einmal nur den Zusammenhang zwischen Ursache und Wirkung beachten.
Georg66
04.02.2011, 12:40 Uhr
würdige Auszeichnung
Sehr geehrte Frau Aurin.
Diese Auszeichnung haben Sie sich redlich verdient. Es ist heute den jungen Leuten schwer beizubringen, welches Leid die Deutschen jenseits der Oder und Neiße nach dem Kriegsende erfahren mussten, da dieses Thema gerade im real existierenden DDR- Sozialismus nicht auf der Tagesordnung stand.
@nail2011
Geben Sie ihren deutschen Pass ab, denn nach Ihrem Schreiben zu urteilen, haben Sie diesen nicht verdient!
TeeEff
04.02.2011, 15:55 Uhr
Wer Wind sät...
wird Sturm ernten und genau das ist in den ehemaligen Ostgebieten passiert, nachdem man im Namen einer faschistischen Ideologie erst ab '39 und dann ab '41 mit Herrenrassenwahn, Tod und Verderben in andere Länder gebracht hat.
Die Vertreibungen und damit einhergehenden Gräuel sind bedauernswert, aber Folge eines von Deutschland vom Zaun gebrochenen Krieges, der trotz aller Bemühungen und allem Fanatismus letztlich verloren wurde.
Die Oder-Neiße-Grenze wurde inzwischen als Ostbegrenzung längst anerkannt. Diese Vertriebenenverbände dienen nur dem Zweck Geschichtsrevanchismus zu betreiben und den Hass wach zuhalten. Als damals nicht einmal 3 jährige groß darüber zu lamentieren ist, meiner Meinung nach,...fraglich.
Das hier jemand fordert, das man wenn man das als vergangen und passiert sieht, man gefälligst seinen deutschen Pass abgeben soll - lächerlich!
Man hat das Abenteuer Krieg gewagt, verloren und dafür teuer bezahlt. Hoffentlich überlegt man sich nächstes mal VORHER, wozu so etwas führen kann!
Ansonsten muss man als Bürger eines Landes in dem man geboren wurde und dessen Staatsbürgerschaft man hat keinen Pass besitzen. Aber das Verhalten ist typisch für diese Nationalen: Wenn ihr nicht für uns und unsere Ideen seit - verpisst euch!
nietzsche
04.02.2011, 20:00 Uhr
Sie war ein Kind
Dass ein unschuldiges drei jähriges Mädchen die Greuel der Vertreibung miterleben musste ist schon schlimm genug. Jetzt dem in die Jahre gekommenen Mädchen vorzuwerfen, es würde lamentieren, wenn es an die Schrecken der Vertreibung erinnert ist eine Ungeheuerlichkeit. Unrecht bleibt Unrecht, auch wenn es in diesem Fall "nur" deutsche Kinder waren die gelitten haben.
Georg66
04.02.2011, 20:06 Uhr
Eine solche...
Auszeichnung einer für das Volk sich verdient gemachten Frau in Frage zu stellen, ist schändlich. Genau so schändlich wie die Verbrechen des Stalinismus.
Wer Leute wegen des Christlichen- oder anderen Glaubens verfolgt, sein eigenes Volk bespitzelt und unterdrückt hat, sollte sich nicht zu weit aus dem Fenster der Geschichte lehnen. Man sollte nicht nur nach Dora schauen, sondern auf den Ort der Schande 10 km weiter.
Ein Volk hat es nicht verdient über 40 Jahre gewaltsam geteilt zu werden.
Das haben selbst die Sowjets einsehen müssen und haben Deutschland freigegeben.
Jedes Volk hat das Recht, über sich selbst zu bestimmen und das ist geschehen.
Wir alle können unserem Schicksal nicht entkommen.
Windhauch
05.02.2011, 01:02 Uhr
Also...
...ein ganz klitzekleines bisschen frage ich mich, ob denn die Ehrung für Margit Aurin gerechtfertigt ist. Schließlich gab es ja in Uthleben, um Uthleben und um Uhtleben herum (also in der DDR) überhaupt keine Vertriebenen! Nein! In der DDR gab es, wenn überhaupt, lediglich Umsiedler!
Das ist was ganz anderes und ist (war) ganz wichtig, zu wissen!
Denn hätte die DDR Vertriebene gehabt, so wie der Westen, mit all seinen unbewältigten Problemen der Nazi-Vergangenheit, hätte ja auch die Frage beantwortet werden müssen, wer sie denn (also die Vertriebenen) eigentlich vertrieben hat.
Und damit das Politbüro, mit seinen nachgelagerten Wortvervielfältigern (Bezirks- und Kreisleitungen) hier nicht auch noch dicke Backen bekommt, entschloss man sich zur rechten Zeit, die von Polen, Tschechen, Slowaken, und Russen rausgeschmissenen verhassten Deutschen (schließlich hatten die ja auch, aus ihren kleinen Enklaven heraus, den Krieg angezettelt), schieben wir gleich nach dem Westen durch und den von der ruhmreichen Sowjetarmee sorglich begleiteten Umsiedlern aus Freundesland geben wir in der DDR eine neue Chance.
Ergo brauchte die DDR auch keine revanchistischen Vertriebenenverbände (mit ewig Gestrigen durchsetzt), die nur den Völkerhass schüren. Nein! Für heimatverbundene Umsiedler standen schließlich die Tore der Volkssolidarität weit offen!
Und dort wirkte kein Individuum, dort wirkte schließlich das Kollektiv!
TeeEff
05.02.2011, 13:53 Uhr
Und worin liegen diese Verdienste genau?
Man werde da doch mal allgemein-konkret!
Und von welchem Volk wird hier geredet?
Hier wird doch nur ein längst von der Geschichte überholter Nationalismus bedient, versucht ein tief chauvinistisches völkisches Wir-Gefühl zu konstruieren. Mit welchem Ziel?
Die Deutschen - ein künstliches Gebilde das erst 1871, aus in ein Reich gepressten Kleinstaaten entstand, nachdem sein nur 50 Jahre älterer Vorläufer, der Deutsche Bund, gescheitert war.
Und es ist wissenschaftlich erwiesen, das es keine wirklichen Erinnerungen an Dinge gibt, die bis etwa 3 Jahre Lebensalter passiert sind. Jeder kann selbst mal versuchen sich an seine frühsten echten Erinnerungen die über reine Schemen hinausgehen zu erinnern und den Zeitpunkt zu bestimmen.
Und auch ein Großteil der noch etwas späteren ist eher nachgebildet bzw. durch Fotos. Filme und Erzählungen aus späterer Zeit "programmiert" und gestützt.
Also kann man durchaus daraus schließen, das ein Großteil der sog. "authentischen Erinnerungen" aus der Kindheit voller Entbehrungen in der Nachkriegszeit stammen, von Erzählungen der Eltern und evtl. Geschwister, sowie anderen Familienmitgliedern und mit der alten Heimat oder auch dem Akt der Vertreibung wenig zu tun haben.
Wobei diese oft eigentlich keine echte Vertreibung, sondern eine Flucht aus Angst vor der Rache der anrückenden Sowjets war, da man sehr gut wusste was man jenen vorher im Krieg angetan hatte und dafür, begründet oder durch Propaganda bestärkt, mit mindestens altestamentarischer Vergeltung rechnete.
Georg66
05.02.2011, 16:16 Uhr
Bedauerlich...
ist die Tatsache, dass relativ gebildete Leute sich für ein System der Unfreiheit, Unterdrückung und der Überwachung eingesetzt haben und noch immer dafür einsetzen würden.
Wenn hier in den Büchern der deutschen Geschichte geblättert wird, dann richtig und ohne die wichtigsten Zeilen auszulassen. Das durch die Einführung eines einheitlichen Deutschlandes (Reiches) endlich die Kleinstaaterei abgeschafft wurde, ist doch eines der größten Erungenschaften der letzten Geschichte.
Oder sollte man heute noch an jeder Landesgrenze erst einmal Halt machen, um Wegezoll zu bezahlen und mit unterschiedlichen Gesetzen arbeiten?
Das wäre ja tiefstes Mittelalter.
Die Gesetze und Beschlüsse kommen aus unsere Hauptstadt und das ist gut so.
Ich weiss, dass der Adel in Deutschland das gerne anders hätte.
@TeeEff
Selbstverständlich wurde an vorderster Front mit harten Mitteln gekämpft, aber das ist kein Grund für den vermeintlichen Sieger, sich an der Zivilbevölkerung zu rächen!
Und die Politiker, wie z.B. Herr Kohl, waren nicht berechtigt, ohne das Volk zu fragen, auf Gebiete östlich der Oder und Neiße zu verzichten.
Eine Volksabstimmung hätte das gleiche Ergebnis gebracht, wie damals im Saarland.
Ob die Allierten da die Zustimmung gegeben hätten, steht auf einen anderen Papier.
Aber wenn Deutschland im Voraus freiwillig verzichtet, braucht man sich nicht mehr kümmern.
Ist doch Praktisch.
TeeEff
05.02.2011, 23:57 Uhr
Miss Verständnis...
ich fordere nicht die Rückkehr zur Kleinstaaterei, wies nur darauf hin das das so gelobte Deutschland nur ein sehr künstliches Konstrukt ist und das sich darauf, wie auch irgendwelcher Grenzen berufen arg reaktionär ist.
Inzwischen hat sich viel getan und ein, mehr oder weniger geeintes Europa ist entstanden. Leider ist man eher nur den Wirtschaftlichen Weg gegangen und nicht auch den der echten Verbrüderung.
Trotzdem hat dieser alte Nationalchauvinismus darin und in unserer modernen Welt generell einfach keine wirkliche Daseinsberechtigung mehr.
Wozu auch?
Im Übrigen wurde nicht nur an der Front gekämpft - insbesondere hinter den Anfangs schnell nach Osten vorrückenden Frontlinien, haben Einsatzkommandos und Freiwilligenabteilungen barbarisch gegen die polnische und sowjetische Zivilbevölkerung gewütet. Das ist auch ausreichend belegt.
Auch die angeführte Bezeichnung das die Vertreibung stalinistische Verbrechen waren, ist wenig korrekt - vertauscht man hier doch Ursache und Wirkung. Ursache dafür war nämlich der von Deutschland vom Zaun gebrochene Krieg. Aber leider fällt das anzuerkennen, und sich für die Verhinderung solcher Katastrophen als Folge zukünftigen militärischer Abenteuer heute und in Zukunft nachhaltig einzusetzen, den Nationalen wie auch den Vertriebenenverbänden unendlich schwer!
Ja man war Opfer, aber Opfer des (selbst begonnenen, totalen) Krieges.
Georg
06.02.2011, 10:42 Uhr
Vertrieben??
Wer hat denn den Landesvorsitzenden des Bundes der Vertriebenen, Herrn Primas vertrieben? Und von wo? Auf der Internetseite des Herrn Primas ist zu lesen, dass er 1952 in Gebra geboren wurde. Sehr seltsam!
Und was sind die großartigen Verdienste der Frau Aurin für die Verleihung der Verdienstmedaille der Bundesrepublik Deutschland? Es gibt wesentlich mehr Ehrenamtliche, die im verborgenen engagiert für ihre Mitmenschen tätig sind, ohne dafür geehrt zu werden.
Totofino
06.02.2011, 13:02 Uhr
Ehrung für Ehrenamt
Hier driftet die Diskussion wieder einmal ab und sie hat eigentlich mit der Ehrung einer Frau für ein Ehrenamt nichts zu tun, die meisten die ihren Kommentar auf dieser Seite abgeben können die Leistung dieser Frau gar nicht beurteilen, ich auch nicht.
Die meisten der heute Lebenden tragen keine Verantwortung für einen Eroberungskrieg, der durch ein Regime mit Unterstützung des deutschen Kapitals geführt wurde. Dieser Krieg hat im Ergebnis dazu geführt, dass Leute in ihrer angestammten Heimat nicht mehr leben konnten und vertrieben wurden oder eben umsiedeln mußten. Das betrifft übrigens auch Polen, die den Krieg gar nicht angezettelt haben. (ehemals polnische Gebiete wurden durch die Sowjetunion übernommen und die Polen mussten umsiedeln).
Das alles sollte uns eine Mahnung sein und uns über in der heutigen Zeit geführte Expansionkriege der Amerikaner im Irak und Afghanistan nachdenken lassen. Es sollte niemals mehr von Deutschland ein Krieg ausgehen
Retupmoc
07.02.2011, 07:53 Uhr
Ehrenamt
ist etwas was der Allgemeinheit zugute kommt. Jemand der sich um arme Kinder kümmert, Menschen die Tag und Nacht für die Tafel arbeiten oder einfach Leute, die Kranke pflegen. Die Vertriebenen sind kein Ehrenamt. Auch wenn es für jeden Einzelnen schrecklich ist, diese Leute sollten sich aber mal fragen, wie es den Angehörigen der Menschen gegangen in den Ländern gegangen ist, die von der faschistischen Armee überfallen, gefoltert, gemordet und vergast wurden! Legitimiert durch freie Wahlen! Das ist halt Wirkung und Gegenwirkung.
Und ich sage es mal ganz ehrlich. Wenn die Nazis mein Kind und meine Frau ins KZ gesteckt hätten, dann hätte ich die Deutschen nicht nur vertrieben. Die sollen endlich aufhören rumzujammern.
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