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Fr, 15:24 Uhr
01.04.2011

nnz-Forum: Protest in Nordhäuser Ortsteil

Es mögen wieder über 60 Einwohner gewesen sein, die gestern trotz Regen und Kälte den Weg zum Kirchplatz in Sundhausen suchten. Viele von ihnen spazierten nach der dortigen Veranstaltung gemeinsam zum bereits wieder bestellten Acker,... So beginnt das Statement der Sundhäuser Bürgerinitiative...


Die Menschen ging zu dem Areal, auf welchem gegen die mehrheitlichen Willen der Menschen im Ort immer noch an den Planungen zu einem Autohof festgehalten wird – wie man aus der nnz in den letzten Tagen entnehmen mußte. Der 31.03.2011 war ein Tag, für den eigentlich Fakten durch die Menschen erwartet wurden, die nun endlich auf eine alsbaldige Einstellung hoffen ließen.

Das jedenfalls hatte die Nordhäuser Bau- und Wirtschafts-Dezernentin Inge Klaan (CDU) etwa zwanzig Sundhäusern, die am 07.02.2011 nachdem abermals der Antrag auf Verfahrenseinstellung im Stadtrat nun auf den 20.04.2011 verschoben wurde, vor dem Rathaus in Aussicht gestellt hatte.

Anstatt aber das Planungs-Verfahren bereits mit dem Vorliegen des Einstellungsantrages zumindest ruhen zu lassen, war in der Zwischenzeit an einer neuen verkleinerten Variante weitergearbeitet worden, vor der Experten aus Politik und Bau sowie Juristen die Sundhäuser mit Nachdruck gewarnt hatten. Weder das klare Mehrheitsvotum der Sundhäuser, für eine andere Standortwahl, noch die allwöchentlichen Proteste im Ort, noch der vorliegende Antrag auf Verfahrenseinstellung, geschweige denn das positive einstimmige Votum des Sundhäuser Ortsteilrates zu eben diesem Einstellungsantrag vermögen gegenwärtig offenbar dafür zu sorgen, daß die Planungen ruhen.

Angeblich soll sogar bereits Eigentum an einem Teil der geplanten Fläche an die Firma Nutrilab übergegangen sein – was in höchstem Maße als zweifelhaft einzustufen ist. An eine Firma also, die hier ursprünglich einen Autohof in Mega-Dimension mit einer riesigen Vergnügungsmeile, zu der u.a. Einrichtungen aus dem Bereich des Rotlicht-Milieus (Stangentanzbar mit Stundenzimmern usw.) gehören sollten, geplant hatte. Die aber bisher noch keinen Autohof errichtet hat.

Positives für Sundhausen, hatte Frau Frau Klaan im heutigen Gespräch mit Sundhäusern, die, um zu hören, wie denn nun an dem besagten 31.03.2011 der Stand zur Verfahrenseinstellung für Sundhausen sei, nicht zu verkünden. Dass der Stadtrat am 20. April nun die Verfahrenseinstellung beschließt, wäre wünschenswert und in hohem Maß demokratisch - man kann es auch als bürgernah bezeichnen (und nicht zuletzt auch ökologisch), aber es arbeiten offenbar Kräfte eben gegen diese Bürgernähe eines von Bürgern gewählten Gremiums.

Die von Nutrilab zu erwerben beabsichtigte Fläche hätte etwa die Größe eines Drittels des Ortes Sundhausen, dessen Identität als Dorf, als nur eine Folge, neben Lärm, Abgasen und dem Verlust wertvollen Ackerlandes durch Versiegelung u.a., wäre völlig dahin. Was einem Ortsteil passieren kann, welcher der Stadt Nordhausen beitritt, das wird am Beispiel Sundhausens gegenwärtig sehr plastisch deutlich. Die Situation ist umso bedauerlicher, da in der Region genügend vernünftige Lösungsansätze in Form geeigneter Standorte vorhanden sind. Der Nordhäuser Unternehmerverband nannte jüngst den Landkreis als Bereich in dem ein Autohof anzusiedeln sei – leben wir nicht alle in diesem Landkreis und ist nicht auch Nordhausen Teil desselben ?

Diese Frage geht auch und besonders an die Stadträtinnen und Stadträte sowie führenden Wahlbeamte der Stadt Nordhausen, die neben Ihren Funktionen in der Stadt auch ein Kreistagsmandat innehaben und das sind immerhin 13 Damen und Herren.
Bürgerinitiative Sundhausen
Autor: nnz

Anmerkung der Redaktion:
Die im Forum dargestellten Äußerungen und Meinungen sind nicht unbedingt mit denen der Redaktion identisch. Für den Inhalt ist der Verfasser verantwortlich. Die Redaktion behält sich das Recht auf Kürzungen vor.
Kommentare
sandlatscher
01.04.2011, 20.52 Uhr
Sundhausen?
Kenn ich nicht! was wer wo ist das?
Baut euch wieder ne Mauer um euer so bedeutendes Dorf und betreibt Ackerbau und Viehzucht auf den so wertvollen Ackerflächen. Obwohl für E10 werden die ja auch gebraucht, da dieses ja auch der Verkaufsrenner ist.

Ich kann es nicht mehr hören. Protest, Protest gegen jeden und alles. Ihr steht der wirtschaftlichen Entwicklung im Wege. Wenn ihr nicht der Stadt Nordhausen angehören würdet könntet ihr die zu erwartenden Steuereinnahmen selbst in das Dorfsäckel stecken und hättet Gehwege aus Marmor.Oder irre ich da. Wenn dieser Autohof doch gebaut wird macht ihr dann auch Protest so in etwa Sundhausen 21. Lächerlich.
Bodo Schwarzberg
02.04.2011, 00.54 Uhr
Autohof - zu Ende gedacht
Liebe Sundhäuser Initiative,
ich verstehe Sie in Ihrem Bestreben, den Autohof vor Ihrer Haustür zu verhindern. Aber ich möchte Sie doch bitten, dass Denken in Dorfgrenzen auf eine höhere Stufe zu stellen.

Wenn Sie sich gegen die Betonierung von wertvollem Ackerland aussprechen, dann müssten Sie sich auch konsequenterweise gegen das Industriegebiet in der Goldenen Aue wenden, dem Ackerboden mit hohen Bodenwertzahlen zum Opfer fallen soll und wohl auch wird, obwohl kein Investor in Sicht ist und in der Stadt Nordhausen riesige ungenutzte Brachflächen zur Verfügung stehen.

Es kann doch nicht sein, dass in Zeiten des globalen Denkens jeder nur seine eigenen Empfindlichkeiten pflegt und das, was um ihn herum geschieht, außen vor lässt. Ein Autohof versiegelt immer wertvollen Boden, nicht also nur in Sundhausen, sondern auch in Hesserode und Werther.

Dieses Denken im Klein-Klein-Format löst das Problem nicht grundsätzlich. Ich wünsche mir eine Grundaussage: Egal wo der Autohof im Kreis entsteht: Er ist immer ein Eingriff in die Landschaft. Er versiegelt immer Boden und er wird immer und überall für Konflikte irgendwelcher Art sorgen. Konsequent wäre es demzufolge, sich generell gegen einen Autohof zu wehren, nicht nur also in Sundhausen.

Ökologie entzieht sich menschgemachten Gartenzaun- und Knallerbsenstrauch-Grenzen. Das Sankt-Florian-Prinzip: Verschont mein Haus und zünde dafür andere an, wie von der Sundhäuser Initiative gefordert, entspricht nicht den Erfordernissen unserer globalen Welt mit ihren globalen ökologischen Auswirkungen.
Konsequent wäre es von Ihnen gewesen, sich auch gegen die A 38 wenden, weil diese ja erst Verkehr in dem Maße angezogen hat, wie wir ihn heute haben. Aber die Mehrheit der Bürger wollte die Autobahn.

Damit wollte sie auch LKWs, die nicht gerade wenig für den Wohlstand auch von Ihnen in Sundhausen sorgen - für Bananen, Kaffemaschinen und Couchgarnituren, die Sie gern in Ihrer Nähe kaufen wollen. Sie müssten sich konsequenterweise gegen Ihren Wohlstand wenden, der die Autobahn, die LKWs und den Autohof erst ermöglichen. Mit diesem Denken in privaten Gartenzäunen lösen wir keine Probleme.

Wir müssen lernen, über unseren privaten Tellerrand zu denken, so, wie es uns die multinationalen Konzerne längst vormachen. Sonst werden auch Sie in Sundhausen immer ein Spielball der Kräfte sein, gegen die Sie versuchen anzukämpfen und, selbst wenn Sie den Autohof verhindern sollten, insgesamt trotzdem verlieren.
Alberdt
02.04.2011, 14.07 Uhr
Denken - allumfassend und weitsichtig ?
Als erstes steht immer die Analyse eines Ist-Zustandes. Und der ist für den Standort eines Autohofes direkt an einem Wohnort wohl schlechter kaum zu wählen – oder ? Dann focussieren die Sundhäuser stets auf mögliche Alternativen, indem sie über den Tellerrand (=Stadt Nordhausen) ins Umland schauen. Und genau dort gibt es, das sollte ehrlich gesagt werden, sehr wohl mögliche Stellen wo niemand beeinträchtigt wird – oder ? Auch sind zahlreiche vorhanden, die bereits erschlossen sind – oder ?

Eben diesen Fingerzeig lese ich in fast allen Berichten der Sundhäuser und den Hinweis, daß auch ein neu zu präferierender Standort nicht an einem Wohnort liegen solle. Dem St. Florians-Prinzip folgend - würden die Sundhäuser den Hof nach Hesserode wünschen und davon las ich hier noch nichts – oder ?

Daß das nichts mit dem Industriegebiet Goldene Aue zu tun hat und auch nichts mit der A 38 ist selbstredend und erschließt sich dem allumfassend informierten Betrachter leicht. Die Sundhäuser scheinen eben nicht gegen alles zu sein – egal was. Sie sind sich – betrachtet man ihre Verlautbarungen - durchaus über die Notwendigkeit einer Rastmöglichkeit im hiesigen Raum bewußt. Nachhaltigkeit fällt mir dazu als Stichwort ein...
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