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Mo, 07:03 Uhr
04.04.2011

Keine Privatisierung, keine Ausgliederung

Es ist drei Monate her, da die neuen Leitungsstrukturen im Nordhäuser Südharz-Krankenhaus umgesetzt wurden. Was aber ist bislang anders gemacht worden, welche Forderungen der Gesellschafter und des Aufsichtsrates sind umgesetzt worden? Die nnz im Gespräch mit dem Vorsitzenden des Aufsichtsrates, Prof. Dr. Heinrich Markgraf.


nnz: Wie beurteilen Sie nach diesen ersten drei Monaten die Arbeit, die bislang von den beiden neuen Geschäftsführern geleistet wurde?

Prof. Markgraf: Sie haben ihre Arbeit gut gemacht, sie sind ihren Aufgaben nachgekommen. Ich bin froh und jetzt im Nachhinein bestätigt, dass wir Ende vergangenen Jahres diesen Schritt gemacht haben.

nnz: Was heißt nachgekommen?

Prof. Markgraf: Es gibt zwischen den beiden Herren klare Vorstellungen für die Gegenwart des Hauses und klare Vorstellungen für dessen Zukunft. Das betrifft insbesondere die Ausgestaltung der Tarifpolitik als auch die Bautätigkeit und die innerbetriebliche Organisation. In der Tarifpolitik konnten sowohl mit dem Marburger Bund als auch mit der Gewerkschaft verdi Vereinbarungen getroffen werden. Die Bautätigkeit wurde neu durchdacht. Hier wurde sinnigerweise von einigen Vorhaben abgerückt. Und es gibt eine klare Strukturierung der Aufgabenbereiche innerhalb des Hauses.

nnz: Wo und was wurde oder wird neu strukturiert?

Prof. Markgraf: Die Verwaltungsbereiche wurden klar strukturiert in Personalbereich, kaufmännischen Bereich und technischen Bereich. Die Leitung der beiden ersten Bereiche wurde mit vorhandenen Fachkräften besetzt, für die Technik konnte eine hochqualifizierte Führungskraft gewonnen werden, die ihre Arbeit ab Mitte des Jahres aufnehmen wird. Momentan gibt es Untersuchungen durch eine Unternehmensberatung innerhalb des Pflegedienstes. Hier sollen vor allen dessen Strukturen hinsichtlich der Effektivität und Zweckmäßigkeit unter die Lupe genommen werden. Ich erwarte noch in diesem Monat sowohl Ergebnisse als auch Vorschläge für Schlussfolgerungen.

nnz: Was könnten das für Schlussfolgerungen sein?

Markgraf: Ich kann dem Bericht nicht vorgreifen, da ich die Ergebnisse noch nicht kenne.

nnz: In den zurückliegenden Jahren wurde eine deutlich zu hohe Ärztefluktuation beklagt. Ist die zurückgedrängt worden?

Prof. Markgraf: Ja. Ich sehe hier eine gewisse Stabilisierung, auch der neue Tarifvertrag mit dem Marburger Bund wird dazu beitragen, wobei ich nicht ausschließen kann, dass man sich von dem einen oder anderen Arzt noch trennen wird. Zum Teil aus dienstrechtlichen oder privaten Gründen, zum großen Teil aus dem Umstand, dass der aktuelle Arbeitsmarkt es einem Arbeitgeber nicht immer leicht macht, das Wunschpersonal zu bekommen oder zu halten. Doch mit den neuen Tarifen für die Ärzte an unserem Krankenhaus sind die ersten Schritte getan worden, um einen ärztlichen Arbeitsplatz am Südharz-Krankenhaus attraktiver zu machen.

nnz: Es gab und gibt immer noch Kritik an der Zusammenarbeit mit niedergelassenen Ärzten...

Prof. Markgraf: Ich verspüre seitens der neuen Geschäftsleitung das ehrliche Bemühen, hier neue Wege zu beschreiten. In absehbarer Zeit werden vom Südharz-Krankenhaus Schritte unternommen, um das Spannungsverhältnis - wenn vorhanden - in einer sachlichen Diskussion zu beseitigen. Hier kommt dem ärztlichen Geschäftsführer Dr. Brucke zugute, dass er diese Gespräche unvoreingenommen angehen kann, da seine beruflichen Wurzeln nicht in Nordhausen, sondern an der Universität in Halle/Sa. und er unbelastet in solche Gespräche gehen kann.

nnz: Immer wieder schwirren Gerüchte zu eine bevorstehende Privatisierung durch die Nordhäuser Luft. Ist das was dran?

Prof. Markgraf: Ich will es hier noch einmal klar und deutlich sagen: Es ist nicht beabsichtigt, an den Grundstrukturen des Hauses etwas zu verändern. Diese Grundaussage wird sich auch in dem zur Zeit in Überarbeitung befindlichen Gesellschaftervertrag als Konsens der Gesellschafter widerspiegeln.

nnz: Also keine Privatisierung, auch keine Teilprivatisierung oder Ausgliederung von Service-Bereichen in Billiglohnfirmen, wie man es in manchen anderen Krankenhäusern findet?

Prof. Markgraf: Nein, die wird es nicht geben. Ich will es noch weiterfassen und deutlicher sagen: Auch eine Teilprivatisierung gibt es mit mir nicht. Auch das wird Bestandteil des Gesellschaftervertrages sein.

nnz: Vielen Dank für das Gespräch.
Autor: nnz

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