Di, 18:25 Uhr
05.04.2011
Auflistung
Die FDP-Fraktion im Nordhäuser Stadtrat hat einen Vorschlag zu machen, der in politischen Kreisen dieser Stadt für vielfältige Diskussionen sorgen könnte...
Es wird eine Aufstellung und Veröffentlichung einer Liste der Opfer des 2. Weltkrieges und Faschismus in und aus der Stadt Nordhausen durchgeführt. Das ist der Wortlaut des Beschlussentwurfes. Zur Begründung wird aufgeführt: Im 20. Jahrhundert brach die größte Katastrophe in der mehr als 1000-jährigen Geschichte über die Menschen unserer Heimatstadt herein.
Die Nazidiktatur und der von ihr vom Zaun gebrochene Weltkrieg kosteten das Leben Tausender Bürger unserer Stadt. Es starben Frauen, Männer und Kinder, Alte und Junge, Kranke und Menschen in der Blüte ihres Lebens. Familien, die seit Jahrhunderten hier ihre Heimat hatten, unter ihnen auch viele jüdischer Abstammung, sind für immer ausgelöscht. Nordhäuser Juden wurden deportiert, in den Vernichtungslagern umgebracht. Unzählige Häftlinge aus dem KZ Mittelbau-Dora und der Boelke-Kaserne Nordhausen wurden von den SS-Schergen ermordet, verhungerten oder starben mit den Nordhäusern im Bombenhagel des 3. und 4. April 1945.
Zu den Opfern der Barbarei in Nordhausen zählen unschuldige Bürger, genauso wie die gefallenen deutschen Soldaten, die ihr Leben für eine menschenverachtende und sinnlose Sache hergeben mussten. Es waren unter den Toten die Widerstandskämpfer genau so wie die Mitläufer des Naziregimes und die Täter, die ihre Menschlichkeit verloren hatten; Flüchtlinge aus den Ostgebieten, die unfreiwillig in unsere Stadt strömten und die von den Faschisten ausgerotteten Sinti und Roma. Auch den Schwächsten der Stadt, Neugeborenen im zerbombten Krankenhaus am Taschenberg und die Euthanasie-Opfer aus dem Heilerziehungsheim in der Osterstraße gilt unser Gedenken.
Niemals dürfen wir von den Tätern und Verantwortlichen für diese Tragödie der Vielen die Schuld streichen. Aber es wäre falsch, nach guten und bösen Toten trennen zu wollen. Jedes ausgelöschte Menschenleben war eines zuviel. Nie wieder darf sich in unserer Heimat wiederholen, dass Menschen einer Diktatur zum Opfer fallen oder durch den Zwang einer Politik und Erziehung zum Hass selbst zu Tätern und Mördern gemacht werden.
Die FDP-Fraktion im Stadtrat Nordhausen ist sich im Klaren darüber, dass Tod, Grauen und Leid der damaligen Zeit eine Aufforderung an uns in der Gegenwart darstellen. Jedes der Opfer ermahnt uns, der Verantwortung für unsere Stadt und das Leben ihrer Menschen gerecht zu werden. Das tun wir durch unser Eintreten für Freiheit, Demokratie und eine
lebenswerte Zukunft aller Menschen.
Als bleibendes Mahnmal für uns und zukünftige Generationen beantragen wir deshalb die Aufstellung und angemessene Veröffentlichung auf der Internet-Seite der Stadt Nordhausen einer Liste aller Opfer des 2. Weltkrieges und Faschismus in und aus der Stadt Nordhausen. Diese Liste soll fortgeschrieben werden können. Die Zuständigkeit könnte beim Nordhäuser Kulturamt unter Einbeziehung von Fachleuten z.B. aus dem Geschichts- und Altertumsverein, der jüdischen Gemeinde, der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und der Stadt- und Gästeführergilde liegen.
FDP-Stadtratsfraktion
Autor: nnzEs wird eine Aufstellung und Veröffentlichung einer Liste der Opfer des 2. Weltkrieges und Faschismus in und aus der Stadt Nordhausen durchgeführt. Das ist der Wortlaut des Beschlussentwurfes. Zur Begründung wird aufgeführt: Im 20. Jahrhundert brach die größte Katastrophe in der mehr als 1000-jährigen Geschichte über die Menschen unserer Heimatstadt herein.
Die Nazidiktatur und der von ihr vom Zaun gebrochene Weltkrieg kosteten das Leben Tausender Bürger unserer Stadt. Es starben Frauen, Männer und Kinder, Alte und Junge, Kranke und Menschen in der Blüte ihres Lebens. Familien, die seit Jahrhunderten hier ihre Heimat hatten, unter ihnen auch viele jüdischer Abstammung, sind für immer ausgelöscht. Nordhäuser Juden wurden deportiert, in den Vernichtungslagern umgebracht. Unzählige Häftlinge aus dem KZ Mittelbau-Dora und der Boelke-Kaserne Nordhausen wurden von den SS-Schergen ermordet, verhungerten oder starben mit den Nordhäusern im Bombenhagel des 3. und 4. April 1945.
Zu den Opfern der Barbarei in Nordhausen zählen unschuldige Bürger, genauso wie die gefallenen deutschen Soldaten, die ihr Leben für eine menschenverachtende und sinnlose Sache hergeben mussten. Es waren unter den Toten die Widerstandskämpfer genau so wie die Mitläufer des Naziregimes und die Täter, die ihre Menschlichkeit verloren hatten; Flüchtlinge aus den Ostgebieten, die unfreiwillig in unsere Stadt strömten und die von den Faschisten ausgerotteten Sinti und Roma. Auch den Schwächsten der Stadt, Neugeborenen im zerbombten Krankenhaus am Taschenberg und die Euthanasie-Opfer aus dem Heilerziehungsheim in der Osterstraße gilt unser Gedenken.
Niemals dürfen wir von den Tätern und Verantwortlichen für diese Tragödie der Vielen die Schuld streichen. Aber es wäre falsch, nach guten und bösen Toten trennen zu wollen. Jedes ausgelöschte Menschenleben war eines zuviel. Nie wieder darf sich in unserer Heimat wiederholen, dass Menschen einer Diktatur zum Opfer fallen oder durch den Zwang einer Politik und Erziehung zum Hass selbst zu Tätern und Mördern gemacht werden.
Die FDP-Fraktion im Stadtrat Nordhausen ist sich im Klaren darüber, dass Tod, Grauen und Leid der damaligen Zeit eine Aufforderung an uns in der Gegenwart darstellen. Jedes der Opfer ermahnt uns, der Verantwortung für unsere Stadt und das Leben ihrer Menschen gerecht zu werden. Das tun wir durch unser Eintreten für Freiheit, Demokratie und eine
lebenswerte Zukunft aller Menschen.
Als bleibendes Mahnmal für uns und zukünftige Generationen beantragen wir deshalb die Aufstellung und angemessene Veröffentlichung auf der Internet-Seite der Stadt Nordhausen einer Liste aller Opfer des 2. Weltkrieges und Faschismus in und aus der Stadt Nordhausen. Diese Liste soll fortgeschrieben werden können. Die Zuständigkeit könnte beim Nordhäuser Kulturamt unter Einbeziehung von Fachleuten z.B. aus dem Geschichts- und Altertumsverein, der jüdischen Gemeinde, der KZ-Gedenkstätte Mittelbau-Dora und der Stadt- und Gästeführergilde liegen.
FDP-Stadtratsfraktion

