Mo, 15:08 Uhr
11.04.2011
Aus Defiziten werden Probleme
Jahrelang war es nicht obsolet, über Defizite in der Schulausbildung zu berichten. Auch seitens der Wirtschaft wurde noch vor fünf Jahren auf "kleiner Flamme" gekocht. Plötzlich gibt es Probleme und die werden sogar offen angesprochen...
Eigener Fachkräftenachwuchs ist die Basis für den zukünftigen unternehmerischen Erfolg, so lautet das Ergebnis der heute veröffentlichten Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 14.000 Unternehmen. Aus dem Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt beteiligten sich daran fast 200 Betriebe.
Das Ausbildungsengagement der Thüringer Unternehmen ist ungebrochen. Waren es im Vorjahr schon 75 Prozent der Befragten, die an der Ausbildung festhalten oder zusätzliche Lehrstellen anbieten, sind es in diesem Jahr sogar 85 Prozent, zieht IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser ein positives Fazit. Für die überwiegende Mehrheit wäre damit die Erstausbildung nach wie vor der Königsweg der künftigen Fachkräftesicherung.
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des einhergehenden Bewerberrückgangs könnten aber immer weniger Firmen die angebotenen Lehrstellen besetzen. Ein Drittel der befragten Personalleiter meldete auch zu Beginn des ersten Lehrjahres 2010/11 noch freie Stellen, schildert der IHK-Chef die momentane Lage.
Größtes Hemmnis bleibe aus Sicht der Unternehmen die mangelnde Ausbildungsreife der Schüler. Dabei hätten sich die beklagten Defizite verschoben: Wurde in den Vorjahren vorrangig die Anwendung elementarer Rechenfertigkeiten und das Fehlen grundlegender Deutschkenntnisse bemängelt, stehen aktuell die Disziplin sowie die Leistungsbereitschaft und Motivation im Mittelpunkt der Kritik, fasst der IHK-Hauptgeschäftsführer zusammen. Nunmehr sei es eine familiäre und gesellschaftliche Erziehungsaufgabe, persönliche und charakterlich positive Eigenschaften zu stärken. Erziehungsdefizite werden sonst zum Ausbildungsproblem, warnt Grusser.
Soziale Kompetenzen und Umgangsformen könnten manch schlechte Note auf dem Zeugnis aufwiegen. So wären die Chancen auf eine Lehrstelle auch bei schlechteren schulischen Leistungen derzeit sehr hoch.
Zwei von drei Thüringer Unternehmen wollen ihre Auszubildenden nach der Lehre 2011 weiter beschäftigen: Der beste und sicherste Weg nachhaltiger Personalentwicklung, ist sich der IHK-Chef sicher. Bundesweit signalisierten nur 54 Prozent der Betriebe eine Übernahme noch in diesem Jahr.
Die Suche nach dem geeigneten Bewerber finde inzwischen vermehrt im Internet statt. Die Firmen setzten auf Stellenausschreibungen über die eigene Homepage, Online-Börsen aber auch auf Soziale Medien wie facebook und schülerVZ. Ebenso würden die Betriebe die Zahl der Schulkooperationen steigern und das Ausbildungsmarketing verbessern.
Autor: nnzEigener Fachkräftenachwuchs ist die Basis für den zukünftigen unternehmerischen Erfolg, so lautet das Ergebnis der heute veröffentlichten Ausbildungsumfrage des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK) unter rund 14.000 Unternehmen. Aus dem Bereich der Industrie- und Handelskammer (IHK) Erfurt beteiligten sich daran fast 200 Betriebe.
Das Ausbildungsengagement der Thüringer Unternehmen ist ungebrochen. Waren es im Vorjahr schon 75 Prozent der Befragten, die an der Ausbildung festhalten oder zusätzliche Lehrstellen anbieten, sind es in diesem Jahr sogar 85 Prozent, zieht IHK-Hauptgeschäftsführer Gerald Grusser ein positives Fazit. Für die überwiegende Mehrheit wäre damit die Erstausbildung nach wie vor der Königsweg der künftigen Fachkräftesicherung.
Vor dem Hintergrund der demografischen Entwicklung und des einhergehenden Bewerberrückgangs könnten aber immer weniger Firmen die angebotenen Lehrstellen besetzen. Ein Drittel der befragten Personalleiter meldete auch zu Beginn des ersten Lehrjahres 2010/11 noch freie Stellen, schildert der IHK-Chef die momentane Lage.
Größtes Hemmnis bleibe aus Sicht der Unternehmen die mangelnde Ausbildungsreife der Schüler. Dabei hätten sich die beklagten Defizite verschoben: Wurde in den Vorjahren vorrangig die Anwendung elementarer Rechenfertigkeiten und das Fehlen grundlegender Deutschkenntnisse bemängelt, stehen aktuell die Disziplin sowie die Leistungsbereitschaft und Motivation im Mittelpunkt der Kritik, fasst der IHK-Hauptgeschäftsführer zusammen. Nunmehr sei es eine familiäre und gesellschaftliche Erziehungsaufgabe, persönliche und charakterlich positive Eigenschaften zu stärken. Erziehungsdefizite werden sonst zum Ausbildungsproblem, warnt Grusser.
Soziale Kompetenzen und Umgangsformen könnten manch schlechte Note auf dem Zeugnis aufwiegen. So wären die Chancen auf eine Lehrstelle auch bei schlechteren schulischen Leistungen derzeit sehr hoch.
Zwei von drei Thüringer Unternehmen wollen ihre Auszubildenden nach der Lehre 2011 weiter beschäftigen: Der beste und sicherste Weg nachhaltiger Personalentwicklung, ist sich der IHK-Chef sicher. Bundesweit signalisierten nur 54 Prozent der Betriebe eine Übernahme noch in diesem Jahr.
Die Suche nach dem geeigneten Bewerber finde inzwischen vermehrt im Internet statt. Die Firmen setzten auf Stellenausschreibungen über die eigene Homepage, Online-Börsen aber auch auf Soziale Medien wie facebook und schülerVZ. Ebenso würden die Betriebe die Zahl der Schulkooperationen steigern und das Ausbildungsmarketing verbessern.


