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Mi, 14:22 Uhr
27.04.2011

Sicher ist sicher

In die rund 7.000 Wohnungen der Wohnungsbaugenossenschaft Südharz (WBG) sollen künftig Rauchwarnmelder eingebaut werden. Eine gesetzliche Verpflichtung existiert im vorhandenen Wohnungsbestand zwar derzeit nicht...


Da die Sicherheit der WBG - Mitglieder und ihrer Familien aber für den WBG-Vorstand Priorität hat, wurde dieser Beschluss gefasst und vom Aufsichtsrat der Genossenschaft unterstützt. Der Prozess des Einbaus wird sich über einen längeren Zeitraum hinziehen. Allein in diesem Jahr sollen rund 50.000 Euro für die Installation von Rauchwarnmeldern bereitgestellt werden. Derzeit werden durch die Verwaltung der WBG Angebote eingeholt und geprüft. Damit wird sichergestellt, dass ausschließlich VdS-geprüfte und zertifizierte Rauchwarnmelder zum Einsatz kommen.

Diese Fabrikate müssen Mindestanforderungen gerecht werden. So muss der Alarmton mindestens 85 db betragen. Mindestens 30 Tage vor einem notwendigen Austausch der Batterie ertönt ein Warnton und es muss ein Testknopf zur Funktionsüberprüfung vorhanden sein.

Der Vorstand der Wohnungsbaugenossenschaft hat sich zudem darauf verständigt, dass Rauchwarnmelder zum Einsatz kommen, die weitere Sicherheitsmerkmale aufweisen und sie werden - über die gesetzlichen Anforderungen hinaus - in allen Räumen der jeweiligen Wohnung eingebaut. Ausgenommen sind die Küchen und die Bäder.

Laut Gesetz können die Kosten für den Einbau von Rauchwarnmeldern als Modernisierung in Höhe von elf Prozent auf die Miete umgelegt werden. Davon wird die Genossenschaft jedoch keinen Gebrauch machen. Abgerechnet werden lediglich die jährlichen Wartungskosten wie Funktionsprüfung mit Sichtkontrolle und bei Bedarf der Batteriewechsel. Diese Betriebskosten werden sich nach einer ersten Schätzung auf 10 bis 25 Euro jährlich je nach Wohnungsgröße belaufen.

Dieser Mehraufwand, so der Vorstand, steht jedoch in keinem Verhältnis zu den finanziellen Folgen eines Wohnungsbrandes. Vom menschlichen Leid einmal ganz abgesehen. Bei der Umsetzung dieses Vorhabens hofft der WBG-Vorstand auf eine breite Akzeptanz und große Unterstützung seitens der Mitglieder der Genossenschaft.

Nach Angaben der Nordhäuser Berufsfeuerwehr ereigneten sich allein im vergangenen Jahr im Stadtgebiet von Nordhausen und der Ortsteile 91 Wohnungsbrände. Bei drei Bränden in Einfamilienhäusern wäre der materielle Schaden weitaus höher gewesen, wenn es keine Rauchwarnmelder gegeben hätte.
Autor: nnz

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Kommentare
Contra
27.04.2011, 19:57 Uhr
Wartungskosten
Jeder Mieter sollte doch in der Lage sein die Sichtkontrolle bzw. den Batteriewechsel selber vorzunehmen, wenn die WBG die Rauchmelder schon auf ihre kosten installiert! Hier scheint es so dass die WBG versucht die Kosten der Rauchmelder über die Wartungskosten zu refinanzieren!
TeeEff
27.04.2011, 20:11 Uhr
Überschlagsrechnung...
7000*10 EUR = 70.000 EUR/Jahr
7000*25 EUR = 175.000 EUR/Jahr

Investition 50.000 EUR
durch 7000Stk rund 7,15 Eur

Je nach Typ und Menge gibts welche ab 4 (VIER) EUR/Stk...mittlere um die 10 bessere ab 25...

Nur mal so als Rechenbeispiel.
Der Roland
28.04.2011, 16:28 Uhr
Wer lesen kann ist im Vorteil.
@Kontra und andere: Es gibt 7.000 Wohnungen, der überwiegende Teil davon sind 2- und 3-Raumwohnungen. Beim korrekten Lesen wäre aufgefallen, dass Melder in alle Wohnräume, außer Küche und WC eingebaut werden. Also multiplizieren wir 7.000 mal 2,5 (wegen 1 und 4-Raumwohnungen) und kommen auf 17.500 Rauchmelder, die eingebaut werden.

Und an den Kontra: Die Mutter meiner Bekannten ist 79 Jahre alt. Wie soll die die Batterien auswechseln. Der Großteil der WBG-Mieter ist jenseits der 50.

Wer sich im Mietrecht auskennt, der weiß, dass Investitionen bis zum elf Prozent auf die Kaltmiete umgelegt werden können. Hier geht also die Genossenschaft sehr sozial mit den Mitgliedern um. 40 Mark Miete und kostenloses warmes Wasser und Heizung war eben mal.
Retupmoc
29.04.2011, 08:04 Uhr
Falsche Rechnung
Na@ Roland, wenn die Mutter Ihrer Bekannten mit 79 verständlicherweise keine Batterien auswechseln kann, dann würden Sie ihr doch helfen? Oder etwa nicht? Und genauso hätte jeder Mensch ein Bekannten, Nachbarn, Freund, welcher dies machen würde. Dazu braucht man keine Hausmeister von der WBG. Ob die Rechnung von TeeEff auf Heller und Pfenning stimmt, kann ich nicht einschätzen. Was für mich jedoch klar wie Kloßbrühe ist, das die WBG nicht zu Ihren Ungunsten rechnet. Es ist nichts weiter als eine Mieterhöhung. Da übrigens a. 35 Prozent der Mieter H4-Empfänger sind, stellt sich dann die Frage, ob das Amt die Wartungskosten übernimmt. Sonst hätten diese armen Menschen den nächsten Schritt Richtung Zorgebrüken getätigt.
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