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Do, 11:08 Uhr
07.07.2011

Bilanz für Verbraucher

Rund 43.000 Bürgerinnen und Bürger des Freistaates nutzten 2010 das breit gefächerte anbieterunabhängige Beratungs- und Informationsangebot der Verbraucherzentrale Thüringen. Und die hat jetzt ihre Jahresbilanz vorgestellt...


Erste Anlaufstelle für Ratsuchende in den Regionen waren vor allem die 15 Verbraucherberatungsstellen sowie weitere 12 Energieberatungsstützpunkte. Dank der Initiative und der finanziellen Zuwendungen der Städte Gotha und Weimar sowie des Landkreises Gotha konnten im März 2010 mit Gotha und Weimar zwei Beratungsstellen wiedereröffnet werden, die vor einigen Jahren dem Rotstift zum Opfer fielen. „Von flächendeckender Verbraucherberatung kann dennoch nicht die Rede sein. Viele Beratungsstellen sind nur mit einem Berater und nicht täglich besetzt. Allein in Süd- und Südostthüringen sowie im Raum Eisenach ist die Verbraucherzentrale mit allgemeiner Verbraucherberatung nicht vertreten“, so Dr. Ralph Walther, Geschäftsführer der Verbraucherzentrale Thüringen.

Vielfältige Aktionen in den Regionen

Bei Aktionstagen, Vorträgen und mit dem Infomobil kam die Verbraucherzentrale Thüringen darüber hinaus mit fast 41.000 Bürgerinnen und Bürgern ins Gespräch, das ist nahezu ein Drittel mehr als im Vorjahr. Große Resonanz in Schulen sowie bei Aktionen in der Region fanden vor allem die öffentlichkeitswirksamen Aktionen des Ende 2010 ausgelaufenen Klimaprojektes. Über Verbraucherinformationen in Printmedien, Interviews, bei Telefonaktionen und Verbrauchersendungen konnten sich Verbraucherinnen und Verbraucher zu aktuellen und grundlegenden Verbraucherrechtsfragen aus kompetenter Quelle sachkundig machen.

Betrug wird immer virtueller

Neben „klassischen“ Themen, wie Kaufverträgen und Gewährleistung, Abzocke bei Partnervermittlung und Haustürgeschäften, prägten die Beratung vor allem Beschwerden über unerlaubte Telefonwerbung, Probleme mit Festnetz- und Mobilfunkanbietern, Vertragsfallen im Internet, unerlaubte Abbuchungen über Telefonrechnungen, Gewinnspiele sowie untergeschobene Zeitschriftenabos. Geködert wurde mit vermeintlich kostenlosen oder günstigen Angeboten sowie Schein-Gewinnchancen. Wer nicht freiwillig zahlte, musste mit drastisch formulierten Mahnschreiben rechnen.

„Cold Calling“ dürfe sich nicht zu einem einträglichen Geschäftsmodell entwickeln, so Geschäftsführer Dr. Ralph Walther auf der Pressekonferenz anlässlich der Auswertung der Aktionsergebnisse zu verbotener Telefonwerbung. Er unterstrich erneut die Forderung der Verbraucherzentrale nach schriftlicher Bestätigung am Telefon geschlossener Verträge. Neben vorrangig jüngeren Erwachsenen entdeckten die Anbieter im Telekommunikationsbereich verstärkt Senioren als neue Zielgruppe.

Energiesparen und Versorgerwechsel

Strom und Gas sind seit etlichen Jahren ein Dauerbrenner und werden es auch bleiben. Angesichts steigender Strom- und Gaspreise zeigten 2010 immer mehr Verbraucher auch in Thüringen die Bereitschaft, teuren Tarifen den Rücken zu kehren. Das reichte von Fragen zu Wechselmodalitäten bis zu Informationen nach Umrüstung bzw. Erneuerung von Heizungsanlagen. Investitionsfreudig waren 2010 Verbraucher bei Solarstromanlagen, das offenbarte sich immer wieder in den Beratungsgesprächen auf Messen und Aktionstagen. Schwerpunktthemen waren außerdem die Reduzierung von Leerlaufverlusten und die 2. Stufe des Glühlampenausstiegs.

Geld sparen mit den richtigen Verträgen

Häufig standen Fragen nach dem notwendigen Versicherungsschutz mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis im Vordergrund. Obwohl keine umfassende Spezialberatung im Versicherungsbereich angeboten werden konnte, wurde so manche Optimierung des individuellen Versicherungsschutzes erreicht. Weitere Schwerpunkt bildeten Nachfragen zu Riester-Rente und betrieblicher Altersvorsorge, wobei die teilweise kontrovers geführte Diskussion zu diesem Thema in der Öffentlichkeit zu einer Verunsicherung der Verbraucher führte.

In der Beratung zu Geldanlagen wurde großer Wert darauf gelegt, dass die Verbraucherinnen und Verbraucher die Funktionsweise der gewählten Anlageprodukte richtig und vollständig verstanden hatten. Gerade bei Zeichnern von Produkten des „Grauen Kapitalmarktes“ waren Anlegern die Risiken dieser Finanzprodukte nicht bewusst oder wurden verdrängt. In der Kreditberatung ging es vielfach um eine Vorab-Beratung zur Baufinanzierung. Bei diesem Spezialthema ist die Verbraucherzentrale Thüringen ebenso führend wie bei der Überprüfung der Zinsanpassung von Darlehen und Vorfälligkeitsentschädigungen.

Wahrheit und Klarheit auf dem Etikett

Im Rahmen der Ernährungsberatung in den Beratungsstellen, aber auch bei Aktionen in den Regionen interessierten sich Verbraucherinnen und Verbraucher vor allem für Lebensmittelkennzeichnung, bspw. Inhaltsstoffe, Bio-Siegel oder Grundpreisangaben. Oft wurde die Werbung für Produkte hinterfragt, insb. wenn „Gesundheitsargumente“ dabei eine Rolle spielten. Viele Verbraucherinnen und Verbraucher sehen den tatsächlichen Zusatznutzen bei Wellness- oder Fitnessgetränken sowie bei speziell für Kinder produzierten Waren kritisch. Aktionen , wie „Marktcheck Grundpreisangabe“ oder „CleanLabels“, eine Initiative zur Überprüfung irreführender Werbung, informierten und klärten Verbraucher auf.
Autor: nnz

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