Mo, 09:59 Uhr
04.08.2003
Die Nase voll!
Nordhausen (nnz). Die IG Metall ist in diesen Tagen nicht zu beneiden. Der verlorene Tarifkampf, die Querelen an der Bundesspitze – all das macht auch der Nordthüringer Basis zu schaffen. Aber auch die SPD im Landkreis Nordhausen hat ihre Probleme – zum Beispiel mit Austritten. Mehr dazu wie immer mit dem bekannten Klick.
Beginnen wir mit der Sozialdemokratie. Da schlugen die ersten Nachrichten zur künftigen Gesundheitsreform ein wie eine Bombe. Als sich dann auch noch eine Einigung mit der Bundes-CDU in Berlin abzeichnete, da war das Maß voll. Allein im Juli verzeichnete der Kreisvorstand vier Austritte. Das klingt zwar relativ wenig, doch zu den Verlorenen gehören Mitglieder, die sich seit der Wende in unserer Partei engagiert hatten, resümiert Kreisvorsitzende Dagmar Becker. So haben zum Beispiel in Ellrich zwei Gründungsmitglieder der SPD das Parteibuch abgegeben. Sie sahen mit der Gesundheitsreform sozialdemokratische Ideale ausgehebelt, können diesen von der Bundesführung eingeschlagenen Weg nicht mitgehen.
Momentan gibt es im Kreisverband 270 Mitglieder mit einem SPD-Parteibuch. Doch Dagmar Becker sieht immer noch ein positives Fünkchen. Im punkto Austritte sei der Landkreis Nordhausen noch gut weggekommen, da sehe es in anderen Thüringer Regionen wesentlich schlimmer aus.
Austritte gab und gibt es auch bei der Nordthüringer IG Metall. Deren Chefin Astrid Schwarz-Zaplinski beziffert sie auf etwa 30. Wobei die Argumente und Gründe nicht immer klar definierbar seien. War es die vergeigte Tarifrunde oder der offen ausgetragene Führungskonflikt in Frankfurt am Main? Die Nordthüringer Metaller haben in den zurückliegenden Woche mit vielen Mitgliedern an der Basis geredet. Einige legen ihr Mitgliedsbuch so zusagen in die Warteschleife und erhoffen sich vom Gewerkschaftstag Ende August klare Ansagen.
So unterschiedlich die Reaktionen auf den verlorenen Arbeitskampf in der Metaller-Zentrale waren, so unterschiedlich ging es auch in der hiesigen Region zu. Da soll es zum Beispiel einen Geschäftsführer im Eichsfeld gegeben haben, der sich eindeutig für die Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich aussprach. Für die Beschaffung der Aufträge sei er verantwortlich, so sein Argument. Und wenn die Bücher voll seien, dann sollen auch die Arbeitnehmer davon profitieren.
Unterdessen haben im Nordthüringer Bereich etliche Unternehmen die Arbeitszeit reduziert, allerdings ohne Lohnausgleich. Sie reagierten und reagieren damit auf die unterschiedliche Auftragslage, wollen aber Entlassungen vermeiden. Die nnz wird in dieser Woche noch ausführlich dazu an einem Beispiel berichten.
Autor: nnzBeginnen wir mit der Sozialdemokratie. Da schlugen die ersten Nachrichten zur künftigen Gesundheitsreform ein wie eine Bombe. Als sich dann auch noch eine Einigung mit der Bundes-CDU in Berlin abzeichnete, da war das Maß voll. Allein im Juli verzeichnete der Kreisvorstand vier Austritte. Das klingt zwar relativ wenig, doch zu den Verlorenen gehören Mitglieder, die sich seit der Wende in unserer Partei engagiert hatten, resümiert Kreisvorsitzende Dagmar Becker. So haben zum Beispiel in Ellrich zwei Gründungsmitglieder der SPD das Parteibuch abgegeben. Sie sahen mit der Gesundheitsreform sozialdemokratische Ideale ausgehebelt, können diesen von der Bundesführung eingeschlagenen Weg nicht mitgehen.
Momentan gibt es im Kreisverband 270 Mitglieder mit einem SPD-Parteibuch. Doch Dagmar Becker sieht immer noch ein positives Fünkchen. Im punkto Austritte sei der Landkreis Nordhausen noch gut weggekommen, da sehe es in anderen Thüringer Regionen wesentlich schlimmer aus.
Austritte gab und gibt es auch bei der Nordthüringer IG Metall. Deren Chefin Astrid Schwarz-Zaplinski beziffert sie auf etwa 30. Wobei die Argumente und Gründe nicht immer klar definierbar seien. War es die vergeigte Tarifrunde oder der offen ausgetragene Führungskonflikt in Frankfurt am Main? Die Nordthüringer Metaller haben in den zurückliegenden Woche mit vielen Mitgliedern an der Basis geredet. Einige legen ihr Mitgliedsbuch so zusagen in die Warteschleife und erhoffen sich vom Gewerkschaftstag Ende August klare Ansagen.
So unterschiedlich die Reaktionen auf den verlorenen Arbeitskampf in der Metaller-Zentrale waren, so unterschiedlich ging es auch in der hiesigen Region zu. Da soll es zum Beispiel einen Geschäftsführer im Eichsfeld gegeben haben, der sich eindeutig für die Reduzierung der Arbeitszeit bei vollem Lohnausgleich aussprach. Für die Beschaffung der Aufträge sei er verantwortlich, so sein Argument. Und wenn die Bücher voll seien, dann sollen auch die Arbeitnehmer davon profitieren.
Unterdessen haben im Nordthüringer Bereich etliche Unternehmen die Arbeitszeit reduziert, allerdings ohne Lohnausgleich. Sie reagierten und reagieren damit auf die unterschiedliche Auftragslage, wollen aber Entlassungen vermeiden. Die nnz wird in dieser Woche noch ausführlich dazu an einem Beispiel berichten.

