Mo, 06:34 Uhr
18.07.2011
Vom Himalaja
Das Drüsige Springkraut (Impatiens glandulifera) ist ein weiterer invasiver Neophyt der europäischen und asiatischen Flora, der jedoch aber nach derzeitigem Kenntnisstand weniger negative Auswirkungen hat, als zum Beispiel der Riesen-Bärenklau (Heracleum mantegazzinaum). Die nnz mit einer pflanzlichen Beschreibung...
Seine Heimat liegt im westlichen Himalaja, wo das Drüsige Springkraut vor allem feuchte Nadelwälder besiedelt. An Flüssen wird es, ganz im Gegensatz zu ihrem hiesigen Verhalten, dort nicht gefunden. 1839 wurde sie in England als Zierpflanze eingeführt. Bereits 1855 trat sie in Großbritannien auch als Neophyt auf und begann sich in die heimatliche Flora erfolgreich einzubürgern. 1904 wurde sie in der Schweiz nachgewiesen, um 1920 war sie in Baden-Württemberg stellenweise schon häufig. Bemerkenswert erscheint die Tatsache, dass Impatiens glandulifera bereits 1854 in Thüringen erstmals nachgewiesen wurde: von GEORGES am Parkteich in Gotha.
Heute ist sie in ganz Europa weit verbreitet und breitet sich vor allem entlang der Flüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 km pro Jahr aus. Dort bildet sie oft Reinbestände, in denen heimische Arten kaum zu finden sind. Ihre frischen Samen werden mit den Flusssedimenten flussabwärts getragen, ihre trockenen Samen sind schwimmfähig.
Mit der Tatsache, dass eine einzelne Pflanze dieser einjährigen Art bis zu 4.000 Samen jährlich produzieren kann, wird ihr enormes Besiedlungspotential unterstrichen, in Reinbeständen sind das bis zu 32.000 Samen pro Quadratmeter und Jahr. Die Samen werden durch ein ausgeklügeltes mechanisches System bis zu 7 Meter weit geschleudert (Name Springkraut!). Zudem können Pflanzenstücke Wurzeln treiben und ebenso mit dem Flusswasser davon getragen werden.
Die Gefahren dieser neoinvasiven Art betreffen in erster Linie deren Konkurrenz- und Dominanzverhalten. Diesbezüglich wird sie als hochproblematisch, aber auch als kaum problematisch angesehen. Es besteht die Gefahr, dass andere, weniger konkurrenzstarke, heimische Arten durch Beschattung und liegengebliebene letztjährige Stängel am Keimen gehindert werden.
Günstigerweise ist die Art empfindlich gegen Spätfröste, so dass sie in manchen Jahren nur wenig in Erscheinung tritt und damit einheimischen Arten die Entwicklung ermöglicht. Problematisch könnte ihre Auswirkung auf die Waldentwicklung sein, sofern sie junge Bäume unterdrückt. Dies jedoch ist noch nicht ausreichend untersucht.
Als positiv wird ihre Wirkung auf die Insektenfauna angesehen. Als nektarreiche Art zieht sie zahlreiche Hummelarten und Bienen sowie Kleininsekten an.
Gesundheitliche Auswirkungen sind nicht bekannt.
Die Gattung Springkraut Impatiens ist überwiegend in tropischen Gebieten zu Hause. Nur das Große Springkraut, Impatiens noli-tangere, ist bei uns heimisch. Alle anderen kamen als Zierpflanzen zu uns und verwilderten oder wurden durch den Handel eingeschleppt.
Trotz ihrer invasiven Kraft, sieht man das Drüsige Springkraut noch heute mitunter in Gärten. Deren Wildansaat, wie einst von Imkern praktiziert, ist gesetzlich verboten.
Die Bilder machte ich kürzlich an der Zorge von der B4/B81 aus in Krimderode. Zu sehen sind die bis zu 200 cm hohen Pflanzen, die in einem großen Reinbestand entlang des Ufers siedeln. Auffällig ist auch, dass sie bereits in die flussbegleitenden Gehölze eingedrungen ist.
Bodo Schwarzberg
Quellen: Datei Neoflora des Bundesamtes für Naturschutz unter www.floraweb.de; ZÜNDORF, H.-J.. et al. (2006): Flora von Thüringen. Jena.
Autor: nnzSeine Heimat liegt im westlichen Himalaja, wo das Drüsige Springkraut vor allem feuchte Nadelwälder besiedelt. An Flüssen wird es, ganz im Gegensatz zu ihrem hiesigen Verhalten, dort nicht gefunden. 1839 wurde sie in England als Zierpflanze eingeführt. Bereits 1855 trat sie in Großbritannien auch als Neophyt auf und begann sich in die heimatliche Flora erfolgreich einzubürgern. 1904 wurde sie in der Schweiz nachgewiesen, um 1920 war sie in Baden-Württemberg stellenweise schon häufig. Bemerkenswert erscheint die Tatsache, dass Impatiens glandulifera bereits 1854 in Thüringen erstmals nachgewiesen wurde: von GEORGES am Parkteich in Gotha.
Heute ist sie in ganz Europa weit verbreitet und breitet sich vor allem entlang der Flüsse mit einer Geschwindigkeit von bis zu 5 km pro Jahr aus. Dort bildet sie oft Reinbestände, in denen heimische Arten kaum zu finden sind. Ihre frischen Samen werden mit den Flusssedimenten flussabwärts getragen, ihre trockenen Samen sind schwimmfähig.
Mit der Tatsache, dass eine einzelne Pflanze dieser einjährigen Art bis zu 4.000 Samen jährlich produzieren kann, wird ihr enormes Besiedlungspotential unterstrichen, in Reinbeständen sind das bis zu 32.000 Samen pro Quadratmeter und Jahr. Die Samen werden durch ein ausgeklügeltes mechanisches System bis zu 7 Meter weit geschleudert (Name Springkraut!). Zudem können Pflanzenstücke Wurzeln treiben und ebenso mit dem Flusswasser davon getragen werden.
Die Gefahren dieser neoinvasiven Art betreffen in erster Linie deren Konkurrenz- und Dominanzverhalten. Diesbezüglich wird sie als hochproblematisch, aber auch als kaum problematisch angesehen. Es besteht die Gefahr, dass andere, weniger konkurrenzstarke, heimische Arten durch Beschattung und liegengebliebene letztjährige Stängel am Keimen gehindert werden.
Günstigerweise ist die Art empfindlich gegen Spätfröste, so dass sie in manchen Jahren nur wenig in Erscheinung tritt und damit einheimischen Arten die Entwicklung ermöglicht. Problematisch könnte ihre Auswirkung auf die Waldentwicklung sein, sofern sie junge Bäume unterdrückt. Dies jedoch ist noch nicht ausreichend untersucht.
Als positiv wird ihre Wirkung auf die Insektenfauna angesehen. Als nektarreiche Art zieht sie zahlreiche Hummelarten und Bienen sowie Kleininsekten an.
Gesundheitliche Auswirkungen sind nicht bekannt.
Die Gattung Springkraut Impatiens ist überwiegend in tropischen Gebieten zu Hause. Nur das Große Springkraut, Impatiens noli-tangere, ist bei uns heimisch. Alle anderen kamen als Zierpflanzen zu uns und verwilderten oder wurden durch den Handel eingeschleppt.
Trotz ihrer invasiven Kraft, sieht man das Drüsige Springkraut noch heute mitunter in Gärten. Deren Wildansaat, wie einst von Imkern praktiziert, ist gesetzlich verboten.
Die Bilder machte ich kürzlich an der Zorge von der B4/B81 aus in Krimderode. Zu sehen sind die bis zu 200 cm hohen Pflanzen, die in einem großen Reinbestand entlang des Ufers siedeln. Auffällig ist auch, dass sie bereits in die flussbegleitenden Gehölze eingedrungen ist.
Bodo Schwarzberg
Quellen: Datei Neoflora des Bundesamtes für Naturschutz unter www.floraweb.de; ZÜNDORF, H.-J.. et al. (2006): Flora von Thüringen. Jena.




